Bierfest-Besuch sorgt für Ärgernis: «Der Verlierer ist der Amateur-Fussball»

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Für den FC Sarmenstorf hat der Besuch auf der Cannstatter Wasen Tradition. © keystone

Tobias Furrer ist enttäuscht. Mehr noch. Er ist frustriert. «Ich ärgere mich, dass es mit der Verschiebung des Spiels gegen den FC Rothrist nicht geklappt hat», sagt der 49-jährige Präsident des FC Sarmenstorf. «Der eigentliche Verlierer vom vergangenen Wochenende ist der Amateur-Fussball, dem mit dieser unsäglichen Geschichte ein Bärendienst erwiesen worden ist.»
Leicht grantig ist auch Sarmenstorf-Trainer Michael Winsauer. «Eine Spielverschiebung wäre für den FC Rothrist mit Sicherheit kein Problem gewesen», sagt der 37-jährige Österreicher. «Aber weil sich Rothrist-Vizepräsident Foti Konstantin stur stellte, mussten wir trotz der Absenz von vielen Stammspielern antreten. In unserer Startformation standen drei Senioren, die am Tag zuvor schon im Einsatz waren. Mich enttäuscht die ganze Geschichte vor allem von der menschlichen Seite.»

2000 Spielverschiebungen pro Jahr: «Das ist zu viel»

Klare Worte des Präsidenten, klare Worte des Trainers: Aber was ist genau passiert? Der Reihe nach: Der FC Sarmenstorf bat die Verantwortlichen des Aargauischen Fussballverbandes (AFV) vor der Veröffentlichung des 2.-Liga-Spielplans der Saison 2019/20 um ein spielfreies Wochenende am 5. und 6. Oktober. Der Grund: Die Sarmenstorfer unternehmen Anfang Oktober traditionsgemäss einen zweitägigen Ausflug nach Stuttgart an die Canstatter Wasen.

Es geht um die Förderung der Kameradschaft und den Zusammenhalt innerhalb des Vereins. Mit dabei waren diesmal 65 Mitglieder, darunter auch viele Spieler der ersten Mannschaft. Dem Wunsch für ein spielfreies Wochenende wurde von Seiten des AFV allerdings nicht entsprochen.

 
 

AFV-Geschäftsführer Hannes Hurter begründet die Absage wie folgt: «Wir müssen schauen, dass ein regulärer Spielbetrieb gewährleistet ist. Spielfreie Samstage und Sonntage sind nur dann möglich, wenn sich der jeweilige Gegner mit der Verschiebung einverstanden erklärt. Wir haben im Aargauer Fussball jetzt schon 2000 Verschiebungen pro Jahr. Diese Zahl ist schlicht und einfach zu hoch.»

Was tun? Der FC Sarmenstorf liess nicht locker und bat den FC Rothrist um eine Verschiebung. Drei Mails blieben unbeantwortet. Und telefonische Anfragen wurden mit Kommentaren «Das ist nicht unser Problem» abgetan.

Schliesslich nahm Trainer Winsauer einen letzten Anlauf und setzte sich mit Rothrist-Trainer Oscar Muino und Vizepräsident Foti Konstantin in Verbindung. Vergeblich! Und als eine erneute Anfrage beim AFV erfolglos blieb, musste der FC Sarmenstorf am vergangenen Samstag mit einem Rumpfteam in Rothrist antreten und verlor prompt 2:4.

Warum wird im Juni, Juli und August nicht gespielt?

Aus Sicht des FC Sarmenstorf sind die Enttäuschung, der Frust und der Ärger nachvollziehbar. Eines aber steht fest: Rein regeltechnisch haben sich die Verantwortlichen von Rothrist nichts zuschulden kommen lassen. «Wir haben beim FC Rothrist eine klare Devise», sagt Vizepräsident Konstantin. «Wenn wir den Meisterschaftsbetrieb im Herbst schon in zweieinhalb, drei Monaten durchboxen müssen, dann halten wir uns strikt an den Spielplan. Statt über Spielverschiebungen zu diskutieren sollte man sich lieber die Frage stellen, warum in der 2. Liga in den besten Fussball-Monaten Juni, Juli und August nicht gespielt wird.»

Bleibt die Pointe der Geschichte: Am 6. September kassierten die Senioren des SC Schöftland gegen Sarmenstorf eine 0:3-Forfaitniederlage. Der Grund: Schöftland hatte zu wenige Spieler und bat die Freiämter kurzfristig telefonisch um eine Verschiebung der Partie. Vergeblich! Die Freiämter gingen nicht auf das Anliegen von Schöftland ein. Was lernen wir daraus: Jeder ist sich selbst der Nächste.

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