Egerkingen: Juristisches Seilziehen beendet: Gäupark wird nicht ausgebaut

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Coop will offenbar den Bau-+Hobbymarkt in die jüngst erworbene Liegenschaft von Möbel Märki zügeln. Geplant war ein Neubau auf diesem Parkplatz. (Bild: Bruno Kissling)

Seit rund vier Jahren liefern sich Coop und Migros Aare mit dem VCS ein juristisches Seilziehen in Bezug auf die Bewilligung des Gestaltungsplans «Gäupark 2014». Dieser bildet die Grundlage für den von den Grossverteilern geplanten Ausbau des Egerkinger Einkaufszentrums.

Nun haben Coop und Migros Aare die Reissleine gezogen und der Gemeinde Egerkingen mitgeteilt, dass sie beim Verwaltungsgericht die Sistierung des dort hängigen Verfahrens beantragt haben. Dies mit dem Verweis auf veränderte Verhältnisse und der Prüfung einer Redimensionierung des Gäupark-Areals.

Sollte es zu einer solchen Redimensionierung kommen, könnten Coop oder Migros den Antrag stellen, den umstrittenen Gestaltungsplan zurückzuziehen, um in der Folge einen auf die neuen Verhältnisse angepassten Gestaltungsplan auszuarbeiten, wie Gemeindepräsidentin Johanna Bartholdi den Gemeinderat an seiner letzten Sitzung informierte.

Neubau offenbar vom Tisch
Die Einreichung eines neuen Gestaltungsplans würde aus Gründen der Planungssicherheit vor allem für Coop Sinn machen. Der Grossverteiler will seinen Hobby+Bau-Fachmarkt nun dem Vernehmen nach definitiv im anfangs dieses Jahres erworbenen Gebäude von Möbel Märki einrichten. Im von Coop eingereichten Baugesuch war noch von einem auf fünf Jahre befristeten Provisorium und Investitionskosten von rund 1,5 Mio. Franken die Rede.

Weil das auf der Ostseite des Parkplatzes beim Coop Megastore liegende Märki-Areal nicht im aufgelegten Gestaltungsplan enthalten ist, würde dieses in einen allfälligen neuen Gestaltungsplan aufgenommen. Coop und Migros müssten in diesem Fall beim Gemeinderat den Antrag stellen, den alten Gestaltungsplan zurückzuziehen und einen neuen aufzulegen.

Mit dem von Coop offiziell noch nicht bestätigten Verzicht auf den Neubau eines Bau-+Hobby-Fachmarktes auf dem Parkplatz beim Coop Megastore wird das Kernstück des geplanten Gäupark-Ausbaus hinfällig. Nötig wurde ein solcher Neubau, weil der Mietvertrag zwischen Coop mit der Migros Aare für den im Gäupark West eingemieteten Fachmarkt ausläuft. Coop-Mediensprecher Urs Meier wollte keine Stellung zum neusten Stand des Projekts beziehen. «Das Verfahren läuft und wir warten auf den Entscheid der Behörden. Deshalb können uns zurzeit nicht weiter dazu äussern und bitten um Verständnis.»

Die Migros Aare bestätigt zumindest auf Anfrage, dass sich mit dem Kauf der Liegenschaft vom Möbel Märki durch Coop die Ausgangslage für alle Beteiligten komplett geändert habe. Deshalb prüfe die Migros Aare zur Zeit verschiedene Optionen mit und ohne neuem Gestaltungsplan. Entscheide seien aber noch keine gefallen, so Mediensprecherin Andrea Bauer. Auch in Bezug auf die Nutzung der frei werdenden Fläche im Gäupark West nach dem Auszug des Coop Bau-+Hobbymarktes würden verschiedene Optionen geprüft. «Diese sind aber noch nicht spruchreif», wie Andrea Bauer bemerkt.

VCS will weiter genau hinsehen
Mit Interesse nimmt VCS-Präsident Fabian Müller den angekündigten Rückzug des Gäupark-Projekts zur Kenntnis. Freude komme darob nicht auf, weil der VCS nicht grundsätzlich gegen den Ausbau des Gäupark sei. «Für uns steht die gute Erschliessung des Einkaufszentrums mit dem öV und mit dem Langsamverkehr im Fokus. Zudem sei der VCS der Meinung, dass im Gäupark wie bei anderen Einkaufszentren auch, eine Parkplatzbewirtschaftung mit Gebühren ab der ersten Minute eingeführt werden müsse. Bei einer allfälligen Neuauflage eines Gestaltungsplans werde der VCS deshalb wieder genau hinschauen. «Das sind wir unseren Mitgliedern schuldig», so Müller.

Ihr Eintrag wird nach einer Überprüfung online gestellt.

VCS

Jörg Hunziker
schrieb am 13.04.2018 16:59
Herr Müller, Sie wissen aber schon, dass ennet der Grenze gratis parkiert werden kann und nebenbei etwa die hälfte für einen Wocheneinkauf bezahlt werden muss? Es wäre sinnvoller, bessere Lösungen für unsere Geschäfte zu finden, als ihnen noch mehr Steine aus purer Verbohrtheit in den Weg zu legen. In der breiten Bevölkerung kommen Ihre Ideen längst nicht mehr an, nur noch bei den ewiggestrigen ewigen Studenten.
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