Gemeinderatwahlen: Drei Kandidaten kämpfen um einen Sitz

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Marianne Kamber (SVP, neu)
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Stefan Schmitter (parteilos, neu)
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Martin Bossert (EDU, neu)

Das Kandidatenkarussell um einen frei gewordenen Sitz im Rothrister Gemeinderat dreht sich. Gestern Freitag um 12 Uhr lief die Anmeldefrist für Kandidaten ab. Drei waren bereits bekannt – und gemäss Mitteilung der Gemeindekanzlei ist es auch dabei geblieben. Martin Bossert (EDU), Marianne Kamber (SVP) und Stefan Schmitter (parteilos) wollen die Nachfolge von Vizeammann Adrian Schmitter (SVP) antreten.

Schmitter war seit 2014 im Gemeinderat und wurde 2017 bei den letzten Wahlen zum Vizeammann gewählt. Aufgrund einer Darmkrebs-Erkrankung hat er sein politisches Amt Ende Januar niedergelegt. Seine Funktion als CEO des Kantonsspitals Baden behält der 59-Jährige. Die Verwaltungsratsmandate in der EW Rothrist AG, in der Pflegezentrum Luegenacher AG und in der Wohnzentrum Luegenacher AG führt er bis zu den nächsten ordentlichen Generalversammlungen weiter. In der Zwischenzeit ist das Ressort Gesundheit nicht besetzt. Das Ressort Kultur mit Museum und Bibliothek betreut interimistisch Gemeinderätin Daniela Weber.

Kampfwahl um Vizeammann

Für die Rothrister Exekutive bedeutet Schmitters Demission, dass sie den vakanten Gemeinderatssitz sowie den Vizeammannposten während der laufenden Amtsperiode 2018-2021 besetzen müssen. Bei den Wahlen im September 2017 buhlten um die damals drei freien Sitze neun Kandidaten. Geschafft hatten es Ralph Ehrismann (FDP, neu), Hans Rudolf Sägesser (FDP, neu), Adrian Schmitter (SVP, bisher), Philipp Steffen (EVP, bisher) und Daniela Weber (parteilos, neu).

Von den vier bestehenden Gemeinderäten kandidierenden Philipp Steffen (EVP) und Daniela Weber (parteilos) als Vizeammann. Ralph Ehrismann begrüsst als Gemeindeammann (FDP) die «interne Lösung». «Für das Vizeammann-Amt ist es von Vorteil, schon Erfahrungen als Gemeinderat gesammelt zu haben», betont Ehrismann. Der 58-Jährige amtet seit Anfang 2018 in einem Teilzeitpensum als Ammann. Erleichtert ist Ehrismann, dass bei der Gemeinderat-Ersatzwahl drei Kandidaten zur Wahl stehen.

SVP verteidigt Sitz

Von den sechs Ortsparteien verteidigt die SVP mit Kandidatin Marianne Kamber (59) ihren bisherigen Sitz. «Wir sind überzeugt, dass wir mit Marianne Kamber gute Chancen haben, den Sitz zu verteidigen», betont SVP-Präsident Naveen Hofstetter. Kamber bringe einen hervorragenden Leistungsausweis mit und engagiere sich im Dorf in verschiedenen Vereinen.

Die EDU schickt mit Martin Bossert (47) einen Rothrister Ortsbürger ins Rennen. «Es ist für uns als kleine Partei eine Chance, die wir nicht vorbeiziehen lassen möchten», sagt Präsident Alfred Zimmermann und fährt fort: «Martin Bossert ist Vizepräsident der Schulpflege, in der Gemeinde verankert und motiviert.»

In eigener Regie steigt Stefan Schmitter (50) als Parteiloser in den Wahlkampf. «Rothrist ist eine attraktive Gemeinde und ich will mithelfen, dass sie noch besser wird», sagt der zweifache Familienvater. Stefan Schmitter engagiert sich in der Schulpflege, der Verkehrs- sowie der Baukommission.

Die anderen Ortsparteien verzichten teilweise unfreiwillig auf eine Nomination. «Wir konnten niemand aufstellen, weil wir lauter Absagen erhalten haben», sagt Peter Hänni. Der EVP-Präsident freut sich, dass sich ihr bisheriger Gemeinderat Philipp Steffen entschieden hat als Vizeammann zu kandidieren.

