Einfach ab- und ausschalten: Digitale Ruhe ist erholsam

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Schon lange habe ich mein iPhone nicht mehr ein paar Tage ausgeschaltet und mich damit aus dem digitalen Leben ausgeklinkt. Gut, nachts schalte ich das Ding aus, wenn ich schlafen gehe. Von wegen Strahlung und so. Man weiss ja nie, ob das Hirn nicht doch geschädigt wird. Geschädigt wird das Hirn vielleicht auch von all der Zerstreuung und Informationsflut, die übers Gerät täglich einströmen. Das war jetzt halbwegs Ironie. Denn ich bin ja Journalist und trage selber aktiv zur Flut bei. Mal schauen, was da wieder über WhatsApp auf dem kleinen Gerät in meiner Hand reinkam. Der Kollege aus Zürich schickt mir Fotos seiner Rhabarber-Wähe, seiner Pflanzen auf dem Balkon (zum x-ten Mal) oder seines neusten Ausflugsziels. Nett. Manchmal ein wenig inflationär. Eine andere Kollegin fragt nach meinem Wohlbefinden, untermalt von allerlei Emoticons. Dabei möchte ich eigentlich keinen Kontakt (mehr). Aber wie diplomatisch rüberbringen, ohne zu verletzen? Die digitale Kommunikation hat etwas Absolutes, da kann man nichts berichtigen oder erklären. Geschriebene Worte können wie Schwerter wirken. Beziehungen enden heute zuweilen per WhatsApp-Nachricht statt mit dem persönlichen Gespräch oder wenigstens mit einem Telefonanruf. Auch das sind Folgen der Digitalisierung. Abgesehen von all den positiven Effekten. Wie dem Wiederfinden von alten Freunden oder Klassenkameraden über die Sozialen Medien. Trotzdem: Wie wohltuend war es, als ich während eines Urlaubs in Marokko einige Tage lang weder Handy noch Laptop benutzte. Ich war da mit einem Bekannten unterwegs, der absolut nicht digital tickt. Das erleichtert die Sache ungemein. Nach der selbst gewählten Pause konnte ich es aber nicht lassen, im nächsten Hotel das WLAN-Password zu verlangen, und alsbald wieder online zu sein. Welcome back! Alsbald fühlte ich mich jedoch unruhig. Irgendwie machen die Dinger mich nervös. Missen will man sie trotzdem nicht. Doch ein wenig Kontrolle des eigenen digitalen Verhaltens täte gut. Denn eigentlich fühlt sich das Mailabrufen und News konsumieren alles nach Arbeit an, und das in den Ferien. «Abschalten» tut in verschiedener Hinsicht gut und ist in diesem Fall wörtlich zu nehmen. In den nächsten Ferien klinke ich mich deshalb wieder aus.

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