EHC Olten auf dem richtigen Weg – SC Langenthal dank Stefan Tschannen

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Mit harten Bandagen: Oltens Esbjörn Fogstad Vold (links) im Zweikampf mit dem Chaux-de-Fonnier Konstantin Schmidt. (Bild: Urs Lindt/Freshfocus)

Eishockey kann so einfach sein. Kampf, Checks, Aufopferung, Konzentration, Abgeklärtheit – und ein Quäntchen Glück – gehören zu den Zutaten, die in jedem erfolgreichen Mix vorkommen sollten. Der EHC Olten brachte im Heimspiel gegen den HC La Chaux-de-Fonds von all diesen Ingredienzen so viel mit, dass am Ende ein zu knapper 3:1-Sieg herausschaute. Der vierte Meisterschaftserfolg in Serie der Powermäuse wurde von den 3000 Zuschauern verdientermassen mit viel Applaus belohnt. Knapp zwei Wochen nach dem unterirdischen Auftritt bei der 4:7-Heimniederlage gegen den HC Ajoie scheint die Mannschaft von Headcoach Fredrik Söderström endlich den richtigen Weg gefunden zu haben.

Wie sehr der Reifeprozess fortgeschritten ist, zeigte die Reaktion des Teams auf den unglücklichen Start. Schon in der 2. Minute gingen die Gäste aus dem Kanton Neuenburg in Führung. Was vor zwei Wochen noch zu einem totalen Kollaps geführt hätte, erschütterte die Oltner diesmal kein Bisschen. Im Gegenteil: Sie bewahrten kühlen Kopf, blieben geduldig und wurden für ihren nicht erlahmenden Kampfgeist korrekterweise belohnt. Der laufstarke Keijo Weibel glich noch vor der ersten Sirene aus. Jewgeni Schirjajew und Dion Knelsen (im Powerplay) sorgten im Mitteldrittel für die entscheidende Differenz.

Das souveräne letzte Drittel im Stil eines Spitzenteams
Wenn man dem EHCO an diesem Abend etwas ankreiden konnte, dann war es der etwas gar nonchalante Umgang mit den Torchancen. Mehrmals wurde der vorentscheidende, vierte Treffer verpasst, so dass La Chaux-de-Fonds dem Anschlusstreffer mehrmals gefährlich nahe kam. Aber Glück und der einmal mehr ausgezeichnete Silas Matthys im Tor verhinderten, dass es noch einmal wirklich spannend wurde im Kleinholz.

Was besonders Freude machte: Die Oltner gerieten nie in Panik, blieben aktiv und erlagen nie der Gefahr, den Vorsprung irgendwie über die Zeit bringen zu wollen. Ja, sie agierten schon fast so souverän wie ein Spitzenteam. Logisch, hatte Fredrik Söderström Freude an dem, was er von seiner Mannschaft gesehen hatte: «Heute war das erste Spiel, welches wir über 60 Minuten kontrollierten. Wir spielten clever und wie ein erwachsenes Team.»

Endlich ist die Akzeptanz da
Der Schwede hatte in der Vergangenheit immer wieder kritisiert, dass seine Spieler bisweilen unkoordiniert und unkontrolliert wie Junioren agieren. Jetzt sagt er: «Wir akzeptieren endlich, was für eine Mannschaft wir sind. Wir hatten lange Mühe, unsere Identität zu finden.» Wenn er auf die letzten fünf Spiele seit dem Ajoie-Match zurückblicke, dann merke man vor allem, was Erfolgserlebnisse mit einer Gruppe machen können. «Man hält sich ans System, man verzweifelt nicht, man versucht nicht irgendwelche Sachen auf eigene Faust. Zu Beginn der Saison waren wir zu verspielt, hatten an uns selber zu hohe Erwartungen und spürten zusätzlich noch den Druck von aussen – warum auch immer.»

Auch jetzt gerate man zwischendurch bisweilen in Schwierigkeiten. «Aber wir haben mit den Spielern darüber gesprochen, dass Probleme zum Eishockey dazugehören. Es kommt darauf an, wie man mit ihnen umgeht und darauf reagiert», erklärte der Oltner Headcoach.

Trotz der jüngsten Erfolgssträhne mahnte Fredrik Söderström auch nach dem Sieg gegen La Chaux-de-Fonds zur Demut: «Wir sind noch nicht dort, wo wir sein möchten. Aber wir bewegen uns in die richtige Richtung. Ich bin glücklich über die Punkte. Aber noch glücklicher über die Tatsache, dass meine Spieler offensichtlich langsam aber sicher verstehen, was ich von ihnen möchte.»

 

SC LANGENTHAL: Eine unnötige Zitterpartie
Eigentlich hatte der SC Langenthal gegen den HC Thurgau alles im Griff. Im ersten Abschnitt zeigten sich die Gastgeber sehr energisch, angriffig und auch erfolgreich. Vincenzo Küng verwertete in der 8. Minute in Überzahl einen Abpraller, Kelvin Walz lenkte einen Schuss (10.) zum 2:0 ab. Zwei Tage nach der 1:5-Niederlage in Kloten war spürbar, dass der SCL auf Wiedergutmachung aus war. Die im letzten Spiel mit 8:0 gegen Winterthur siegreichen Thurgauer hatten mit diesem Tempo grosse Mühe, oft kamen sie zu spät und mussten Chancen zulassen.

