Supermärkte und Friedhöfe

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Marc Benedetti

Die Ferienzeit ist vorbei, die frischen Eindrücke sind noch präsent. Auf Reisen besuche ich immer wieder gerne zwei Arten von Einrichtungen: Supermärkte zum einen, und Friedhöfe (sic!) zum anderen. Orte, die unterschiedlicher nicht sein könnten. An beiden erfährt man viel über die Kultur eines Landes. Bei den Supermärkten treibt mich die Neugier, was es in diesem Land für Delikatessen gibt und was ich allenfalls mitbringen könnte. Die Essgewohnheiten sind Teil einer ganzen (Ess)kultur eines Landes. In den französischen Supermärkten – ich war wieder einmal in den Ferien in meinem Heimatland – kommt ein Gourmet voll auf seine Kosten. Was mich immer wieder erstaunt, ist die Vielfalt an verschiedenen Schinkenarten, Terrinen und auch die zig Käsesorten. Ganz zu schweigen von den Fischabteilungen, wo in Meeresgegenden neben fangfrischen Fischen auf Eis auch vielerlei Krabben, Crevetten, Hummer und Muscheln einen ins Staunen versetzen. Neben diesen Orten des Genusses sind die Friedhöfe ein Kontrastprogramm. Es sind kontemplative Orte. Ich finde den Stil der Gräber interessant, der sich von Land zu Land unterscheidet. Italiener neigen dazu, die Grabsteine mit ovalen eingerahmten Fotos ihrer Liebsten zu verzieren – in der Schweiz mit ihren strikten Friedhofsordnungen nicht denkbar. Ich lese gerne die Namen der Verstorbenen oder diejenigen ganzer Familien, manchmal erfährt man auch etwas über die Berufe und weitere Details. In meinen Frankreich-Ferien, in der Bretagne, habe ich zwar einen Friedhof besucht; er war aber unspektakulär. Vor allem Paris hat, wie viele Metropolen, unglaublich spannende Friedhöfe. In den älteren gibt es Gräber und ganze Familien-Gruften, die oft noch aus dem 18. Jahrhundert stammen. Es gibt Prominenten-Gräber, zu denen «gepilgert» wird und wo Menschen Blumen niederlegen. Beispielsweise im Cimetière Père Lachaise am Grab von Edith Piaf oder dem jung gestorbenen Kultsänger Jim Morrison. Doch auch die Gräber ganz gewöhnlicher Sterblicher sind entdeckenswert. Sie sind oft mit vielerlei Botschaften der Hinterbliebenen geschmückt, die eine Geschichte über die Toten erzählen und und zuweilen anrühren. Über die Liebe liest man da, und den Schmerz der Hinterbliebenen. Als letzter Gedanke dazu: Liegen Tod und Genuss zuweilen nicht ganz nahe beieinander? Schon manchen hat nach einem üppigen Mahl oder einer Liebesnacht der Tod geholt.

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