Die Asylunterkunft Frick leert sich – am 18. März ziehen die letzten aus

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Drei Jahre lang lebten die Asylsuchenden im «Container-Dörfli» im ehemaligen A3-Werkhof. © Severin Bigler (8. Mai 2017

Die Tage der kantonalen Asylunterkunft im ehemaligen A3-­Werkhof in Frick sind gezählt: Am 18.März verlassen die letzten Asylsuchenden Frick. Aktuell leben noch 36 Personen in der Unterkunft. In den Spitzenzeiten waren bis zu 160 Asylsuchende im «Container-Dörfli», wie die Asylunterkunft wegen der Wohncontainer, die in den Werkhallen aufgestellt wurden, auch genannt wurde, untergebracht.

Dass die Unterkunft im Frühjahr 2020 geschlossen wird, war schon bei der Eröffnung im April 2017 so vorgesehen; die Gemeinde Frick hatte die Bewilligung auf drei Jahre befristet erteilt. Eine Verlängerung dieser Bewilligung stand nicht zur Diskussion.

Der Kanton zieht nach den drei Betriebsjahren eine positive Bilanz. «Der Betrieb ist weitgehend ruhig und störungsfrei verlaufen», sagt Emek Sahin, Fachspezialistin Kommunikation beim zuständigen Departement Gesundheit und Soziales, auf Anfrage. Auch die Reaktionen aus der Nachbarschaft und der Bevölkerung seien mehrheitlich positiv gewesen.

«Es hat sich gezeigt, dass sich die sorgfältige Planung im Vorfeld der Eröffnung zusammen mit den Gemeindebehörden, den Blaulichtorganisationen, der Betreuungsfirma ORS Service AG und weiteren Partnern ausbezahlt hat», so Sahin. Sie spricht von arbeitsintensiven und aufwendigen baulichen Vorarbeiten für die Bereitstellung der Unterkunft.

Die Arbeiten im Vorfeld wertet auch Michael Widmer, Gemeindeschreiber von Frick, als zentral für das Gelingen. «Die grösste Herausforderung war, aus einem Autobahnwerkhof eine Asylunterkunft zu schaffen, die den Anforderungen an eine menschenwürdige Unterkunft genügte.»

Freiwillige leisteten ­wertvollen Dienst

Dies ist auch aus Sicht der Gemeinde geglückt. Die Gemeinde zieht denn auch ebenfalls eine «sehr positive Bilanz», wie Widmer sagt. Der Betrieb der Unterkunft ist aus seiner Sicht reibungslos verlaufen. Dieser war bei bis zu 160 Asylsuchenden durchaus anspruchsvoll, wie Sahin sagt. «Ein geregeltes Zusammenleben von bis zu 160 Personen unter einem Dach zu garantieren, ist für das Betreuungspersonal immer herausfordernd.»

Zum reibungslosen Betrieb haben laut Wid­mer verschiedene Faktoren beigetragen. Erstens alle Bewohner der Unterkunft, die sich korrekt verhalten haben. Zweitens sieht er es als Vorteil an, dass die Unterkunft nicht direkt in einem Wohnquartier oder neben einer Schule liegt, aber doch nahe dem Zentrum und von Einkaufsmöglichkeiten ist.

Drittens trug für Widmer zum guten Ablauf bei, dass die Asylsuchenden rund um die Uhr durch die ORS Service AG betreut wurden. «Ganz wichtig war auch, dass sich die kantonalen Behörden, die Betreuerfirma, die Kantons- und Regionalpolizei und die Gemeinde regelmässig ausgetauscht haben», so Widmer.

Der Gemeindeschreiber hebt zudem den Einsatz der freiwilligen Helfer der Kontaktgruppe Asyl Frick hervor, die sich um die Asylsuchenden gekümmert haben. Ein weiteres Plus sei das Programm «Arbeit und Beschäftigung» gewesen, das sowohl bei den Arbeitgebern als auch bei den Asylsuchenden auf grossen Anklang gestossen sei.

Ein Lob für den Einsatz der freiwilligen Helfer kommt auch vom Kanton. «Das Engagement der Bevölkerung im Freiwilligenbereich hat dazu beigetragen, dass Kontakte zwischen Bevölkerung und den Bewohnern der Unterkunft möglich waren», sagt Sahin. Es seien diverse Projekte wie Sprachkurse oder Beschäftigung initiiert worden, «die einen wertvollen Beitrag zu einem friedlichen Miteinander geleistet haben».

Die Zukunft des Werkhofs ist noch offen

Was mit den Containern Ende März, wenn die Unterkunft geräumt ist, passiert, ob sie also verkauft, eingelagert oder weiter verwendet werden, ist laut Sahin noch offen. Ebenso, was aus dem ehemaligen Autobahnwerkhof nach der Schliessung der Asylunterkunft wird. «Die zukünftige Nutzung des Areals wird durch das Departement Bau, Verkehr und Umwelt geklärt und später durch den Regierungsrat festgelegt», so ­Sahin. Man stünde in engem Kontakt mit den zuständigen kantonalen Behörden, sagt Widmer. «Im Moment ist noch nichts entschieden.»

Klar ist jedoch, was die Gemeinde nicht will – und was der Kanton ursprünglich für den ehemaligen Werkhof angedacht hatte: ihn zum Lager für das Kantonale Katastrophen Einsatzelement umfunktionieren. «Die Lage ist zu wertvoll, um dort Zivilschutzmaterial einzulagern», sagt Widmer. Der Gemeinderat wünsche sich an dieser zentralen Verkehrslage «mittelfristig eine gewerbliche Nutzung mit Arbeitsplätzen vor Ort».

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