Vor 20 Jahren, als das Zofinger Tagblatt Amor spielen wollte ...

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Alex Bissola ist froh und glücklich darüber, wie alles gekommen ist. (Bild: Larissa Hunziker)
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Ausriss aus dem ZT vom 7. Januar 2000.

«Ein Finanzverwalter zum Verlieben!» Diesen ungewöhnliche Titel konnte man am 7. Januar 2000 im Zofinger Tagblatt lesen. Hauptdarsteller der nachfolgenden Geschichte war der Kirchleerauer Finanzverwalter Alex Bissola. Mit einem launigen Text und vier erfrischenden Fotos erzählte Barbara Vogt, die Autorin des Artikels, wie Bissolas Traumfrau denn sein müsste. Dargestellt wurde der damals knapp 30-jährige Moosleerauer als junger, unternehmungslustiger, humorvoller, sportlicher Mann, der auf diesem Wege hoffte, die Richtige zu finden. Natürlich war die ganze Geschichte mit einem Augenzwinkern zu geniessen.

Der Spott seiner Kollegen war ihm gewiss

20 Jahre später kann Alex Bissola herzhaft lachen, als er den Artikel über sich wieder liest. «Das war alles nur ein Jux, weil bei der Zeitung damals Flaute herrschte», erklärt der heute 49-Jährige. «Barbara Vogt, die Autorin des Artikels, fragte mich im Sommer 1999 bei einem Besuch auf der Gemeindekanzlei in Kirchleerau, ob ich ihr nicht eine gute Story hätte.» So habe er vorgeschlagen, sie könne ja über ihn und seine Suche nach einer Frau schreiben. «Ich war damals seit längerem Single und für diesen Spass absolut zu haben.» Ein halbes Jahr später, im Januar 2000, erschien der Verkupplungsartikel dann wirklich.

Die Reaktionen liessen nicht lange auf sich warten. «Meine Kollegen überschütteten mich mit Häme und neckten mich bei jeder Gelegenheit», erzählt Bissola. Im Sportclub Schöftland habe der Trainer zu Beginn des Trainings die Zeitungsseite mit seinem Artikel aufgehängt, dann hätten alle erst mal eine Runde gelacht. Bissola kann sich bei diesen Erinnerungen ein Lachen ebenfalls nicht verkneifen.

Liebestechnische Resonanz blieb aber leider fast völlig aus. «Ich erhielt nur einen Brief von einer Frau», sagt Bissola, der seit einigen Jahren wieder in Moosleerau lebt und bereits seit 28 Jahren bei der Gemeindeverwaltung Kirchleerau arbeitet. «Ich habe mich dann einmal mit dieser Frau getroffen. Sie gab mir danach zu verstehen, dass sie mich nicht noch mal sehen will.» Das Zofinger Tagblatt wurde also nicht zu Liebesgott Amor.

Ebenfalls Anfang 2000 wurde Bissola von einem Finanzverwalterkollegen bei «SwissDate» angemeldet. Die Kuppelsendung lief auf TeleZüri und stellte jede Woche einen Single vor, dem drei Kandidaten respektive Kandidatinnen vorgestellt wurden. Alex Bissola war einer dieser Kandidaten. «Das war eine ziemlich abgekartete Show, aber ich fand es spannend, mal hinter die Kulissen zu sehen.» Immerhin war hier die Resonanz des weiblichen Geschlechts deutlich besser, Bissola erhielt einen Stapel voller Briefe. «Mit einigen Frauen bin ich mal weggegangen, aber der Funke sprang nirgends über.»

Von da an war Bissola bei seinen Kollegen als der bekannt, der noch eine Frau sucht. Entsprechend wurde ihm in jedem Ausgang wohlwollend unter die Arme gegriffen. «Ich hatte dann einige Beziehungen, die nach einer gewissen Zeit aber wieder in die Brüche gingen.» 2011 lernte er schliesslich seine jetzige Ehefrau kennen. Sie arbeitete im Restaurant Bären in Kölliken, in dem Bissola eines Tages mit Freunden ass. «Sie gefiel mir, und so ass ich in den nächsten Tagen einige Male dort», lacht Bissola. Der Rest ist Geschichte. Am 7. Juli 2014 heirateten die beiden und bezogen noch im selben Jahr ihr Haus in Moosleerau. 2015 und 2017 kamen die beiden Söhne auf die Welt. «Jetzt muss ich nur noch einen Baum pflanzen, so sagt man doch!»

Im Nachhinein ist Bissola froh darüber, wie alles gekommen ist. Als Einziges würde er sich vielleicht wünschen, eher Vater geworden zu sein. «Aber ich könnte heute nicht glücklicher sein.» Und wer weiss, vielleicht ist das Zofinger Tagblatt an diesem Liebesglück doch ein kleines bisschen beteiligt.

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