«Hundequäler-Prozess» ist zu Ende - Urteil erfolgt gegen 21 Uhr

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Protest der Tierschützer vor dem Bezirksgericht (Bild: Raphael Nadler)

Heute Donnerstag steht in Zofingen ein portugiesisches Paar aus der Region vor Gericht, das seine beiden Rehpinscher Rocky (3) und Junior (8) im September 2016 auf grausame Weise beseitigt haben soll. Der Mann soll die beiden Tiere, die seiner Ehefrau gehörten, zunächst mit ihren Hundeleinen an je ein Stahlrohr gebunden und mit Kabelbindern fixiert haben. Anschliessend warf er die Tiere gemäss Anklage nacheinander in die Aare. Die Stahlrohre zogen die Hunde unter Wasser, sie ertranken qualvoll. Ein Spaziergänger fand die toten Vierbeiner sechs Tage später.

Die Staatsanwaltschaft wirft der Frau vor, ihren Ehemann zur Tötung der Hunde angestiftet zu haben. Sie soll ihn vor der Tat wochenlang massiv unter Druck gesetzt und aufgefordert haben, er solle die Hunde wegschaffen, weil sie deren Gestank und Gebell nicht ertrage.

Heute Donnerstag müssen sich die beiden wegen mehrfacher Tierquälerei und falscher Anschuldigung vor Gericht verantworten. Die Staatsanwaltschaft Zofingen-Kulm fordert für die Frau eine bedingte Freiheitsstrafe von 12 Monaten und eine Busse von 2000 Franken. Die Anträge für den Mann wird die Staatsanwaltschaft erst an der Verhandlung bekannt geben.

Der Fall hat in den letzten Monaten die Öffentlichkeit stark beschäftigt. Vor allem Tierschützer schalteten sich ein, am aktivsten Kurt Amsler von Animal Rights. Er startete gleich zwei Online-Petitionen, in denen die Höchststrafe für die «Hunde-Ersäufer von Aarburg» gefordert wird. Die erste Petition kam auf 13 800 Unterschriften und richtete sich im Dezember 2016 an den leitenden Zofinger Staatsanwalt Simon Burger. Die zweite Petition geht an das Bezirksgericht; sie erreichte seit der Lancierung im Dezember 2017 mehr als 16 000 Unterschriften.

Den Petitionären gehe es nicht darum, Aufmerksamkeit zu schaffen, damit der Fall und die Täter «viral» würden. Tatsache sei aber auch, dass Tierquäler in der Schweiz in der Regel zu milde bestraft würden: «Der Strafvollzug muss viel strenger werden. Nur so werden potenzielle Tierquäler vor solchen Taten abgehalten.» Die zweite Petition mit allen Unterschriften und über 4000 Kommentaren wurde vor einigen Tage ans Bezirksgericht übermittelt. Für den Prozesstag kündigt er «eine friedliche Manifestation mit Postern der ertränkten Hunde» vor dem Gerichtsgebäude an. Mitglieder der Tierschutzorganisationen Animal Rights, Animaltrust und Wildtierschutz würden bei der Demo auch symbolisch das grosse Petitionspaket übergeben. (zt) 

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