Opus 48 präsentierte eine vielfältige Klangpalette

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Der Chor Opus 48 bot mit den unterschiedlichen musikalischen Stilen ein anspruchsvolles Programm. Bilder: Stefan Glur
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Jürg Zurmühle spielt die japanische Bambusflöte Shakuhachi.
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Die Orgelintermezzi von Tobias Willi fügten sich nahtlos ein.

«Weisses Kleid, rosa Kleid; überall, wo man hinschaut, blüht es unter dem Himmel. Nebel? Wolken? Der Duft der Kirschblüten erfüllt die Frühlingsluft. Kommt und seht, Kirschblütenzeit!» Mit dem Lied «Sakura», einer japanischen Volksweise, eröffnete der Chor Opus 48 zusammen mit Orgel und Shakuhachi das Konzert in der Stadtkirche Zofingen. Einem Windhauch gleich durchströmte die meditative Musik das Publikum.

Shakuhachi, die japanische Bambusflöte, die im 8. Jahrhundert aus China nach Japan eingeführt wurde und sich im 17. Jahrhundert zu einem Meditationsinstrument buddhistischer Mönche entwickelte, wurde von Jürg Fuyûzui Zurmühle gespielt. Die urtümliche, unvirtuose Musik und die Einfachheit des Instruments faszinieren Zurmühle, seit er zum ersten Mal mit dem Instrument in Kontakt gekommen ist. Der für unsere Ohren ungewohnte Klang der Bambusflöte mischte sich schön mit dem Klang der Orgel. Tobias Willi, Hauptorganist an der Johanneskirche in Zürich, untermalte den Gesang sehr gefühlvoll. Seine Orgelintermezzi fügten sich wunderbar ins Programm ein.

Vom eingangs erwähnten Lied «Sakura» spannte sich nun im Konzert ein grosser musikalischer Bogen. Traditionellen japanischen Klängen, gespielt auf der Shakuhachi, folgte das Orgelstück «Tiento XXXVI» von Correa de Arauxo. Anschliessend interpretierte der Chor Renaissancemusik «Nunc Dimitis» (Lobgesang des Simeon) und «Popule» Meus von Tomas Luis de Victoria und «O bone Jesu» von Marc Antonio Ingegneri. Mal begleitete die Shakuhachi, mal die Orgel, mal beide.

Die Motetten «Miserere» von Fabrizio Dentice und «Ecce, quomodo moritur» leiteten dann zum Orgelwerk «Fantaisie sur le Requiem» von Eustace du Caurroy über. Tobias Willi überzeugte mit seinem Orgelspiel. Die vielen Klangfarben und Registrierungen, die er auf der Zofinger Orgel zum Klingen brachte und die differenzierte Interpretation der Werke gefielen.

Es folgte ein weiteres Requiem. Die musikalisch umgesetzte Totenmesse von Maurice Duruflé, einem Komponisten aus dem 20. Jahrhundert, brachte dem Chor nach einer Stunde ruhiger Musik die Gelegenheit, eine neue dynamische Bandbreite zu zeigen. Die Sängerinnen und Sänger von Opus 48 brachten eine ganz neue Strahlkraft zum Tragen. Der musikalische Leiter Peter Baumann führte die Sängerinnen und Sänger stilsicher und gekonnt durch das Programm. Die unterschiedlichen musikalischen Stile, die Instrumente mit dem Gesang, das alles war sehr durchdacht, sensibel und vertieft umgesetzt.

Das war nicht einfach ein Konzert, das war ein Eintauchen in musikalische Sphären. Anspruchsvoll für Sängerinnen und Sänger, aber auch für das Publikum.

Nach einer Improvisation von Flöte und Orgel folgte ein Orgelwerk von Olivier Messiaën. Ein Werk von spiritueller Energie und geprägt vom tiefen Glauben des Komponisten. Messiaëns Musik spricht eine ganz eigene musikalische Sprache. Fast schon wie ein kleiner Wirbelsturm, wirbelten die Töne durch den Kirchenraum und überraschten die Besucherinnen und Besucher.

Die französische Komponistin Lili Boulanger ist eine der bedeutendsten Frauengestalten in der Musikgeschichte. Ihr Werk «Vieille prière bouddhique» führte zurück zum Anfang des Konzerts.

Wie ein Hauch Erinnerung erklang nochmals «Sakura» und als es plötzlich ruhig wurde, regte sich niemand und eine schöne Stille breitete sich in der Stadtkirche aus.

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