Bedenklich: Zu viele Fahrzeuge missachten den weissen Stock

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Auch Fahrradfahrer müssen anhalten und sehbehinderten Personen den Vortritt gewähren (Bild: zVg)

Der diesjährige «Internationale Tag des Weissen Stockes», der alljährlich am 15. Oktober begangen wird, stand beim Schweizerischen Blindenbund ganz im Zeichen der Verkehrssicherheit. Denn zu oft kommt es zu tragischen Verkehrsunfällen, bei denen Blinde und Sehbehinderte Schaden nehmen – manchmal gar mit tödlichem Ausgang. Dabei ist der weisse Stock ein verbindliches Verkehrsschutzzeichen, das im Strassenverkehr immer den Vortritt gewährt. Die «Verordnung über die Strassenverkehrsregeln VRV» legt in Artikel 6, Absatz 4 fest: «Unbegleiteten Blinden ist der Vortritt stets zu gewähren, wenn sie durch Hochhalten des weissen Stockes anzeigen, dass sie die Fahrbahn überqueren wollen.»

Bedenkliche Ergebnisse
Um zu testen, wie Fahrzeuglenkende diese Regel beachten, haben Regionalgruppen des Schweizerischen Blindenbundes in Zusammenarbeit mit Polizei und der Beratungsstelle für Unfallverhütung bfu an verschiedenen Orten der Deutschschweiz Strassenaktionen durchgeführt. Die Ergebnisse waren sehr bedenklich: Eine grosse Anzahl missachtete die Verordnung. Unterschiede gab es jeweils bezüglich Fahrzeugart und Region.

In Brugg AG fuhren beispielsweise 25 von beobachteten 64 Fahrzeugen an den Testpersonen vorbei. Manche haben dabei zwar die Geschwindigkeit gedrosselt, jedoch eben nicht angehalten. In Schaffhausen zeigte gemäss der Schaffhauser Polizei gar nur knapp ein Drittel die gebotene Anhaltedisziplin: Von 128 getesteten Fahrzeugen hielten 45 an, während 83 weiterfuhren. In Zürich waren die Autolenkerinnen und -lenker relativ diszipliniert (rund 80% hielten an), jedoch ignorierten sage und schreibe 51 von 73 Velofahrenden die Person mit dem weissen Stock. Stand diese am Trottoir der Gegenfahrbahn, hielten die Velos nahezu nie an.

Wer die Verordnung missachtete, wurde von der Polizei angehalten und über das Fehlverhalten informiert. Aufmerksame und rücksichtsvolle Verkehrsteilnehmende wurden mit einem kleinen Präsent bedacht. Reto Bohrer, Fachspezialist Prävention der Stadtpolizei Zürich meinte: «Leider haben wir vor allem bei den Velofahrenden mehr Info-Flyer als Schoggiherzen abgegeben.»

Die gewonnenen Resultate zeigen deutlich, dass diesem für alle Verkehrsteilnehmenden wichtigen Thema dringend erhöhte Aufmerksamkeit zukommen muss. Bessere Kenntnis dieser Verkehrsverordnung sowie mehr Achtsamkeit auf unseren Strassen verringern das Unfallrisiko ganz erheblich.

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