Michael Suter ist an der Faustball-WM der Mann im Hintergrund

Delegationsleiter Michael Suter (an der Bande stehend, Zweiter von rechts) engagiert sich mit viel Herzblut für den Faustballsport. (Bild: Fabio Baranzini)
Michael Suter sorgt an der WM dafür, dass im Schweizer Lager alles reibungslos verläuft. (Bild: Fabio Baranzini)

Seit Sonntag läuft in Winterthur die Faustball Weltmeisterschaft der Männer. An der Heim-WM wollen die Schweizer den grossen Coup landen und sich zum ersten Mal zum Weltmeister küren. Es wäre der verdiente Lohn für die konstant starken Leistungen in den letzten Jahren, in denen die Schweizer bei allen grossen Turnieren im Final standen. Aktuell sind die Schweizer WM-Zweiter, EM-Zweiter und World-Games-Finalist. Jedes Mal stand ihnen die Mannschaft aus Deutschland vor der Sonne. Auch in Winterthur sind die Deutschen die grossen Favoriten. Aber die Schweizer hoffen, mit dem Heimpublikum im Rücken den Exploit landen zu können.

Die Mannschaft von Trainer Oliver Lang überlässt an dieser Heim-WM nichts dem Zufall. Der Betreuerstab der Nationalmannschaft zählt beinahe gleich viele Mitglieder wie Spieler. Zusätzlich zu den zehn Athleten gehören drei Trainer, ein Arzt, eine Physiotherapeutin, der Medienverantwortliche und der Delegationsleiter zum Schweizer Team.

Hineingerutscht, weil er etwas zurückgeben wollte
Delegationsleiter ist der Aargauer Michael Suter. Er ist es, der während dieser Turnierwoche dafür sorgt, dass im Lager der Schweizer alles reibungslos läuft. «Für den Erfolg des Teams ist es essenziell, dass auch der Stab harmoniert und funktioniert», so Suter. «Genau das ist meine Aufgabe. Ähnlich wie ein Schiedsrichter möchte ich in meiner Funktion aber so wenig wie möglich wahrgenommen werden, damit sich die Spieler und Trainer ausschliesslich auf die Trainings und die Matches konzentrieren können.»

Michael Suter ist die Ansprechperson für alle Belange rund um das Schweizer Team. Er koordiniert die Termine, reserviert die Unterkunft, organisiert die Verpflegung, bucht die Trainingsplätze, ist bei der Tagesplanung involviert und fungiert als Schnittstelle zu den anderen Delegationen und dem internationalen Verband.

Seit 2013 ist Michael Suter Delegationsleiter der Schweizer Nationalmannschaft. Vor sieben Jahren rutschte er in diese Rolle hinein, weil die Schweizer für die World Games in Kolumbien unbedingt einen Betreuer brauchten, der Spanisch sprechen konnte. «Ich habe aber nicht nur deswegen zugesagt. Ich wollte dem Faustballsport etwas zurückgeben. Wenn wir Faustballer nur vom Verband und den Vereinen profitieren, ohne selber eine unterstützende Funktion zu übernehmen, funktioniert unser Sport nicht mehr», findet Suter, der im Alter von sieben Jahren in Vordemwald mit Faustball spielen begonnen hatte.

Heim-WM als Highlight – und Schlusspunkt
Mittlerweile ist Michael Suter nur noch selten auf dem Faustballfeld aktiv. Für seinen Sport engagiert er sich aber noch immer mit viel Herzblut. Er ist nicht nur Delegationsleiter der Männer-Nationalmannschaft, sondern war während sechs Jahren auch Trainer der U18-Auswahl der Frauen und ist derzeit Präsident des stärksten Aargauer Vereins STV Oberentfelden. Die Heim-WM in Winterthur ist für ihn ein Highlight in seiner Funktion als Delegationsleiter.

Gleichzeitig ist es auch der Schlusspunkt. Nach der WM wird er sein Amt niederlegen. «Als ich diesen Job vor sieben Jahren übernommen hatten, haben wir uns den WM-Titel zum Ziel gesetzt. Wir wussten, dass dies ein schwieriges Unterfangen werden würde, aber wir waren das letzte Mal nahe dran. Die Heim-WM in Winterthur ist nun eine einmalige Chance, dieses Ziel zu erreichen», so Suter, der in dieser Woche im Hintergrund noch einmal alles dafür tun wird, um die Schweizer Mannschaft zu unterstützen.

Und vielleicht können die Schweizer am Samstagabend auf der Schützenwiese in Winterthur den grössten Erfolg in der Geschichte des Faustballsports bejubeln.

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