Im Zwiegespräch mit einem Engel

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Seit langem befreundet und gemeinsam interessiert an der Literatur: der frühere evangelisch-methodistische Pfarrer Robert Seitz (links) und Urs Bangerter. Bild: H.B.

Zur Begrüssung in der Johanneskirche Strengelbach erwähnte Siegfried Stich, verantwortlich für die Veranstaltungen des Kulturplatzes, interessant seien nicht nur die überaus gut besuchten Konzerte. «Eine wichtige Säule in unseren Veranstaltungen ist auch die Literatur.» Zum Einstieg des Literaturabends am Freitag wandte sich ein alter Freund des Autors, Urs Bangerter, an die Besucher. «Ich bin selber ein ‹Bücherwurm› und schreibe regelmässig Buchbesprechungen.» Weiter erwähnte er fast ein wenig humorvoll, dass er gerne Spenden sammeln würde, damit das neuste Buch von Pfarrer Seitz «auch an alle Bischöfe in der Schweiz verschenkt werden könnte». Viele aktuelle Fragen der Religion würden angesprochen.

Einen Engel fragen, der auch Gegenfragen stellt

Mit seinem neusten Buch «Engel der Fragenden» möchte er vieles in Bewegung bringen, sagte der bekannte, pensionierte Methodisten-Pfarrer. «Es sollen neue Gedanken aufspriessen und das Abenteuer des Lebens nochmals beginnen lassen. Der Engel der Fragenden hat zwei Aufgaben.» An ihn könne man alle Fragen richten; dann stelle er aber auch Fragen – damit man nicht zu früh einschlafe. «Jenseits der Ansichten eines jeden Menschen, gibt es noch interessante Fragen und Welten.» Er habe kein Andachtsbuch geschrieben und zelebriere keine Dogmen. «Ich will nicht belehren und vor allem auch jungen Menschen entgegenkommen.» Diese lebten und gestalteten eine neue Welt mit ihrem Wissen und ihren Fragen.

Keine Religionen und Kirchen mehr, die das Leben bestimmen

Eine Fülle von Gedanken und Themen sind in den verschiedenen Abschnitten enthalten. Eindrücklich die Aussage von Seitz, dass der Mensch auf der Entdeckungsreise in die Welt feststelle, dass sich nicht das Alte wiederhole. «Es wird keine Religionen mehr geben, die einfach das Leben bestimmen und beherrschen dürfen.» Vor allem keine Gemeinschaften und Kirchen, die sich als die besten betrachten. Es gelte, über sich selber nachzudenken und einzusehen, dass man als ein Original geboren sei. Viele der angesprochenen Passagen geben Hinweise zu «Wer bin ich?». Eindrücklich ist der Abschnitt «Bilder vom Menschen». Die traditionellen Frauen- und Männerbilder werden hinterfragt. Deutlich wird der Autor, wenn es um die Homosexualität geht. «Die Kirchen werden sich einmal entschuldigen müssen, weil sie gleichgeschlechtliche Liebende nicht geliebt haben.» Die Kirche rede viel von Gnade und Liebe Gottes und gleichzeitig verbiete sie, gleichgeschlechtliche Frauen und Männer zu segnen oder zu trauen. Überaus deutlich die Aussage von Seitz: «Homosexualität ist Schöpfung, sie hat nichts mit Sünde zu tun.» Allgegenwärtig in dem überaus vielseitigen und interessanten Werk ist die Anregung «lieben statt belehren». Zum Schluss wies Robert Seitz auch auf die schönen Illustrationen der Hobby-Fotografin Karin De Marco hin, die das Buch auf einfühlsame Weise ergänzen. Profi-Musiker Martin Zangerl, ebenfalls aus Strengelbach, bereicherte mit Improvisationen den Anlass musikalisch. Beim Apéro gab es Gelegenheit zu guten Gesprächen mit Autor und Gästen.

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