Amateurfussballer in den Ferien: Wer sich gehen lässt, muss leiden

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Ferien in der Saisonvorbereitung sind ein latentes Problem im Amateurfussball – dagegen machen kann man als Trainer wenig. (Bild: Shutterstock)

Sommerzeit bedeutet Ferienzeit – das gilt auch für die Regionalfussballer. Der Haken an der Sache: Die Vorbereitung für die neue Saison fällt just auf jene Tage, an welchen sich die Spieler fernab der Heimat an der Sonne bräunen lassen wollen. Der Konflikt mit dem Trainer ist somit vorprogrammiert. «Die letzten zwei Juli- und die erste Augustwoche sind die schlimmsten. In dieser Zeit sind die meisten Spieler mindestens zehn Tage weg», sagt Oscar Muino, Trainer des Zweitligisten FC Rothrist. Weil derzeit rund die Hälfte des Kaders fehlt, müsse er für Testspiele wie das von morgen Freitag gegen Gelterkinden innerhalb des Vereins auf mühsame Spielersuche gehen.

Oscar Muino hat allerdings aufgehört, sich über diesen Umstand zu ärgern. «Das Problem ist jedes Jahr das gleiche», sagt der Reider, «man muss das als Trainer einfach akzeptieren.» Trotzdem rät der 34-Jährige seinen Spielern, die Ferien wenn möglich Ende Juni oder anfangs Juli zu beziehen. Wenn aber jemand Betriebsferien oder Kinder hat, seien ihm als Trainer die Hände gebunden. «Vielleicht wäre es besser, wenn die Saison drei Wochen später beginnen würde. Dann könnten wir im August mindestens drei Wochen als Mannschaft zusammen trainieren», schlägt Muino vor.

Nur dürfte der Aargauische Fussballverband wenig Freude an dieser Lösung haben, weil die Vorrunde entsprechend später zu Ende ginge und so wegen des tendenziell schlechteren Wetters viele Spielverschiebungen drohen würden.

Die Leistung auf dem Platz zählt
Auch für André Grüter, Trainer des Erstligisten FC Schötz, ist die Situation nicht ideal. «Jammern bringt aber nichts. Die heutigen Spieler entstammen aus einer anderen Generation», erklärt er, «als aktiver Fussballer habe ich darauf geachtet, wann ich in die Ferien reise.» Von Strafmassnahmen wie etwa finanziellen Abzügen hält Grüter jedoch wenig. «Das wäre eine Möglichkeit, sorgt aber nur für unnötige Diskussionen und verärgert die Spieler. Ausserdem kümmert es sie nicht gross – leider», sagt er.

Lieber lässt der 40-Jährige die Auftritte auf dem Platz sprechen. Anhand von individuellen Leistungstest erkenne er ziemlich schnell, ob ein Spieler in den Ferien sportlich aktiv war oder nicht. «Je nach Resultat muss der Betroffene dann im Training umso mehr leiden», sagt Grüter schmunzelnd. Weil sein Kader breit genug ist, droht im schlimmsten Fall zum Saisonstart gar die Ersatzbank.

Eine Chance für die jungen Spieler
Bereits ein Testspiel absagen musste Flavio Catricalà. Der Trainer des SC Zofingen nimmt die Absenzen aber relativ gelassen hin. «Im Amateurfussball muss man damit leben. Für mich als Trainer ist das nicht tragisch, ich muss einfach anders planen», sagt er. Solange zwei Torhüter anwesend seien, könne man trotzdem ein intensives Training abhalten. Catricalà sieht in den vielen Abwesenheiten auch eine Chance für junge Akteure. «Wenn nur zehn Spieler im Training sind, können sie sich besser in Szene setzen», sagt er.

Der Oftringer betont, dass der Fussball für die meisten Leute nach wie vor ein Hobby ist und man niemandem die Ferien verbieten kann. «Wir sind keine Profis. Alle arbeiten oder besitzen eine Familie und haben es verdient, sich zu erholen», sagt Flavio Catricalà. Ausserdem weiss er aus eigener Erfahrung, dass die Spieler auch in den Ferien auf ihre Gesundheit achten. «Die meisten kehren zurück und sind nach zwei bis drei Tagen wieder fit.»

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