Bertrand Piccard lobt Möriken-Wildeggs Solar-Pioniere

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Bertrand Piccard. © Michael Kueng;Michael Küng;
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Die überschüssige Energie der Überbauung Grabenweg wird unter anderem in der Gebäudehülle gespeichert. © mik

Einweihungen von Mehrfamilienhäusern sind normalerweise nichts Spektakuläres. Anders jedoch am vergangenen Freitag in Möriken-Wildegg, als die Überbauung Grabenweg mit 4 Mehrfamilienhäusern und insgesamt 35 Miet- und Eigentumswohnungen eingeweiht wurde. Durch Möriken hindurch säumten parkierte Autos die Hauptstrasse und der grosse Gemeindesaal war bis auf den letzten Platz besetzt, als Bertrand Piccard die Bühne betrat. Die Leistung hinter der neuen Minergie-Siedlung verglich der Forscher mit nichts Geringerem als seinem Projekt «Solar Impulse», das sich der Entwicklung von solarbetriebenen Leichtflugzeugen widmete: eine Pionier-Leistung.

Denn die Häuser speichern und verwalten Energie so effizient, dass sie übers Jahr gerechnet nicht mehr verbrauchen, als sie selber produzieren. Das zumindest die Hoffnung der Erbauer, die nun mit Messungen ermitteln werden, wie gut ihre Rechnung in der Praxis aufgeht. Demnach sollten die Solarzellen auf den Dächern im Sommer mehr Energie erzeugen, als in der Siedlung verbraucht wird.

Mit Software der Fachhochschule Nordwestschweiz

Die überschüssige Energie wird von einer neu entwickelten Software in der Gebäudemasse, im Warmwasser und in geparkten Elektroautos gespeichert. Mit Wärmesonden ausgestattet, erreicht die Siedlung den Minergie-P-Eco-Standard. Die Software wurde eigens an der Fachhochschule Nordwestschweiz entwickelt. So arbeiten die Wärmepumpen mit Wetterdaten, um die schwankenden Erträge aus den Solarzellen optimal ausgleichen zu können.

Das Projekt von Entwickler David Zogg und seinem Team wird vom Bundesamt für Energie unterstützt. «Als Fahrer von einem Elektroauto freue ich mich nun natürlich, in Zukunft viele neue Elektroautos zu sehen. Die Rahmenbedingungen sind nun ja geschaffen», sagte Gemeindeammann Hans-Jürg Reinhart (SVP) an die Adresse der Erbauer und der Bewohner der Siedlung. Und das Konzept funktioniert: Aktuell sind nur noch drei Mietwohnungen mit je 4½ Zimmer frei. (mik)

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