Steinzeit - Die Pfahlbausiedlung in Wauwil wächst weiter

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Ein Jägerzelt (Bild: Kanton Luzern)
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Die Arbeiten gehen voran (Bild: Kanton Luzern)

Das Wauwilermoos zählt zu den bedeutendsten steinzeitlichen Fundstellen Europas. Die ältesten Spuren menschlichen Lebens gehen um die Zeit von 14'000 vor Christus zurück. Die Menschen lebten in der Alt- und Mittelsteinzeit mobil, weil sie den Tierherden folgten, und wohnten in einfachen Hütten oder Zelten. Die Klimaerwärmung verbesserte das Nahrungsangebot, und die Menschen wurden in der Jungsteinzeit sesshaft. Die berühmte Zeit der Pfahlbauer brach an.

Eine der Siedlungen, die am Wauwilermoos entdeckt wurden, stammt aus der Zeit um 4300 vor Christus. Sie bestand nur während acht Jahren und lag an einem See. Insgesamt wurden im Gebiet über 120 Siedlungsstellen entdeckt, die eine ununterbrochene Kulturentwicklung zwischen 14'000 und 2500 vor Christus im Wauwilermoos belegten, teilte die Kantonsarchäologie am Dienstag mit.

Von Nomaden und Bauern Vor zehn Jahren wurde im Wauwilermoos ein sieben Kilometer langer archäologischer Lernpfad zur steinzeitlichen Besiedlungsgeschichte eröffnet. Dieser führt von den Fundstellen der Jäger- und Sammlerkulturen der Alt- und Mittelsteinzeit zu den wichtigsten Grabungen der Jungsteinzeit, der klassischen Pfahlbauzeit also. Höhepunkt ist die Rekonstruktion einer jungsteinzeitlichen Seeufersiedlung mit schilfgedeckten Pfahlbauhäusern. Die Siedlung aus der Epoche 5500 bis 2300 vor Christus wurde nun um ein Jägerlager der Mittelsteinzeit ergänzt, also aus der Epoche 8500 bis 5500 vor Christus. Ab sofort sei es möglich, den Kulturwandel von den mittelsteinzeitlichen Jägern und Sammlern zu den jungsteinzeitlichen Bauern auf kleinem Raum zu erleben, teilte die Denkmalpflege mit.

Das neue Angebot besteht aus zwei Grabungszelten, die beim Besucher eine archäologische Atmosphäre erzeugen sollen. Im ersten Zelt findet sich die Rekonstruktion eines mittelsteinzeitlichen Jägerlagers: Eine Rundhütte aus Astwerk und Tierhäuten. Im zweiten Zelt ist eine fiktive Grabungsszene inszeniert, die zeigt, wie Archäologen arbeiten.

Die beiden Zelte werden am Samstag mit einem Fest der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Die Besucher können das Steinzeitleben ausprobieren, im Wauwilermoos gefundene Funde betrachten und eine Schamanin erleben.

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