Bezirk Zofingen: Die «gute» Seite des Skandals

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Trotz Rückzahlungen von schweizweit 205,3 Millionen Franken bleibt das Vertrauen in die Postauto Schweiz AG angekratzt. Kurt Blum/Archiv

14,9 Millionen Franken bezahlt die Postauto Schweiz AG dem Kanton Aargau für zu viel bezogene Subventionen zurück. 9,4 Millionen gehen direkt an den Kanton. 5,5 Millionen werden den Gemeinden verteilt. Rund 455 000 Franken erhalten die 18 Gemeinden im Bezirk Zofingen.

Obwohl die Gemeinde Wiliberg seit Dezember 2008 keine Anbindung an den öffentlichen Verkehr mehr hat, kommt auch sie in den Genuss von Rückzahlungen der Postauto AG. Die 267.15 Franken sind zwar ein kleiner Betrag, «doch es sind Einnahmen und keine Ausgabe», freut sich Gemeindeammann Patric Jakob. Momentan laufen in der kleinsten Gemeinde im Kanton Abklärungen, wie man wieder an den öV angebunden werden kann.

Roger Lehner, Gemeindeammann von Attelwil, kam als Kantischüler noch in den Genuss von Postautofahrten in seine Gemeinde. Er ist positiv überrascht, dass Attelwil noch fast 1000 Franken zurückerstattet bekommt. «Das Vertrauen in die Postauto AG ist aber trotzdem erschüttert», sagt Lehner. Er könnte sich gut vorstellen, das Geld so kurz vor Weihnachten für einen karitativen Zweck einzusetzen. «Das letzte Wort hat aber die Finanzverwalterin», betont der Ammann.

Auch Brittnau freut sich über den unerwarteten Zustupf von 13 450 Franken. «Das haben wir so nicht erwartet», sagt Gemeindeschreiberin Denise Woodtli, die erst gestern die erfreuliche Post des Kantons Aargau erhalten hat.

Jeder Franken ist willkommen

Fast 2800 Franken gehen nach Moosleerau. Etwas weniger, nämlich 2480 Franken, erhält die Gemeinde Kirchleerau. «Etwa in dieser Grössenordnung habe ich die Rückerstattung erwartet», sagt deren Gemeindeammann Erich Hunziker. Er freut sich vor allem, dass die Beträge zurück in die Gemeinde fliessen und nicht wie zum Beispiel bei der Rückerstattung der Mehrwertsteuer der Billag in eine andere Kasse. «Wir können jeden Franken in unserem Haushalt brauchen», sagt Felix Fischer, Gemeindeschreiber von Kölliken. Seine Gemeinde erhält rund 17 480 Franken zurück. Ein Betrag, mit dem man auch in dieser Höhe habe rechnen dürfen, nachdem der Kanton die Gemeinden über die Rückzahlung vorzeitig informierte, sagt Fischer.

In Rothrist hat man sich keine Gedanken über die mögliche Höhe des Betrags gemacht, sagt Gemeindeschreiber Stefan Jung. «Aber wir nehmen den Betrag natürlich gerne.» Rothrist erhält fast 44 800 Franken zurück. «Wir können den Steuerfuss deswegen aber nicht senken», sagt Jung mit einem Augenzwinkern.

Den grössten Betrag an Rückerstattungen im Bezirk erhält Zofingen mit etwas über 130 000 Franken. «Das ist ein erfreulicher, ausserordentlicher Zustupf für die Jahresrechnung», sagt Stadtschreiber Fabian Humbel. Die Stadt verzichtete auf eine Vorabberechnung und harrte der Zahlen, die da kommen.

Der Kanton Aargau rechnet damit, dass er die Rückerstattungen bis spätestens Frühjahr 2019 an die Gemeinden ausbezahlen kann. Bis 2017 beteiligten sich die Aargauer Gemeinden an den Kosten für das bestellte Angebot im Regional- und Agglomerationsverkehr mit 40 Prozent, der Kanton mit 60 Prozent. Nach den gleichen Kriterien wie einbezahlt wurde, wird nun auch zurückerstattet, teilt die Staatskanzlei mit.

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