Mit der KuKu-Schliessung geht in Rothrist ein Standbein des Kulturlebens verloren

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Simone Eisenhut führte in die Philosophie der Malerei von Arthur Freuler ein. Bild: Kurt Buchmüller

Es ist kein Zufall, dass diese letzte Ausstellung von KUKU in Rothrist dem Werk von Arthur Freuler gilt. Von 1986 bis 2017 unterrichtete er an der Schule für Gestaltung in Bern für Porträt, Akt, Öl- und Acrylmalerei. Es ist die dritte Ausstellung des Künstlers im KUKU. Auch das hat seinen Grund: Willi Hofer, Initiant und Gründer der Galerie im Dachgeschoss der alten Spinnerei, habe von Freulers Kursen für visuelles Gestalten sehr profitiert, erklärte Gattin Elisabeth in der Begrüssung an der Vernissage. Es muss also eine Art Geistesverwandtschaft zwischen dem Künstler und dem Galeristen bestehen.

Auf der einen Seite der Kunstschaffende, auf der anderen der Vermittler aus der Überzeugung, dass dessen Gemälde wichtige, elementare Botschaften über den tieferen Sinn seiner Malerei enthalten. Und das ist tatsächlich der Fall. «Meine Malerei beabsichtigt nicht Wiedererkennbarkeit und Regelhaftes des Motivs. Sie will vielmehr die Vermutung zu motivbezogenen Ausnahmeerscheinungen anregen. Als Maler befasse ich mich weniger mit Wissen als mit Ahnung. Diese bedarf keiner Beweisführung, sie darf einseitig, unvollständig und fabulös sein. Darin liegt meine grosse Freiheit.» Im Gespräch fügte Arthur Freuler hinzu, das er organische Formen verarbeite, deren Wirkung und Interpretation er den Betrachtenden überlasse, die sich eigene Gedanken machen sollen. Der Malprozess verlaufe nicht nach vorgefasstem Plan, die Komposition entstehe erst während dem Malen.

Nicht nur Wahres wiedergeben

Nicht nur Wahres wiedergeben – Genau das soll die Malerei gemäss der Einführung in die Ausstellung durch Simone Eisenhut. Malerei ist und bleibe immer auch wahrscheinlich, also wahr zum Schein. «Geht es also um das Schöne in der Malerei? Oder geht es gar um Provokation?» sei die Frage. Man stelle sich vor: Ein Maler stehe vor der Staffelei und einer Leinwand, weiss und unschuldig. Mit den ersten Berührungen des Pinsels mit Farbe lasse sich etwas auf der Malfläche erahnen. Was wird entstehen auf der Fläche und im Auge der Betrachtenden?

Auf des Malers Schultern sitzen ein Engelchen links, näher beim Herz, und eines rechts, näher beim Verstand. «Mal was Schönes für die Ewigkeit und als Ode an die Erhabenheit der Schöpfung schaffen», meint der Engel links. «Mal vom Elend des Seins und der ewigen Pein malen» wünscht das Teufelchen. «Licht und bunt» will es das Engelchen, das Teufelchen verlangt Finsternis und Jammer. Dazwischen hadert der Maler, ob er nur ein «schönes» Bild malen soll oder eines, das auch provoziere. Darum weise Arthur Freuler die Berater weg und male, was seinem Kopf und Bauch entspringe, lautete die Begründung für seinen Stil.

«Gleich bleiben und ändern sei ein dauerndes Wechselspiel, dessen Kräfte uns fordern», fuhr Simone Eisenhut fort. Gleich bleiben bedeute Vertrautes, Sicherheit und Kontinuität, ändern heisse Aufbruch, Mut zur Handlung, Zuversicht bei Neuem. «Wir brauchen von beidem und können uns beim Bilderbetrachten wunderbar darin üben», lautete das Fazit.

Arthur Freulers 45 Bilder in der Ausstellung tragen zwar alle einen Namen, der aber nichts Genaues aussagt und darum vieldeutig ist. Alle sind reduziert, wirken ornamental und sind sehr sorgfältig in allen Details ausgearbeitet. Orte oder menschliche Personen kommen keine vor, dafür rätselhafte Fabelfiguren, die der Fantasie entsprungen sind. Als Lehrer an der Schule für Gestaltung beherrscht Arthur Freuler die Regeln der Proportionen und Farblehre. Es ist ein Genuss, in dieser Ausstellung eigene Ansichten und Eindrücke zu sammeln.

Öffnungszeiten: Bis am 13. Oktober jeweils am Freitag von 17 bis 20 Uhr, am Samstag und Sonntag von 14 bis 18 Uhr.

Führung durch den Künstler mit Apéro am Sonntag, 6. Oktober ab 11.30 Uhr.

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