Eine Botschaft an Trolle und Hater

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Philippe Pfister

Diese Woche wurde ich an eine Mail erinnert, die mich schon vor einiger Zeit erreichte. Von «rotem Gesocks» war darin die Rede, von «linken Weibern», «Pack» und «Schmarotzern». Zum «Gesocks», so hielt der Verfasser eindeutig fest, zählte dieser auch mich. Wie hätten Sie reagiert? Antworten? Ignorieren? Löschen? Der Grund der Reminiszenz war diese Woche das Erscheinen eines Leitfadens für exponierte SP-Leute. Titel: «Umgang mit Hass, Beleidigungen und Drohungen». Verglichen mit dem, was manche im Rampenlicht stehende Frauen und Männer erleben, ist das «Gesocks»-Mail harmlos. Und es ist bemerkenswert, dass im Zuge der ersten Session des neuen Parlaments ein Ratgeber erscheint, der beispielsweise dazu rät, Droh- und Hassbriefe in Archivschachteln zu sammeln, «sie jedoch aus Gründen der Psychohygiene wenn möglich im Keller oder auf dem Estrich zu lagern.» Sind viele, die in der Öffentlichkeit stehen, einfach nur dünnhäutig geworden? Vielleicht trifft das zu einem gewissen Grad zu. Aber Fakt ist auch, dass die Grenzen der Meinungsfreiheit immer neu ausgelotet werden müssen. Das Internet und die sozialen Medien haben ein Terrain eröffnet, auf dem viel Unsicherheit herrschte - und immer noch herrscht. Möglich ist in diesem Raum beides: Ihn für die freie Meinung so offen wie möglich zu halten – und gleichzeitig Trolle und Hater konsequent anzuzeigen. Ich hoffe, in der neuen Legislatur gehen nicht nur die Parlamentarierinnen und Parlamentarier der SP diesen Weg.

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Es lebe die Sprache!

Daniel Barrer
schrieb am 22.12.2019 22:26
Mit Interesse habe ich diesen Artikel gelesen und bin verunsichert. Meiner Reminiszenz gemäss finde ich "Trolle" als Naturgeister in Märchen und dergleichen. Doch der Artikel lehrt mich, dass solcherart Geister nun auch im Internet zu finden seien. Bei "Hater" muss es sich um ein Missverständnis handeln: Die Frage, ob "Hat er" oder "hat er" nicht, der Schreiber der erwähnten E-Mail (oder etwa doch ein Brief (engl. mail)?), die Grenze des Strafbaren überschritten, stellt sich gemäss dem Autor ja gar nicht. Ein Anzeige wäre also angebracht, doch die Flood der elektronischen Straftäter ist derart huge, dass man let it be? Müssen also nicht nur die Grenzen der Anwendung der deutschen Sprache sondern auch deren Verenglischung immer neu ausgelotet oder so offen wie möglich gehalten werden? Ernsthaft oder nur zum Spass? Schliesslich ist es für die EmpfängerInnen nicht immer funny.
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