Mit 55 Jahren wagte sie einen Neuanfang als Schulleiterin

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Fühlt sich in Safenwil wohl: Primarschulleiterin Madelaine Passerini-Lustenberger. (Bild: Larissa Hunziker)
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Seit Oktober ist Madelaine Passerini-Lustenberger in einem 35 Prozentpensum für die Leitung der Primarschule Safenwilzuständig. (Larissa Hunziker)

Der Pausengong ertönt, die Türen der Schulzimmer im Primarschulhaus Safenwil werden aufgestossen, die Schüler strömen auf den Gang, es herrscht ein wildes Durcheinander. Mittendrin: Madelaine Passerini-Lustenberger. Seit Oktober letzten Jahres ist sie die Schulleiterin der Primarschule Safenwil und damit Dreh- und Angelpunkt, was die Sorgen und Anliegen der Lehrpersonen, der Schüler und ihren Eltern anbelangt.

Dass sie einmal Schulleiterin sein würde, hätte sich Passerini vor ein paar Jahren noch nicht vorstellen können. Denn die heute 56-Jährige hat einen ganz anderen beruflichen Hintergrund. Während den letzten 15 Jahren war sie im Departement Bildung, Kultur und Sport (BKS) beim Aargauer Kuratorium als Fachspezialistin Kulturförderung angestellt und zuständig für diverse Kunstsparten, unter anderem für Theater, Tanz und Literatur. Als stellvertretende Geschäftsführerin des Kuratoriums führte sie zudem diverse Arbeitsgruppen und trug die Verantwortung für vier Künstlerateliers im In- und Ausland. Davor war Passerini im Gleichstellungs- und Bildungsbereich tätig.

Die Schule ist in der Familie häufig ein Thema

«Zur Schule kam ich unter anderem dank meines bildungsaffinen Umfelds», sagt Passerini. Ihr Partner ist Realschullehrer, eine ihrer Töchter ist schulische Heilpädagogin, der Sohn Primarlehrer. Klar, dass da am Tisch das Thema Schule dominiert. «Durch die vielen Gespräche bekam ich mit, was an den Schulen vorgeht, was sie bewegt. Das hat mich irgendwann sehr neugierig gemacht.» Deshalb und weil die Schulleitung ähnliche Strukturen aufweist, wie sie sie beim Kuratorium kannte, entschloss sie sich dazu, den CAS «Mit Führungserfahrung eine Schule leiten» an der Pädagogischen Hochschule Luzern zu absolvieren.

Die Arbeit beim Kuratorium gefiel ihr zu diesem Zeitpunkt nach wie vor sehr gut. «Ich würde die Stelle sogar als einen absoluten Traumjob beschreiben», sagt Passerini. In den vergangenen Frühlingsferien, die sie mit ihrem Partner und Freunden verbrachte, war dann aber auch ihre persönliche Zukunft ein Thema. «Ich habe überlegt, was ich mit den fast zehn Arbeitsjahren, die ich noch vor mir habe, anfangen möchte. Da spürte ich, dass ich eine neue Herausforderung brauche. Nach meinem ersten Arbeitstag nach den Ferien war klar: «Das war es, jetzt muss etwas Neues kommen».» Am Tag darauf schickte sie ihre Bewerbung für die Stelle als Schulleiterin in Safenwil ab, auf die sie ihre Tochter aufmerksam gemacht hatte. Einen Tag später musste sie überraschend die Geschäftsführung des Aargauer Kuratoriums übernehmen. «Eine glückliche Fügung, dass ich die Bewerbung einen Tag früher abgeschickt hatte.» Zehn Tage später folgte die Einladung zum Vorstellungsgespräch.

Sie möchte ihr Pensum langfristig erhöhen

«Als Quereinsteigerin und in meinem Alter habe ich nicht damit gerechnet, dass es so schnell klappen würde. Als nach dem Vorstellungsgespräch die Zusage von Safenwil kam, war klar, diese Herausforderung nehme ich an!» Es habe sich von Anfang an richtig angefühlt, diesen Wechsel zu vollziehen, meint Passerini. Seit Oktober ist sie nun in einem 35 Prozentpensum für die Leitung der Primarschule zuständig. «Es ist mein Wunsch, dass ich mein Pensum langfristig erhöhen werde», sagt sie. Denn momentan sei es schwierig, an den drei Tagen, an denen sie anwesend ist, alles zu erledigen.

Aber einiges konnte sie zur eigenen Zufriedenheit schon erreichen. So hat Passerini mit allen Lehrpersonen Kennenlerngespräche geführt, in denen es darum ging, was die Lehrpersonen von ihr als Schulleiterin erwarten und wie es ihnen allgemein an der Primarschule gefällt. «Das Feedback zur Schule war durchweg positiv, wir haben ein sehr motiviertes Team», sagt Passerini. Von ihr als Schulleiterin würden die Lehrpersonen wollen, dass sie ihnen den Rücken stärke, ein offenes Ohr habe und sie einbeziehe.

«Das entspricht meiner Philosophie. Ich möchte einen partizipativen Umgang mit den Lehrpersonen und meinen zwei Schulleiterkollegen führen.» Denn sie sei überzeugt, dass man im Team zu besseren Lösungen komme.

Am Festakt soll es etwas Kulturelles geben

Noch immer ist die Kultur ein wichtiger Teil ihres Lebens, gerne besucht sie auch weiterhin kulturelle Veranstaltungen. «Kultur ist und bleibt eine Herzensangelegenheit», sagt Madelaine Passerini. Im kommenden Herbst findet in Lenzburg eine grössere Theaterproduktion in der Alten Seifenfabrik statt, für die sie als Produktionsleiterin engagiert ist. Ob und wie sie an der Primarschule Safenwil für mehr Kulturelles sorgen will, weiss Passerini noch nicht. «Auf alle Fälle bin ich aber in der Jugendfestkommission.» Für sie ist klar, dass am Safenwiler Jugendfest 2021 am Festtag auch etwas Kulturelles aufgeführt wird.

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