Marienburg in Wikon wird an Luzerner Immobilienfirma verkauft

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Die Marienburg besteht aus dem Kloster sowie den Gebäuden des ehemaligen Töchterninstituts. Der markante Betonanbau stammt aus den 1970er-Jahren. (Bild: Marc Benedetti)
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Der markante Betonanbau stammt aus den 1970er-Jahren. (Bild: Marc Benedetti)
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Die Transterra Immobilien AG aus Luzern ist die Käuferin der Liegenschaften Marienburg (Archivbild ZT)

Die Frauenklöster Marienburg in Wikon und St. Niklaus von Flüe in Melchtal OW haben ihre Liegenschaften an eine Immobilienfirma verkauft. Die verbliebenen Benediktinerinnen beider Klöster sind nach ihrem Auszug im Februar 2019 in Sarnen zu Hause. Seither stehen die Liegenschaften leer (wir berichteten).

Käuferin der beiden Liegenschaften per 1. Januar 2020 ist die Transterra Immobilien AG aus Luzern. Dies teilte die Stiftung «Ora et Labora – Leben im Kloster» gestern mit. Sie hatte die Verhandlungen zwischen den beiden Schwesterngemeinschaften als Besitzerinnen und der Käuferschaft geführt.

Der Stiftungsratspräsident Hanspeter Kiser sagte auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA, es hätte viele und sehr unterschiedliche Bewerber für die beiden Liegenschaften gegeben. Dass beide Objekte an die gleiche Käuferin gegangen seien, habe man nicht angestrebt. Es habe sich so ergeben, «weil das Gesamtpaket am besten gestimmt habe». Über den Verkaufspreis haben die Parteien Stillschweigen vereinbart. Er ist laut Kiser «akzeptabel». Er diene der finanziellen Absicherung der Schwesterngemeinschaften.

Nicht erwünscht: Extreme religiöse Gemeinschaften

Kiser wies darauf hin, dass der Zustand der Immobilien, die seit einem Jahr leer stehen, massive Investitionen bedinge. Zudem gebe es Auflagen der Denkmalpflege und Einschränkungen durch die geltenden Zonenregelungen, in denen sich die Klöster befänden (siehe Box). Die Transterra Immobilien AG habe Erfahrung mit alten Liegenschaften, sagte Kiser weiter. Ausschlaggebend für den Zuschlag sei auch gewesen, dass man einen vollständigen Verkauf anstrebte, also etwa landwirtschaftliche Grundstücke und Gebäude als Paket veräussern wollte. Zudem seien die Schwesterngemeinschaften erleichtert über den recht schnellen Verkauf, hätten sie doch Unterhaltskosten zu tragen gehabt. Die Benediktinerinnen sicherten vertraglich ab, dass der Geschichte, der Tradition und den Werten der Klosterliegenschaften Rechnung getragen wird. So sollen die Liegenschaften etwa nicht extreme religiöse Gemeinschaften beherbergen. Auch der Friedhof der Nonnen müsse weiter gepflegt und die Grabesruhe gewährleistet sein.

Auch Zwischennutzungen denkbar

Die neuen Besitzer lassen in einem ersten Schritt den regionalen Bedarf analysieren und erarbeiten verschiedene mögliche Konzeptstudien. Bis feststeht, was mit den Liegenschaften passiert, könnten zwei bis vier Jahre vergehen, sagte Hanspeter Kiser. Denkbar seien auch Zwischennutzungen. Ronald Joho, der Mediensprecher der Transterra Immobilien AG, sagt auf Anfrage dieser Zeitung zum Grund des Kaufs: «Solche Liegenschaften sind nicht alltäglich und speziell. Von der Lage her sind sie sehr schön und haben eine lange Geschichte, der wir Respekt entgegenbringen.» Man wolle mit dem Kauf sicherstellen, dass diese weitergehe. Spezialisten für Projektentwicklung würden die nächsten Jahre eine Auslegeordnung machen, was überhaupt möglich sei in Wikon und Melchtal. «Die Nutzungen werden sich an die Tradition der Liegenschaften anlehnen», sagt Joho. Diese Rahmenbedingung sei auch bei Zwischennutzungen zu erfüllen, über die man die Öffentlichkeit informieren werde. Konkrete Nutzungsideen gebe es noch nicht. Die Transterra Immobilien ist ein Familienunternehmen und gehört dem Bauunternehmer Bruno Amberg. Die Firma besitzt in der Stadt Luzern auch das ehemalige Stadtgefängnis am Löwengraben und das Hotel Seeburg.

Die Gemeindepräsidentin Wikons ist erfreut über die getroffene Lösung. «Es bewegt unsere Bevölkerung sehr, wie es mit der Marienburg weitergeht», sagt Michaela Tschuor. Diese gebe der Gemeinde ein Gesicht. Es sei sehr erfreulich zu wissen, dass die Marienburg im Sinne der Schwesterngemeinschaft in verantwortungsvolle Hände übergeben worden sei. (sda/ben)

Marienburg ein grosses Anwesen

Das Anwesen der Marienburg ob Wikon ist gross. Es hat eine grundbuchliche Fläche von 28 000 Quadratmetern. Der Landwirtschaftsbetrieb Schlosshof beim Parkplatz mit dem «Reiterhof Schlosshof-Ranch» gehört ebenfalls dazu. Er hat 6000 Quadratmeter Fläche. Den Ordensschwestern gehörten zudem weitere landwirtschaftliche Flächen in Wikon, die an Bauern verpachtet sind.

Das Schloss und die Marienburg liegen gemäss aktueller Zonenplanung der Gemeinde Wikon in der Landwirtschaftszone. Diese ist von einer archäologischen Zone überlagert. Östlich grenzt eine Naturschutzzone an. Damit werden die naturnah bewirtschafteten Grünlandflächen geschützt. (ben)

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