Fast schon fahrlässig gaben die Oberaargauer die gute Ausgangslage im zweiten Abschnitt aber aus der Hand. Zu passiv und zu wenig aggressiv sei man gewesen, monierte Trainer Jeff Campbell. Das hatte Folgen. In der 32. Minute war es Kellen Jones, der auf Pass seines Bruders Connor mit einem Direktschuss das 1:2 erzielte. Es folgte das 2:2, wobei Melvin Merola Mathieu Maret haarsträubend überlief und die Scheibe über Wüthrich hinweg ins Tor bewegte.

Thurgau war auch in der Folge vorerst besser und spielte sich mehr Möglichkeiten heraus. Langenthal brachte diese Schwächephase erst nach einigen Minuten im Schlussabschnitt unter Kontrolle. Auch deshalb entstand eine interessante Partie, was man nach dem ersten Abschnitt nicht hätte erwarten können.

Der 750. Tschannen-Punkt sorgt für den Sieg
Die Partie gipfelte dann zuerst in einem Schlussfurioso, bei dem es Langenthal in Überzahl verpasste, die Entscheidung herbeizuführen. In der Verlängerung war es dann Stefan Tschannen im Zusammenspiel mit Dario Kummer, der für den zweiten Zähler sorgte. Ein Doppelpass bei 3-gegen-3 führte dazu, dass er alleine vor dem Tor die Scheibe via Pfosten ins Tor lenkte. Für Tschannen war das bereits der 750. Punkt im SCL-Dress. «Natürlich sind solche Tore immer schön. Zugleich kann man sich aber auch fragen, ob man überhaupt in die Verlängerung hätte gehen müssen», so Tschannen, «aber Thurgau ist besser als früher. Sie gehören zu den Top-6-Teams und die muss man zuerst schlagen». Dass dies gelungen sei, sei zweifellos ein Plus dieses Abends, das für ihn unerklärliche Down im zweiten Abschnitt der Negativpunkt.

Olten - La Chaux-de-Fonds 3:1 (1:1, 2:0, 0:0)
Kleinholz. – 3023 Zuschauer. – SR: Borga/ Erard (Haag/Betschart). – Tore: 2. Hasani (Cameron) 0:1. 19. Weibel (Philipp Rytz) 1:1. 29. Schirjajew (Haas, Schwarzenbach) 2:1. 37. Knelsen (Nunn, Weisskopf; Ausschluss Cameron) 3:1. – Strafen: 5-mal 2 plus 10 Minuten (Philipp Rytz) gegen Olten, 6-mal 2 plus 10 Minuten (Cameron) gegen La Chaux-de-Fonds.
Olten: Matthys; Philipp Rytz, Lüthi; Eigenmann, Elsener; Sartori, Weisskopf; Heughebaert, Maurer; Wyss, Knelsen, Nunn; Haas, Schirjajew, Schwarzenbach; Weibel, Rexha, Weder; Fogstad Vold, Rudolf, Lanz.
La Chaux-de-Fonds: Mathis; Jaquet, Zubler; Hofmann, Barbero; Ahlström, Fontana; Grezet; Augsburger, Coffman, Holdener; Schmidt, Tanner, Karaffa; Hasani, Mieville, Cameron; Dubois, Wetzel, Bogdanoff.
Bemerkungen: Olten ohne Rouiller, Horansky (verletzt), Truttmann (überzählig) und Salzgeber (SCL Tigers U20). 5. Lattenschuss Eigenmann.

Langenthal - Thurgau 3:2 n.V. (2:0, 0:2, 0:0, 1:0)
Schoren. – 1989 Zuschauer. – SR: Massy/Staudenmann, Steenstra/Pitton. – Tore: 8. Küng (Tschannen, Müller/Ausschluss Engeler) 1:0. 10. Walz (Maret, Clark) 2:0. 32. K. Jones (C. Jones) 2:1. 37. Merola (Scheidegger) 2:2. 62. Tschannen (Kummer) 3:2. – Strafen: 4-mal 2 Minuten gegen Langenthal, 4-mal 2 Minuten plus 1mal 10 Minuten (Seiler) gegen Thurgau.
Langenthal: Wüthrich; Müller, Christen; Weber, Pienitz; Henauer, Maret; Wieszinski, Dähler; Tschannen, Clark, Melnalksnis; Küng, Kummer, Sterchi; Gerber, Kläy, Walz; Bärtschi, Schläpfer, Nyffeler.
Thurgau: Aeberhard; Parati, Seiler; Wildhaber, Scheidegger; Collenberg, Fechtig; Engeler, Kellenberger; J. Loosli, C. Jones, K. Jones; Hobi, Rundqvist, Merola; Altorfer, Brändli, Rehak; Niedermaier, Hollenstein, Frei.
Bemerkungen: Langenthal ohne Benik, Bircher, Gyger (alle verletzt), Seydoux (krank), Derungs (gesperrt) und Suleski (Partnerteam). Thurgau ohne M. Loosli und Moosmann (beide verletzt). 57. Time-out Langenthal.

Alle Resultate und die Tabelle finden Sie hier.

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