Bei der FDP liegt der Fall klar auf der Hand. «Wir sind mit zwei Gemeinderäten gut vertreten und deshalb haben wir nicht aktiv nach einem weiteren Kandidaten gesucht», sagt Präsident Marcel Rüegger und fährt fort: «Ein dritter FDP-Gemeinderat wäre wohl anmassend.»

Die SP hat dagegen parteiintern eine Kandidatur geprüft. «Muriel Fiechter Oberholzer wäre für diese überraschend gekommene Ersatzwahl unsere adäquate Kandidatin gewesen, weil sie sich beruflich neu orientiert, kommt der Posten als Gemeinderätin für sie aber aktuell nicht infrage», erklärt Nico Lehmann, der seit Februar der SP vorsteht.

Ob die diesen Januar neu gegründete CVP Rothrist im Sinn hatte mitzumischen, war nicht in Erfahrungen zu bringen. Präsident Paolo Etterlin war trotz mehrmaligen Versuchen auf verschiedenen medialen Kanälen nicht zu erreichen.

Am 19. Mai fällt der Entscheid

Martin Bossert (EDU), Marianne Kamber (SVP) oder Stefan Schmitter (parteilos): Um sich ein Bild von den drei Kandidaten machen zu können, stehen sie an einem Podium im Gemeindesaal Breiten Red und Antwort (siehe Kasten). Wer bald am Tisch im Gemeinderatszimmer sitzt, entscheiden die Stimmbürger am 19. Mai (eidgenössische Abstimmungen). Im ersten Wahlgang sind nicht nur die Angemeldeten, sondern alle Stimmberechtigten der Gemeinde Rothrist wählbar. Als Vizeammann kann sich aber nur bewerben, wer offiziell als Gemeinderat kandidiert oder bereits als Gemeinderat gewählt ist.

Martin Bossert (EDU, neu)
Der IT-Manager und Abteilungsleiter ist verheiratete und Vater zweier erwachsener Töchter. Der 47-Jährige engagiert sich seit 25 Jahren politisch. Er ist Vizepräsident der Schulpflege, Vorstandsmitglied der EDU Rothrist und Vizepräsident der EDU Aargau. Zudem ist er in der Finanzkommission der Ortsbürgergemeinde Rothrist und wirkt ehrenamtlich in der Gate 48 Community mit. «Mein Herzenswunsch ist, Rothrist in den Bereichen Bildung, Wirtschaft, Verkehr und Kultur für die aktuellen und künftigen Herausforderungen zu stärken.»

Marianne Kamber (SVP, neu)
Seit zehn Jahren führt die 59-Jährige ein Coiffeurgeschäft in Rothrist. 1997 gründete und leitete sie die Spielgruppe Oktopus. Später rief sie das Aufgabenzentrum und den Schülermittagstisch ins Leben. In der Schulpflege wirkte sie acht Jahre als Vizepräsidentin und Präsidentin. Sie präsidierte den fremdsprachigen Rat, war in der Jugendkommission und der Schwimmschule. Aktuell engagiert sich die Mutter von zwei erwachsenen Kindern im Vorstand des Gewerbevereins und der Ortspartei SVP. «Wichtig ist mir die Gesunderhaltung des Budgets, der Schule und des Sozialen.»

Stefan Schmitter (parteilos, neu)
Der 50-jährige IT-Techniker und zweifache Familienvater ist durch die Mitgliedschaft im Ortsbürgervereinigung eng mit Rothrist verbunden. Er engagiert sich in diversen Kommissionen wie Verkehr und Bau. Bis Ende 2018 stand er bei der Feuerwehr Rothrist im Einsatz. Als Schulpfleger wirkt er die zweite Legislatur. Investitionen in der Bildung sind gemäss Schmitter von grosser Wichtigkeit. «Gut ausgebildete Kinder sind unsere einzige Ressource für die Zukunft.» Dabei ist ihm wichtig, dass die finanziellen Mittel «an der Basis, also bei den Kindern, ankommen».

Podiumsdiskussion mit Kandidaten
Im Hinblick auf die Ersatzwahl für den Gemeinderat vom 19. Mai findet am Donnerstag, 11. April, 19 Uhr, im Gemeindesaal Breiten in Rothrist eine öffentliche Podiumsdiskussion mit dem Kandidaten-Trio statt. Philippe Pfister, Chefredaktor Zofinger Tagblatt, moderiert die Gesprächsrunde. Im Anschluss besteht für das Publikum Gelegenheit, weitere Fragen zu stellen. Zum Ausklang der Veranstaltung offeriert die Gemeinde einen Apéro.

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