Spiel- und Theatergruppe Bottenwil: Fluchen verboten – oder doch nicht?

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Das Stück lebt von Gestik und Mimik der Schauspieler, wie Verena Jolk und Urs Siegenthaler als Magd und Knecht. alfred weigel
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Handelt es sich hier um das echte Testament oder nur um ein Schriftstück?

Der Geist des verstorbenen Bauern Godi lässt Bilder von der Wand fallen, wenn geflucht wird. Auch Stromausfälle gehen auf das Konto des Verstorbenen. Der zu Lebzeiten «Meischter» genannte verbat sich das Fluchen auf seinem Hof. Doch die Magd Annekäthi und der Knecht Guschti verstehen sich auf diese Art an Kommentaren recht gut. Daneben lebt das Stück von einzigartigen Dialogen, handlungsbedingter Gestik und intensiver Mimik der Charaktere. Die Rolle der Magd Annekäthi ist Verena Jolk ebenso auf den Leib geschnitten, wie die des Knechtes Guschti auf Urs Siegenthaler. Auch die Figur des Ottokar, verkörpert von Martin Hummel, brilliert durch gestenreiche Auftritte mit dem dazu passenden Gesichtsausdruck ein ums andere Mal.

Das Leben auf dem Lindenhof hätte mit der angespannten, aber dennoch engen Beziehung zwischen Magd und Knecht Abwechslung genug. Der Knecht prahlt mit gefangenen Mäusen, wischt sich die Hände am frisch gewaschenen Leintuch ab und putzt seine Fingernägel mit der Zahnbürste der Magd. Die Szene begleitenden Wortwechsel sorgen für Heiterkeit im Publikum. Doch die Zukunft des Lindenhofs steht auf dem Spiel. Claire, gespielt von Renate Erismann, erhebt Ansprüche mit einem Testament, das sie als Alleinerbin des Bauernhofs ausweist – beabsichtigt sie doch, aus dem Hof eine Hotelanlage zu machen. Die Bäuerin Rösi, dargestellt von Silvia Steffen, ist verzweifelt und ihre Schwester Claire spielt sich auf, als würde der Hof bereits ihr gehören. Doch Zweifel an der Echtheit des Papierstücks sind angebracht.

Gewaltige Unterschiede

Zu allem Überdruss verliebt sich ihre Tochter Jacqueline-Isabelle (Michelle Huser), die von der Karriere einer Kosmetikproduzentin schwärmt, in den Nachbarssohn, der ihr mit biologischen Erzeugnissen helfen soll. Mario von Rohr, in der Rolle des Hansjakob, überzeugt als Legastheniker und unbedarfter Liebhaber. Mutter Marie (Liselotte Grossenbacher) unterstützt fürsorglich ihren Sohn, das zarte Pflänzchen «Liebe» am Leben zu halten. Ob das gut gehen kann? Die Unterschiede sind gewaltig, während Jacqueline-Isabelle ein Modemagazin durchblättert, outet sich Hansjakob als bekennender «Tierwelt»-Leser.

Der kinderlos gebliebene Onkel Gödi hatte der Bäuerin Rösi den Hof versprochen. Doch ein Testament, welches das bestätigt, ist unauffindbar. Um dem Poltergeist Einhalt zu gebieten, engagiert Claire die Geisterjägerin Madame Leona in der Gestalt von Nadine Fankhauser. Ob es ihr mit den mitgebrachten Gerätschaften gelingt, dem Bilderspuk ein Ende zu bereiten? Viele Fragen bleiben offen bis zum Schluss. Wie es sich für ein Lustspiel gehört, widerfährt allen ein ungeahntes Happyend – fast allen. Dass im dritten Akt vom «Im Meischter sini Geischter» plötzlich zwei Geister auftauchen, darf noch verraten werden.

Neben dem Stück selbst feierten die drei Akteure Michelle Huser, Martin Hummel und Mario von Rohr Premiere, sie standen erstmalig auf der Bottenwiler Bühne. Mit der Lukas-Bühler-Komödie gelang Regisseur Kurt Diriwächter eine kurzweilige Inszenierung mit ausgereiften Dialogen und gewagten Umgang von Klischees, die bewusst die Grenzen zwischen Ernsthaftigkeit und Komik ausloteten.

WEITERE AUFFÜHRUNGEN

Freitag, 22. Februar, 20 Uhr

Samstag, 23. Februar, 20 Uhr

Sonntag, 24. Februar, 14 Uhr

Platzreservierung/Infos unter www.theater-bottenwil.ch.

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