Wie so oft kommt es ganz anders

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Zwei Liebespaare haben sich gefunden, statt Champagner, wie wär’s mit Tee? Bilder. Alfred Weigel
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Das Team der Theatergesellschaft Rothrist verdankt nach der Premiere mit Applaus die anspruchsvolle Technik.

Theaterregisseur Ueli Hirzel und Regieassistentin Katja Elze leisteten hervorragende Arbeit, um ein hochdramatisches, aber köstliches Theaterstück mit acht professionell agierenden Bühnenakteuren zu inszenieren. Nicht nur ihnen, auch den Figuren, die sie verkörpern, ist die Theaterwelt nicht fremd. Zu sehen ist die Komödie derzeit im Breitensaal in Rothrist.

Henry Böhm ist ein Filmstar, zumindest war er das. Den Zenit seiner Karriere hat er längst überschritten. In drittklassigen Filmen bekommt er noch kleine Rollen. Auch mit der Liebe klappt es nicht. Einzig der Alkohol steht ihm treu zur Seite. Henry sieht nur einen Ausweg, doch der Plan ist mörderisch. Im Hotel Imperial, wo ein Film mit ihm gedreht werden soll, will er noch einmal für Schlagzeilen sorgen. Bevor es so weit ist, bereitet Hoteldirektor Alexander Nauer alias Christian Rugolo und der Zimmerkellner Felix Hubacher, gespielt von Alex Schmid, alles für den Empfang des Leinwandstars vor. Die dem Alkoholkonsum verfallene Schwester des Hoteliers, Katharina Nauer, verkörpert von Esther Müller, erschwert die Vorbereitungen. Einfacher wird die Situation nicht, als die Regieassistentin Isabelle Steiner aufkreuzt, die ein Auge auf den Zimmerkellner geworfen hat. Doch der denkt an eine andere.

Schlüsselszenen mit Lachsalven bedacht

«Erschiessen sie mich, nach meinem Tod leg ich nochmals 50 000 Franken drauf». Doch der Angesprochene stellt sich anfängerhaft an, den Mord zu vollbringen. Ist er am Ende gar nicht der Auftragskiller? Das Stichwort «Öpfel» funktioniert nicht, trotz mehrmaligen Rufens, das Leben geht weiter. «Das Killerkommando hat den Lehrling geschickt», tönt es lapidar aus dem Mund des Zimmerkellners. Der Schuss fällt, mit ihm der Vorhang zum dritten Akt. «Das Leben ist unfair, man bestellt einen Killer, dann kommt die perfekte Frau daher». Ob Henry’s Worte einen Sinneswandel andeuten oder ob er zu spät kommt, kann nur ein Theaterbesuch beantworten.

Als Regieassistentin überzeugt Lara Huwyler auf erfrischende Weise und Chris Bohn ist die Rolle des tragischen Filmschauspielers Henry Böhm wie auf den Leib geschnitten. Der Schauspieler kleinerer Statur entwickelt Grösse mit zunehmender Spieldauer, überragt mit Gestik und feiner Betonung in der Bemerkung scheinbarer Nebensächlichkeiten. Zweideutige Dialoge treiben die Spannung auf die Spitze. Marcel Gerber als mysteriöser Fremder öffnet und schliesst Türen, sein Gesicht hinter einem Lampenschirm versteckend macht den Eindruck, wie der Spion, der aus der Kälte kam. Manuela Kissling wirkt als männerfressende Carmen Kaiser und Henrys Filmpartnerin absolut authentisch. Die zweifelhafte Rolle der Journalistin Julia Martin (Saskia König) bringt endlich Licht ins Dunkel der Vorgänge. Doch der versierte Theaterbesucher ahnt es bereits im ersten Akt, am Ende kommt es anders.

«Das Stück kennt keine Haupt- oder Nebenrollen, den Text zum Leben zu bringen war die Schwierigkeit» sagt Regisseur Ueli Hirzel nach bestandener Premiere. «Der erste Akt erkundet Personen und Handlung – eine Schlüsselszene ist, als Henry sich outet, sein Leben zu beenden», so Alex Schmid in seiner zweiten Rolle im Rothrister Theater. Der zweite und dritte ist dann Theater, legt er nach.

Und wie sieht Chris Bohn seine tragisch-komische Rolle als Henry Böhm? «Die schauspielerische Leistung ist der Wechsel von den melancholischen Momenten zur Liebesszene». Ihre persönliche Premiere beging Lara Huwyler. Die 17-jährige Brittnauerin recherchierte nach Theatergruppen im März. Zum richtigen Zeitpunkt meldete sie sich in Rothrist und bekam prompt eine Rolle. Die eigentliche Hauptrolle spielt das

Sofa – Verzweiflung und dramatische Liebesszenen wechseln sich ab. «Wie wär’s mit Tee?» von Enrico Maurer ist ein neues Schweizer Theaterstück, zum ersten Mal wird es im Kanton Aargau aufgeführt. Der Präsident der Theatergesellschaft Rothrist, Christoph Müller, und sein Team ha- ben damit eine gute Wahl getroffen.

Weitere Komödien-Aufführungen der Theatergesellschaft im Breitensaal Rothrist am:

Donnerstag, 7. November

Freitag, 8. November

Samstag 9. November

Die Vorstellung beginnt um 20 Uhr. Warme Küche und Bar sind ab 18.30 Uhr geöffnet.

Vorverkauf auf https://theater-rothrist.ch

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