Monumentalwerk der Musikgeschichte aufgeführt

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Das Ensemble Glarean, die Solothurner Vokalisten und das Barockorchester Grenzklang in der Klosterkirche St. Urban. Bild: M.B.

Am vergangenen Sonntag wurde die Messe in h-moll von Johann Sebastian Bach in der Klosterkirche dargeboten. Nach Meinung aller Fachleute und Liebhaber handelt es sich bei dieser Komposition unbestreitbar um eines der bedeutendsten Werke der Musikgeschichte. Bach hat an seinem Meisterwerk mehrere Jahrzehnte gearbeitet und es erst kurz vor seinem Tod fertiggestellt. Trotzdem hört es sich an, als sei es aus einem Guss geschaffen. Zu Bachs Lebzeiten ist es aber wohl nie in ganzer Länge aufgeführt worden.

Monumentales Werk drei Mal aufgeführt

Das Ensemble Glarean, die Solothurner Vokalisten und das Barockorchester Grenzklang haben sich zusammengetan, um dieses monumentale Werk unter der Leitung von Patrick Oetterli insgesamt dreimal aufzuführen – einmal davon in St. Urban. Gleich von den ersten Takten an wird man in den Bann des einzigartigen Oeuvres gezogen. Das «Kyrie eleison», «Herr, erbarme dich», ist gleichsam der Beginn einer zwei Stunden dauernden Reise, die einen in andere, höhere Sphären führt. Es folgen die weiteren Stationen der katholischen Messe, Gloria, Credo, Sanctus und Agnus Dei, welche den Sängerinnen und Sängern wie auch den Musikerinnen und Musikern alles abverlangen. Doch haben sie all die Klippen und die heiklen Passagen mit Bravour und mit einer scheinbaren Leichtigkeit bewältigt, die von einer immensen Hochachtung dem Komponisten und dem Werk gegenüber zeugen. Beispielhaft erwähnt seien hierzu etwa das «Qui sedes at dexteram patris», das von Madeleine Merz hervorragend interpretiert wurde, oder das unerhört dichte «Crucifixus» und das darauf folgende strahlende «Et resurrexit» zur Auferstehung. Nicht zu vergessen sind auch die historischen oder nach historischem Vorbild nachgebauten Instrumente des Grenzklang Barockorchesters, welche durch ihren speziellen Klang ein Hörerlebnis der besonderen Art bieten, man denke etwa an das Waldhorn oder die Oboe d’Amore. Die Wirkung eines Musikstücks hängt auch immer von der Umgebung ab, in der es gespielt wird.

Wo käme ein solches Werk besser zur Geltung?

Und so hat der prächtige Raum der ehemaligen Klosterkirche das Seinige zum Kunstgenuss beigetragen; denn wo käme die ganze Schönheit eines Werks wie der Messe in h-moll besser zur Geltung als in einer Barockkirche? Musik und Architektur gehen eine ästhetische Symbiose ein. Der Beweis dafür, dass grosse Kunst die Jahrhunderte überdauert und zeitlos ist. Zum Schluss spendete das begeisterte Publikum einen lang anhaltenden, warmen Applaus, was von Orchester und Gesangsvirtuosen mit einer Zugabe – der Wiederholung des Friedensgrusses «Dona nobis pacem» – verdankt wurde. (M. B.)

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