Mitarbeiter geben der Borna ein Gesicht

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Michael Wälchli arbeitet in der Sesselflechterei der Arbeits- und Wohngemeinschaft Borna. (Bild: Sandro Matter)

Ob Bodenwischer, Schrubber, Industriebürsten oder Strassenbesen: Verschiedene, qualitativ hochstehende Bürsten stellt die Arbeits- und Wohngemeinschaft Borna in Rothrist her. Die Bürstenmacherei ist eine von acht geschützten Werkstätten, in der Menschen mit einer Beeinträchtigung täglich arbeiten. 150 Menschen im Erwerbsalter ermöglicht die Borna eine Tätigkeit oder Ausbildung, die ihren individuellen Fähigkeiten angepasst ist. Handarbeit steht bei der Herstellung der grossen Palette an Eigenprodukten für den täglichen Gebrauch ebenso wie bei externen Aufträgen im Zentrum. «Eine grosse Anzahl renommierter Unternehmen und Verwaltungen zählen zu unseren ständigen Auftraggebern», erklärte Werkstattbereichsleiter Manfred Trummer an der Generalversammlung der Borna, die aktuell 150 Genossenschafter zählt.

Schrumpftunnel gefragt

Als Mitglied der Geschäftsleitung freut sich Trummer, dass die Arbeitsauslastung, wie schon im letzten Jahr, auch dieses Jahr sehr gut ist. Teilweise spannt deshalb die Borna mit anderen Aargauer und Berner Institutionen zusammen. «Bei Grossaufträgen kommen auch Aushilfen und Ferienjobber zum Einsatz», sagte Trummer. Vor ein paar Monaten fanden auch Anpassungen der Arbeitszeiten statt. Während die ersten um 6 Uhr anfangen, arbeiten andere über den Mittag durch. Vor allem der Bereich der Logistik/Spedition ist gefragt. Fast im Dauereinsatz steht dabei der Schrumpftunnel. Darin lassen verschiedene Hersteller vom Deo bis zum Waschmittel Aktionen in der Borna verpacken. Die so in einer Plastikfolie zusammengefassten Mehrfachpackungen stehen dann bei verschiedenen Detaillisten in den Verkaufsregalen. «Als wir damit vor vier Jahren angefangen haben, waren es 250 000 Schrumpfungen», erklärt Trummer. Ende des letzten Jahres waren es 850 000 in Folie verpackte Sonderpackungen. «Bis Ende dieses Jahres erreichen wir die Millionengrenze.» Um alle Aufträge termingerecht erfüllen zu können, gäbe es eine Pausenüberbrückung. In der 15 Minuten dauernden Pause lösen die Betreuer die Mitarbeiter ab. «Das kommt auf beiden Seiten sehr gut an», sagte Manfred Trummer und erzählte lachend: «Auch ich komme dabei ins Schwitzen – und dies haben die Mitarbeiter wohlwollend bemerkt.»

Manfred Trummer freut sich, dass zunehmend Mitarbeiter auch bei externen Firmen arbeiten können. So scannen Borna-Mitarbeiter bei einem Kleiderlogistiker Kleidungsstücke ein oder sind für die regelmässige Leerung der Robidog-Kästen in Rothrist verantwortlich. Die Grösse der Gruppe hänge vom Kundenbedarf ab und die Zusammenstellung variiere täglich. «Diese externen Arbeiten sind eine enorme Abwechslung und Bereicherung für unsere Mitarbeitenden», sagte Trummer und fuhr fort: «Im direkten Kontakt erfahren sie eine ganz neue Bestätigung und Wertschätzung.»

Grünes Licht für Neubau

Ebenso wichtig sei, dass die Bevölkerung die Borna kennen lernt, unterstrich Verwaltungspräsident Felix Schönle. «Es sind unsere Mitarbeitenden, die der Arbeits- und Wohngemeinschaft Borna ein Gesicht geben.» Damit sich alle wohlfühlen, ist geplant die bestehenden Gebäude durch neue zu ersetzen und mehr externe Wohnplätze zu schaffen. In der vor 41 Jahren erstellten Arbeits- und Wohngemeinschaft fehlt Raum – nicht nur, um Ware zu lagern, sondern vor allem zum Leben und Arbeiten.

So ist ein Neubau schon länger geplant. Das Projekt lag aber bislang auf Eis, weil das kantonale Departement Bildung, Kultur und Sport (BKS) auf allen Bauten im Behindertenbereich ein Moratorium von zwei Jahren verhängt hatte. Kurz vor Ende des letzten Jahres genehmigte der Kanton nun die ersten beiden Phasen der Eingabe für den Borna-Neubau an der Gländstrasse. Wie Schönle informierte seien 38 Bewerbungen von Generalplanerteams im Präqualifikationsverfahren eingegangen. Die Baukommission wähle nun sechs aus, die am Projektwettbewerb für den Neubau teilnehmen dürfen. Die Anzahl der Arbeitsplätze bleibe gleich. Die Gesamtzahl der 78 Wohnplätze soll bis im Jahr 2022 auf 88 aufgestockt werden. Dafür wird gemäss Schönle der Anteil der internen Wohnplätze von 67 auf 48 Plätze reduziert.

Bewohner sind zufrieden

Dass die Bewohner die Borna schätzen, zeigte Gesamtleiterin Christine Lerch auf. Sie berief sich auf eine durchgeführte Umfrage, an der 70 der 81 Bewohner teilnahmen. «61 Bewohner gaben an, dass sie sich hier sehr wohl fühlen», sagte Lerch. 60 Bewohner erklärten, dass ein selbstbestimmter Alltag gut bis sehr gut möglich sei. Mit dem persönlichen Geldbetrag seien 54 zufrieden und 53 hätten angegeben, dass sie die Regeln und Abmachungen kennen. «Alle setzten sich ein und nur dank diesem Einsatz ist die Borna, was sie ist», betonte Verwaltungsratspräsident Felix Schönle.

«Chäferfest» in der Borna mit Marktbetrieb am Samstag, 15. Juni, 10 bis 19 Uhr. Um 13 und 17.30 Uhr Sam Stauffer mit Irish Folk und um 16 Uhr Bluesmusiker Marc Amacher.

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Ziehen an einem Strick (v.l.): Borna-Verwaltungsratspräsident Felix Schönle, Gesamtleiterin Christine Lerch und Werkstattbereichsleiter Manfred Trummer. (Bild: Emiliana Salvisberg)
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