Erste Laufbahn-Weichen werden bereits in der Oberstufe gestellt

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Die Schülerinnen und Schüler durften den Arbeitsalltag im Alterszentrum Lindenhof gleich selbst erfühlen. Tobias Walt
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teven Meier von der Autogarage F.+M. Konstantin zeigte den Schülern das Lehrmittel der Berufsschule.
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Möbelfabrikant Bruno Berger zeigte den Jugendlichen den Prozess der Produktion eines Stuhls.

Auf dem Platz vor der Oftringer Schule herrschte an diesem Mittwochmorgen kurz nach 8 Uhr eine aufgeregte Stimmung. «In welche Workshops bist du eingeteilt?», fragten sich die Achtklässlerinnen und Achtklässler gegenseitig. Auf dem Programm stand der erste Lehrmeisterevent der Oberstufe, welcher als Pilotprojekt durchgeführt wurde. 15 Lehrbetriebe aus der Region Zofingen besuchten an diesem Morgen die Schule. Im Rahmen von 45-minütigen Workshops stellten die Berufsausbildnerinnen und Berufsausbildner die verschiedenen Lehrberufe vor und beantworteten Fragen. 134 Schülerinnen und Schüler der achten Klasse wurden von ihren Klassenlehrpersonen in je drei Workshops eingeteilt. «Die Schülerinnen und Schüler haben noch eine etwas beschränkte Palette an Lehrberufen, welche sie interessieren. Wir wollen mit dem heutigen Tag ihren Horizont erweitern und ihnen zeigen, was es sonst noch alles gibt», erklärte Franziska Zwahlen, Berufswahlverantwortliche der Oberstufe Oftringen.

FaGe oder Industriepolsterer?
«Was eure Eltern oder euer Grosi sagen, ist gut und recht, aber heute geht es um euch und die Berufe, welche euch interessieren», gab Oberstufenleiter Roger Schneeberger den Jugendlichen auf den Weg. Und dann verteilten sie sich auch schon in die verschiedenen Schulzimmer. Drei Mitarbeiterinnen des Alterszentrums Lindenhof in Oftringen zeigten den Schülerinnen und Schülern, wie man einer Person die Arme wäscht und ihr den Blutdruck misst. Dann mussten die Arbeiter von morgen in Zweiergruppen selbst Hand anlegen. «Ich könnte mir gut vorstellen, als Fachfrau Gesundheit zu arbeiten», sagte Alina Scheibler. «Bald darf ich im Lindenhof schnuppern gehen», freute sie sich. Jemand stellte besorgt die Frage, ob in der Berufsschule auch Mathematik unterrichtet werde. Nein, lautete die Antwort, aber man müsse ein grosses Wissen über den menschlichen Körper und die Organe erlernen.

In einem anderen Raum wartete Bruno Berger, Geschäftsführer und Mitinhaber von Möbel Berger in Oftringen, auf die Schülerinnen und Schüler. Diese durften an verschiedenen Tischen den Prozess der Herstellung eines Stuhls mitverfolgen. «Bei uns ist noch nie ein Lernender oder eine Lernende durch die Lehrabschlussprüfung gefallen», rühmte sich Berger. Dass er am Lehrmeisterevent persönlich teilnahm, ist für ihn selbstverständlich. «Wir sind natürlich auf gute Lehrlinge angewiesen und es ist nicht immer einfach, geeignete Leute zu finden.» Dies liege vor allem daran, dass viele Jugendliche zwar die Möbel als Endprodukt kennen würden, jedoch nicht, wie es entsteht und was ein Industriepolsterer überhaupt macht. Seit 40 Jahren bildet Möbel Berger Lehrlinge in diesem Beruf aus.

Vorwiegend Schüler aus der Realschule und ausschliesslich Knaben besuchten den Workshop von Steven Meier, Serviceleiter der Autogarage F.+M. Konstantin. «Ihr könnt nicht zu viel schnuppern, es geht um eure Zukunft!», ermutigte er sie. Auch in ihrem Betrieb sei Schnuppern kein Problem. «Kommt vorbei, unsere Türe wird nie zu sein.» Meier versuchte, den Jungs auch die Möglichkeit der Berufsmatura schmackhaft zu machen. Damit könne man an der Berner Fachhochschule in Biel Automobiltechnik studieren. «Verdient man viel als Mechatroniker nach der Lehre?», stellte ein Schüler die Frage. «Was heisst für dich viel?» – «Keine Ahnung, so 5000 Franken?» Die Summe sei durchaus realistisch, meinte Steven Meier. Automechatroniker seien gesuchte Leute.

Positive Rückmeldungen
Nachdem die drei Workshops zu Ende waren, fanden sich die Lehrpersonen und die Berufsbildner noch einmal in der Aula für eine kurze Bilanz zusammen. Das Feedback für das Pilotprojekt Lehrmeisterevent fiel bis auf wenige Verbesserungsvorschläge durchweg positiv aus. Das Interesse der Lehrbetriebe, auch bei einer allfälligen zweiten Ausgabe im nächsten Jahr wieder teilzunehmen, scheint da zu sein. Ebenfalls gelobt wurde, wie interessiert, ruhig und anständig sich die Schülerinnen und Schüler an diesem Morgen verhalten hätten.

«Eine Gruppe von Sekundarschülern kam vorhin zu mir und meinte, wir sollten diesen Morgen nächstes Jahr unbedingt wieder durchführen», zeigte sich Lehrerin Franziska Zwahlen erfreut. Ausserdem sei alles pannenfrei verlaufen. «Ich bin rundum glücklich.»

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