Ein Tor reicht für den EHC Olten nicht immer zum Sieg

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Mit kleinlich gepfiffenen Strafen brachen die Schiedsrichter (hier Joris Müller, links) dem EHC Olten um Captain Cédric Schneuwly den Rhythmus. (Bild: Freshfocus)

46 Minuten und 50 Sekunden waren gespielt, als der Bann doch gebrochen wurde: Verteidiger Fabian Maier erlöste die Rapperswiler Torflaute von nicht weniger als 107 Spielminuten und glich mit seinem Weitschuss von der blauen Linie das Spiel aus. Für einen kurzen Moment stimmte im Oltner Defensivspiel die Zuordnung nicht, waren die Flügelstürmer doch einen Schritt zu weit weg von den Lakers-Verteidigern gestanden.

Olten liess sich zunächst von dem 1:1-Gegentreffer nicht aus der Bahn werfen, verzeichnete weiterhin viele Offensivaktionen und liess die Scheibe gut laufen. Just in einer Phase, in welcher der EHCO an einem weiteren Treffer zu schnuppern schien, entwischte Rapperswils Torgarant Michael Hügli und verwertete eiskalt (54. Minute). Es war ein Tor, das aufgrund einer Abfolge von einigen Fehlern fiel: Erst verlor Stürmer Stefan Mäder in der Offensive die Kontrolle über die Scheibe, danach rutschte Verteidiger Simon Barbero aus, worauf Torschütze Hügli den sonst wiederum überragenden EHCO-Torhüter Matthias Mischler keine Chance liess.

Olten versuchte, sich noch einmal aufzubäumen – Rouiller hatte den Ausgleich auf dem Stock –, doch stattdessen folgte der Genickbruch im Gegenstoss: Lakers-Stürmer Martin Ness fand viel Platz vor und erhöhte zum 3:1-Schlussstand. Die Ernüchterung war im EHCO-Lager gross: «Wir schiessen zurzeit keine Tore. Man kann einmal eine 1:0-Führung nach Hause bringen, aber das funktioniert nicht in jedem Spiel. Vor allem auch auswärts ist es doppelt schwierig bei einem solchen Gegner mit viel Qualitäten. Wir müssen in der Offensive mehr Chancen kreieren. Wir brauchen mehr als bloss ein Tor pro Spiel», bilanzierte EHCO-Trainer Chris Bartolone.

Ärgerliche Strafen
Bis zu den Gegentreffern hatte der EHC Olten ein Spiel gezeigt, dass in keiner Weise mit der 0:5-Niederlage aus Finalspiel eins zu vergleichen war: Aufsässig, mutig, kämpferisch, den Kopf bei der Sache. Bereits in den Startminuten war erkennbar, dass die Oltner beim 1:0-Heimsieg Blut geleckt hatten. Die Dreitannenstädter starteten vielversprechender als die Lakers. Der EHCO schnupperte gleich mehrmals, wie in der Partie zuvor, an einem Blitzstart.

Doch es kam anders: Stets raubten die Schiedsrichter dem EHC Olten mit kleinlich gepfiffenen Strafen ohne klar ersichtliche Linie den Rhythmus. Insgesamt mussten die Oltner acht kleine Strafen absitzen, während die Lakers deren vier zu verbüssen hatten. Als die Konzentration ein erstes Mal der Frustration über die Schiedsrichter wich, hatte der EHCO kurz vor der ersten Pause eine brenzlige 3-gegen-4-Situation mit Glück überstanden.

Nach einer weiteren Strafe wegen Bandenchecks gegen Oltens Silvan Wyss schlug die Gerechtigkeit zu: Rapperswil-Topskorer Jared Aulin vertändelte die Scheibe in der Offensive gegen Joel Fröhlicher, der ihn daraufhin gekonnt abdrängte, sodass Captain Cédric Schneuwly alleine auf Lakers-Torhüter Melvin Nyffeler losstürmte und ihn in Unterzahl zwischen den Beinen erwischt hatte (22.). Dass der EHCO jedoch aus dieser Unterzahlsituation Profit schlug, war viel mehr Torhüter Matthias Mischler zu verdanken: Nur Sekunden nach dem Shorthander parierte der grosse Oltner Rückhalt innert weniger Sekunden gleich fünf Mal mirakulös.

In die Passivität gerutscht
Oltens grösster Gegner war in der Folge – vor allem im Schlussabschnitt – die eigene Passivität. Immer wieder liess sich der EHCO in die Defensive drängen, ohne selber für Offensivaktionen zu sorgen. Lange ging es nicht zuletzt dank Torhüter Mischler gut, ehe die Rapperswil-Jona Lakers 13 Minuten vor Schluss doch noch die Wende einläuteten. Nach dem Spiel sprach man im EHCO-Lager gerne über die Leistungen der Schiedsrichter, gab sich aber dennoch zuversichtlich für das Heimspiel vom Mittwoch: «Die Strafen haben uns wohl das Genick gebrochen. Aber diese Mannschaft zeigt Leidenschaft, zeigt grossen Teamspirit. Jeder kämpft für den anderen. Daran müssen wir uns festhalten», sagte Silvan Wyss.

Für weniger erfreuliche Gesichter sorgte beim EHCO nicht nur die Niederlage, sondern auch die Tatsache, dass Stürmer Marco Truttmann nach einem nicht geahndeten Check in der Mitte des dritten Drittels verletzt ausgefallen war. Er dürfte sich nach ersten Erkenntnissen erneut an der Ende vergangenen Jahres operierten Stelle verletzt haben.

Rapperswil-Jona - Olten 3:1 (0:0, 0:1, 3:0)
St. Galler Kantonalbank-Arena. – 5145 Zuschauer. – SR: Müller/Tscherrig, Altmann/Fuchs. – Tore: 22. Schneuwly (Fröhlicher/Ausschluss Wyss!) 0:1. 47. Maier (Mason, Mosimann) 1:1. 54. Hügli 2:1. 57. Ness (Hügli, Mosimann) 3:1. – Strafen: 4-mal 2 plus 10 Minuten (Rizzello) gegen Rapperswil-Jona, 8-mal 2 Minuten gegen Olten.
Rapperswil-Jona: Nyffeler; Gähler, Berger; Iglesias, Schmuckli; Sataric, Maier; Geyer, Büsser; Aulin, Knelsen, Rizzello; Mosimann, Mason, Hügli; Hüsler, Ness, Primeau; Profico, Lindemann, Casutt.
Olten: Mischler; Rouiller, Grieder; Lüthi, Bucher; Fröhlicher, Zanatta; Bagnoud, Barbero; Truttmann, Sharp, McClement; Muller, Mäder, Horansky; Haas, Schirjajew, Wyss; Huber, Schneuwly, Rexha.
Bemerkungen: Rapperswil-Jona ohne Brem (verletzt) und Morin (überzählig). Olten ohne Ihnacak, Heughebaert, Hirt, Aeschlimann, Sahli (alle überzählig) und Ulmer (krank). – 29. Pfostenschuss Aulin. Timeout Olten (57:40) und ab 57:01 ohne Torhüter.

Alle Spiele und Resultate der Playoff-Finalserie finden Sie hier.

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Dämliche Schiris

ruedi lanz
schrieb am 03.04.2018 11:30
Auch der Eishockeyverband scheint es immer noch nicht gemerkt zu haben, dass wir international immer mehr ins Hintertreffen gelangen, weil die Spieler gar nicht mehr richtiges Hockey spielen dürfen. Da wurden und werden während der ganzen Saison Strafen ausgesprochen, auch wenn praktisch überhaupt kein Körperkontakt stattfindet!
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