Militärdienst ohne Karriereknick – und ein Mosaikstein für den Erfolg?

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Daniel Eich, Chiara Leone und Joel Roth (von links) müssen dank der Spitzensport-RS keinen Rückschritt in Sachen Training in Kauf nehmen. (Bild: Manuel Geisser)

Vergangenes Wochenende wurden die aktuellen Rekruten der Spitzensport-RS zu Soldaten befördert. Dabei waren auch drei Aargauer: Daniel Eich aus Gebenstorf, Chiara Leone aus Frick und Joël Roth aus Kölliken. In ihren jeweiligen Sportarten Judo, Schiessen und Rad, Mountainbike sind die drei Soldaten ganz vorne mit dabei. Der 20-jährige Daniel Eich ist fast zwei Meter gross und bringt knapp etwas über 100 kg auf die Waage. Ideale Voraussetzung für seine Leidenschaft Judo. An seiner Sportart gefällt ihm, dass sie sehr vielfältig ist, es gäbe viele verschiedene Techniken. Zudem ist es Eich wichtig, beim Kämpfen den gesamten Körper benutzen zu können. «Du brauchst den ganzen Körper, du brauchst Kraft, Ausdauer und Schnelligkeit», beschreibt der Kämpfer.

Der Aargauer hat sich für die Spitzensport-RS entschieden, damit er nicht ein halbes Jahr pausieren muss. Er vergleicht die normale RS mit einer Sportverletzung in Bezug zum Profisport: «Wenn man ein halbes Jahr ausfällt, muss das zwar nicht das Ende der Karriere bedeuten, aber es ist ein Rückschritt. Genau wie bei einer Verletzung auch.» Er sagt aber, bei einer Verletzung könne man nach wie vor gewisse Dinge noch trainieren. Im Militär sei die mögliche Trainingszeit nur sehr beschränkt vorhanden.

Einblick in den Profi-Alltag
Umso wichtiger ist deshalb die Spitzensport-RS, die auch finanzielle Unterstützung für Profisportler bietet. Gerade in Randsportarten wie Judo haben die Sportrekruten so die Möglichkeit, weiterhin ihren Sport als Profi auszuüben. Auch die 21-jährige Chiara Leone profitiert von der Spitzensport-RS. «Für mich ist die Spitzensport-RS eine Trainingsmöglichkeit. Damit bietet sich die Chance, einen Einblick in den Alltag eines Profis zu bekommen», sagt sie.

Leone ist nicht die einzige Frau in der Spitzensport-RS. Mit rund 11 Prozent ist der Frauenanteil verhältnismässig hoch. Die Frickerin ist stolz darauf, die RS machen zu können. Chiara Leone ist nun die zweite Saison in der Elite dabei. Bereits in ihrer ersten Saison holte sie an der Schweizer Meisterschaft Bronze. Ihr Weg an die Spitze begann als Hobby, nachdem ihr Vater sie mitnahm an ein öffentliches Volksschiessen. Von Anfang an war die Aargauerin fasziniert von diesem Sport und hat danach gleich weitergemacht.

Damals war sie neun Jahre alt. Bis sie aber intensiv trainierte und auch an Wettkämpfen teilnahm, ging es noch fünf bis sechs Jahre. Verhältnismässig spät, mit 16 Jahren, kam sie ins Regionalkader und an schweizweite Anlässe. Damit war der Grundstein für eine Profikarriere gelegt.

Wie geht es nach der RS weiter?
Nach der RS beginnt Leone im Herbst trotz grosser Sporterfolge ein Studium in Lebensmittelwissenschaften. Doch das Schiessen wird sie nicht aufgeben. Sie wird Teilzeit studieren und bleibt somit Halbprofi im Schiessen. Auch hier profitiert sie zusätzlich von der Spitzensport-RS. Die anfallenden WK-Tage können von den Sportlerinnen und Sportlern für Wettkämpfe oder zusätzliche Trainings genutzt werden.

Ganz anders sieht es beim gleichaltrigen Joël Roth aus. Schon mit acht Jahren fuhr er viel auf dem Velo herum. Auf den Rat seiner Mutter hin schloss sich der Kölliker einem Verein in Gränichen an. Und mit 14 Jahren begann der Rad- und Mountainbike-Fahrer, regelmässig zu trainieren. Sobald er seine Lehre als Koch im Jahr 2017 abgeschlossen hatte, setzte er alles auf eine Karte und fuhr nur noch Rad. Für ihn war die Spitzensport-RS somit der nahezu einzig richtige Weg. «Es war schon relativ früh klar, dass ich das machen will und auch machen kann», sagt Roth.

Selbständiger auf die grosse Ziele hinarbeiten
Seit Anfang dieses Jahres ist der Kölliker Teil des Biketeams Solothurn. Bis jetzt war er mit seinen Eltern unterwegs, doch nun war es Zeit für einen Wechsel: «Meine Eltern haben alles organisiert und das ist auch sehr nett von ihnen. Aber mit 21 Jahren willst du dann mal selbstständiger werden und die Dinge selber in die Hand nehmen.»

Joel Roth hat klare Ziele. Dieses Jahr will er an der U23-WM und EM jeweils Medaillen holen. Langfristig gesehen hat er die Olympischen Spiele 2024 in Paris im Blick. Dort dabei sein zu können, sei sein Ziel. Doch er betont, dass eine olympische Teilnahme bei den meisten Athleten in seinem Umfeld wohl das Ziel sei. Es wird sich zeigen, welche Athletinnen und Athleten ihre hohen Ziele erreichen und die Schweiz international an Grossanlässen vertreten werden.

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