Wenn Menschen Gott spielen

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Obwohl die letzte Tatortfolge «Maleficius» keine gute Kritik erhalten hat, brachte sie mich doch ins Grübeln. Dr. Bordauer, ein ambitionierter Hirnforscher, möchte die Menschheit mit der von ihr geschaffenen Künstlichen Intelligenz (KI) komplett verschmelzen lassen. Er führt Tests an einem Querschnittgelähmten durch, dem er verspricht, nach seinen Eingriffen wieder gehen zu können. Der fiktive Dr. Bordauer ist ein sogenannter Transhumanist. Die Bewegung strebt eine Verbesserung der menschlichen Biologie durch Technik und genetische Eingriffe an. Das grosse Ziel: Den Alterungsprozess stoppen.

Wie bitte? Bei der Recherche über Transhumanismus fühle ich mich, als ob ich die Rolle des naiven und verdutzten Mädchens in einem Science-Fiction-Thriller spiele, die als Erste von den Menschmaschinen zerquetscht, gelasert oder zerstampft wird. Ideen wie Chips, die unter die Haut transplantiert werden, um Autos oder Haustüren zu öffnen, erscheinen mir absurd. Das gibt es doch nur vereinzelt in den USA, oder? Falsch! Vor zwei Jahren machte der Schweizer Mike Schaffner medial die Runde. Der damals 27-Jährige erzählte von den drei Implantaten, die bei ihm unter die Haut seiner Hand gepflanzt wurden. So steckt in seiner Fingerkuppe ein kleiner Magnet, mit dem er ein Kribbeln im Finger spürt, wenn er zum Beispiel auf der Rolltreppe oder in der Nähe einer Stromleitung ist. Er nennt es «eine Erweiterung der Sinne». Welchen Nutzen diese Sinneserweiterung hat, wird für mich immer unklar bleiben. Ray Kurzweil, KI-Forscher, möchte sein Gehirn auf einen Computer laden – Mind-Upload genannt. Was ist schon dabei, gesünder, intelligenter und für immer zu leben?

Gerade im medizinischen Bereich gibt es eine Vielzahl von Entwicklungen, deren transhumanistische Veränderung der Gesellschaft ich durchaus plausibel finde (3D-Druck von Gliedmassen, Herzschrittmachern und vieles mehr). Wer garantiert aber, dass sich die Superintelligenz die Welt nicht untertan macht? Die Forscher sprechen davon, jede Menge Sicherheitsmechanismen einzubauen. Was die Frage aufwirft: Eine Superintelligenz wäre doch sicher in der Lage, jeden sie einschränkenden Mechanismus ausser Kraft zu setzen, sonst wäre sie keine Superintelligenz, oder? Ich war am Sonntag nach dem Tatort auf jeden Fall froh, auf den klassisch roten Ausschaltknopf meiner Fernbedienung zu drücken – und das TV-Gerät in die vorübergehende Dunkelheit zu verbannen.

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