Neue Gesamtschule am Bach: 4-Tage-Woche und keine Schulnoten

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Die beiden Lehrerinnen Michaela Otz Will (45) aus Safenwil (links) und Edith Hartmann (58) aus Pfaffnau posieren an einem Schulpult in einem der geplanten Gruppenräume. (Bilder: Marc Benedetti)
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Die Schule wird sich in der rechten Hälfte dieses Doppelfamilienhauses am Muttibach befinden.

Bis zu zwanzig Erst- bis Sechstklässler könnten ab dem neuen Schuljahr in die altersdurchmischte Klasse der neuen Gesamtschule am Bach, kurz GSB, eintreten. Damit erfüllen sich die Gründerinnen Michaela Otz Will (45) aus Safenwil und Edith Hartmann (58) aus Pfaffnau einen lang ersehnten Wunsch. Die beiden Lehrerinnen teilen seit Jahren die Begeisterung für den Lehrberuf – aber auch den Unmut über fehlende Ressourcen an Volksschulen. «In den letzten Jahren gab es in allen Kantonen grosse Sparmassnahmen im Bildungsbereich – und das auf Kosten der Schulkinder», sagt Otz. Zudem hören sie im privaten Umfeld immer wieder das gleiche Lamento von Eltern: Der Druck auf Schulkinder und Eltern sei sehr gross geworden.

Interessenten, aber noch keine Anmeldungen

Seit Beginn des neuen Jahres haben sie mit der Akquise begonnen. Michaela Otz und Edith Hartmann sind nicht nur Gründerinnen, sondern sie werden auch als Lehrerinnen fungieren. Die Klasse mit den zwei Lehrpersonen soll aus rund 15 Kindern bestehen. Platz hätten sie in den Räumlichkeiten für 20, sagt Otz. «Dann müssten wir aber noch eine weitere Berufskollegin oder einen weiteren Berufskollegen dazuholen.» Bis jetzt gebe es erst Interessenten und noch keine Anmeldungen. «Wir werden im Sommer aber auf jeden Fall starten – ob mit zwanzig oder nur mit zwei Schülern.

Die Lehrerinnen wollen Kinder beziehungsweise Eltern ansprechen, die mit dem Schulunterricht in der Volksschule unzufrieden sind – oder sich eine individuellere Schulbildung wünschen. Die GSB kann als klassische Tagesschule mit Mittagsangebot gesehen werden. So sollen die Kinder einen halben Tag draussen verbringen. Zudem verzichtet die bald staatlich anerkannte Schule auf die Vergabe von Schulnoten. «Es widerstrebt mir, Leistung mit Tests und Noten zu belegen. Wir pflegen eine Pädagogik der Erfolgserlebnisse», sagt Otz. Als «Wohlfühl-Schule» mag sie das Projekt aber nicht sehen.

Am Lehrplan 21 orientiert

Ihre Schule ist am Lehrplan 21 orientiert und nicht an einer Idee der Reform-Pädagogik. So habe auch bei ihnen der Umgang mit Informations- und Kommunikationstechnik einen hohen Stellenwert. Ein besonderes Merkmal ist indessen die propagierte Vier-Tage-Woche. Der Freitag ist ein Bonustag: Die Kinder können im Schulhaus betreut werden, müssen aber nicht. «Es liegt an den Eltern, ob sie den Freitag als zusätzlichen Tag für ein Familienwochenende benutzen möchten – oder eben nicht», sagt Otz. So möchte das Team die familiäre Bindung stärken; ohne dass das Wochenende für Hausaufgaben oder Förderunterricht draufgeht.

Der Unterricht ist nicht einkommensabhängig und kostet im Monat pauschal 1650 Franken. Zielpublikum der GSB seien Kinder von berufstätigen Mittelschicht-Eltern, deren Bedürfnisse in einer öffentlichen Schule nicht vollumfänglich abgedeckt werden können, sagt Otz. Dass es im Allgemeinen einen Trend zu Privatschulen gibt, nimmt auch sie wahr. Und sieht nicht nur Positives darin: «Auch ich will keine amerikanischen Verhältnisse, wo nur noch Randgruppen in der Volksschule verbleiben.» Die öffentliche Schule möchte die zurzeit in Reiden tätige Lehrerin nicht schlechtreden – sie mache das Beste aus ihren Möglichkeiten. Auch Hartmann arbeitet zurzeit noch als Primarlehrerin in Reiden.

Im Kanton Luzern gibt es nur wenige Privatschulen

Gemäss OECD besucht in den USA jedes zehnte schulpflichtige Kind eine Privatschule. In der Schweiz wird dieser Wert wesentlich kleiner sein. Schliesslich gab es im Schuljahr 2017/2018 im Kanton Luzern gemäss Bundesamt für Statistik elf private Primarschulen. Dem gegenüber standen 203 öffentliche.

Die GSB wird sich in der einen Hälfte eines Doppelfamilienhauses am Muttibach in Pfaffnau befinden; dessen Räume werden entsprechend umgenutzt. Das Baugesuch liegt zurzeit in der Gemeindekanzlei auf. Einsprachen dazu seien bereits eingegangen, sagt Daniel Roth, Leiter Bau in Pfaffnau. Die Gemeinde werde die Nutzungsänderung prüfen. Solange die kantonalen Vorschriften eingehalten werden, werde der Bewilligung stattgegeben. Der Gemeinderat spreche sich allgemein positiv zum Projekt aus, sagt Gemeindepräsident Thomas Grüter (CVP).

Am 25. Februar findet um 19.30 Uhr der erste Infoabend für interessierte Eltern in der GSB statt. Anmeldungen und Infos unter www.gsambach.ch

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