«Das ist inakzeptabel»: EHC Olten verliert zum dritten Mal in Folge

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Der EHC Olten, hier im Bild Daniel Eigenmann (l.) und Jewgeni Schirjajew, nahm die GCK Lions auf die leichte Schulter. (Bild: freshfocus)

Fredrik Söderström erscheint mit zerzaustem Haar und gerötetem Gesicht zum Interview, der Blutdruck offensichtlich noch erhöht. «Das war ein miserables Spiel, ungenügend und in vielerlei Hinsicht absolut inakzeptabel. Ich habe viel höhere Erwartungen an uns als Team, aber insbesondere an einige unserer Spieler.» Wen der EHCO-Trainer damit meinte, wollte er nicht explizit aussprechen. «Ich erwarte von unseren Führungsspielern auch in solchen Spielen mehr Führungsqualitäten.»

«Nichtsdestotrotz gelang es uns noch, einen Punkt zu holen», strich Dominic Weder das wenig Positive nach dem 4:5 heraus. Er war es, der 89 Sekunden vor Ende einen Abpraller verwertete und Olten in die Verlängerung schickte. Dort liess der EHCO, wie am Mittwoch gegen Kloten, Topchancen aus, um den Zusatzpunkt zu holen. Stattdessen traf GCK-Topskorer Ryan Hayes in den Schlusssekunden zum Sieg.

Das Time-out in der 7. Minute

Das Unheil nahm schon früh seinen Lauf. Söderström sah sich gezwungen, in der siebten Minute nach einem Eigentor von Anthony Rouiller, der vor dem Tor kniend die Scheibe ablenkte, das Time-out zu nehmen. Auch danach brachten die Oltner kaum ein Bein vors andere. Selbst in sechs Minuten Überzahl im Startdrittel schafften es die Powermäuse nicht, die Lethargie abzulegen und Intensität aufs Eis zu bringen.

Mit Fogstad Volds Ablenkertor auf einen scharfen Haas-Pass zum 1:1 erwachte der EHCO aus dem Tiefschlaf. Doch just in jener Phase, in der die Powermäuse das Spieldiktat übernahmen, nutzten die GCK Lions abermalige Unkonzentriertheiten aus. Auf das 1:2 folgte das 1:3 und als die Junglöwen 15 Minuten vor Ende im Powerplay auf 4:1 erhöhten, schien die Sache gelaufen.

Doch der EHCO wäre nicht im Spitzentrio vertreten, würde er in solchen Situationen nicht etwas Charakter beweisen. Mit Gary Nunns Powerplaytor liessen die Hausherren noch einmal Hoffnung aufkeimen. Erst recht, als Philipp Rytz den 3:4-Anschlusstreffer erzielte. In der Folge setzten die Oltner alles auf eine Karte, woraus sich ein Hin und Her ergab – und der Treffer, der in die Verlängerung führte. «Es war ein starkes Zeichen, dass wir uns nicht geschlagen gaben und nicht aufgehört haben, Eishockey zu spielen. Das waren überzeugende fünf, sechs Schlussminuten, aber bis dahin gibt es nichts schönzureden und meine Worte in der Kabine gegenüber dem Team waren deutlich: Einen solchen Auftritt wollen wir nicht akzeptieren.»

Olten geht also mit drei Niederlagen in Serie in die Nationalmannschaftspause und absolviert nun während drei Tagen in Engelberg ein Trainingslager. Danach stehen die letzten zwei Qualifikationsspiele in Winterthur und gegen Biasca Ticino an.

Die Blamage des SC Langenthal

Deutlicher hätte der topmotivierte Tabellenführer EHC Kloten dem SC Langenthal die Grenzen nicht aufzeigen können. Die Langenthaler waren nicht nur chancenlos, sie sahen teilweise aus wie Statisten, die gegen Künstler antraten. Den Zürchern und deren Fans gefiel das: Ihre Spieler tänzelten immer wieder durch die gegnerische Abwehr, dabei drehten sie sich phasenweise um die eigene Achse, kombinierten nach Lust und Laune.

Wieso dem so war? Langenthal konnte vor allem in körperlichen Auseinandersetzungen dem Gegner das Wasser nicht annähernd reichen – und als die Oberaargauer dann auch noch begannen, sich passiv zu verhalten, wurde der Auftritt erst recht blamabel. Zeitweise wurde dem Gegner der rote Teppich ausgelegt, mehrmals kam dieser mit Überzahl vors Tor und kreierte so Chancen im Sekundentakt.

Dabei sah es zu Beginn noch harmlos aus. Zwar lag Langenthal schon nach einem Drittel mit 0:2 zurück, hatte bis dahin aber noch vereinzelt Möglichkeiten, zu skoren. In der 11. Minute beispielsweise dribbelte sich Rückkehrer Simon Sterchi überragend durch die gegnerische Abwehr, als er zuerst Gian Janett tunnelte, dann aber an Torhüter Dominic Nyffeler scheiterte. Auch Andrew Clark hätte kurz vor der ersten Pause alleine vor Nyffeler für einen SCL-Treffer sorgen können. Als das 0:3 gefallen war, gelang es Langenthals Ian Derungs, immerhin zwei Minuten später auf 1:3 zu verkürzen.

Dann aber war endgültig Schluss mit «noch harmlos». Kloten drehte auf und demontierte den SCL in dessen Einzelteile. Jeffrey Füglister und Gian Janett sorgten für das 5:1, das Philip Wüthrichs Einsatz beendete, Roman Knellwolf, Marco Truttmann und Eric Faille trafen gegen Ersatzmann Connor Hughes, sodass es nach zwei Dritteln bereits 8:1 stand. Im zweiten Drittel fielen somit sechs Tore, zum «Stängeli» reichte es aber nicht, weil der Gast aus Kloten das Tempo drosselte.

Kommt es im Viertelfinale zum Derby gegen Olten?

«Ich hoffe, dass die Mannschaft weiss, dass das heute peinlich war», sagte SCL-Trainer Jeff Campbell. Man sei im Kopf nicht bereit gewesen, «und wenn man das gegen das Top-Team der Liga nicht ist, werden sie dich schlagen». Dies passierte dann eben in aller Deutlichkeit. Weil der EHC Olten auch Punkte liegen liess, scheint es fast sicher, dass es im Viertelfinale zum Derby kommt. Nach dem Auftritt gegen den EHC Kloten dürften sich die Oberaargauer darauf aber kaum freuen.

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