Eine Fehlerorgie führt den EHC Olten zum Playoff-Auftakt ins Verderben

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Hier muss Langenthals Robin Nyffeler (rechts) gegen Oltens Anthony Rouiller noch einstecken, am Ende jubelten aber die Gelb-Blauen. (Bild: Claudio Thoma/Freshfocus)

73 Sekunden der Verlängerung sind absolviert, da kullert die Scheibe nach einer Aneinanderreihung individueller Fehler EHCO-Torhüter Simon Rytz zwischen den Beinen hindurch über die Torlinie – es ist der entscheidende 4:5-Gegentreffer, mit welchem Aussenseiter Langenthal das Break perfekt macht und in der Viertelfinal-Serie 1:0 in Führung geht. Dieser Schlusspunkt durch Langenthals Dario Kummer passte zu einem Abend, an dem nicht viel zugunsten der Oltner lief.

Der EHC Olten hinterlässt zum Auftakt der Playoffs viele Fragen. Er zeichnet bei weitem nicht das Bild eines Favoriten, der mit grösster Überzeugung und ungebrochenem Selbstvertrauen am Werke wäre. Und er schafft es auch nicht, das Selbstverständnis auf das Eis zu bringen, vor dem heimischem Publikum mit 3115 Zuschauern dem Gegner sein Spiel aufzuzwingen, das er in den vergangenen Monaten über 44 Qualifikationsspiele aufgebaut hat.

Von der offensiven Kreativität und insbesondere der defensiven Stabilität war ausgerechnet zum Playoffbeginn nicht viel zu sehen. Stattdessen startet der EHC Olten mit einer Nervosität, die er nie komplett ablegen vermag. Das zeigt sich erstmals in den Startsekunden und manifestiert sich in den Folgeminuten, in denen die Oltner aus dem Nichts zu einer doppelten Überzahlsituation kommen und die grosse Chance haben, das Spiel in die richtigen Bahnen zu leiten. Doch die Powermäuse vermögen daraus keinen Profit schlagen.

Die nutzlosen Streiche von Nunn und Knelsen
Es ist Stürmer Silvan Wyss, der das Spiel dennoch positiv gestalten kann. Er, der lange Zeit der einzige Oltner ist, der den Schalter rechtzeitig in den Playoffmodus umstellen konnte. Aus der Drehung schliesst er ab und bringt die Scheibe via Pfosten im Tor unter. Die unzähligen Fehler, die das Oltner Spiel prägen, können die nervösen Oltner auch mit der Führung im Rücken nicht abschalten. Vor allem im Aufbauspiel tut sich der EHC Olten schwer und verliert die Scheibe viel zu oft, noch bevor der erste Pass gespielt wurde.

Auch nach dem Ausgleich Langenthals und Stan Horanskys 2:1-Führung liessen die Powermäuse die Souveränität eines Playofffinal-Anwärters vermissen. Erst bestraften die Langenthaler einen miserablen fliegenden Wechsel eiskalt (23. Minute), worauf die Oltner auch noch Kummer im Slot gewähren liessen, sodass dieser unbedrängt seinen Stock zurechtrücken konnte, um den Schuss abzulenken (25).

Es dauerte, bis sich der EHCO von diesem Doppelschlag erholte, ehe Garry Nunn mit einem spektakulären Penalty wieder Leben ins Kleinholz einhauchte (36.). Nur 30 Sekunden später erwies Verteidiger Riccardo Sartori seinem Team einen Bärendienst, als er sich zentral durch die neutrale Zone tanken wollte, dabei aber die Scheibe verlor und den Gegenstoss zum abermaligen 3:4-Rückstand einleitete.

So brauchte es einen zweiten Streich, um sich erneut ins Spiel zurückzukämpfen: Topskorer Dion Knelsen entwischte in Unterzahl, deckte die Scheibe gegen zwei Gegenspieler hervorragend ab und netzte sehenswert per Backhand ein. Doch es nützte letztlich nichts. Weil der EHC Olten sich zu viele Fehler erlaubte und eine grosse Portion Cleverness vermissen liess.

«Wir standen viel zu weit weg von unseren Gegenspielern und liessen zu viele Chancen zu», sagte EHCO-Captain Philipp Rytz. Auch Trainer Fredrik Söderström zeigte sich enttäuscht, aber gefasst: «Die Lösung für unsere Fehler ist nicht, harter zu arbeiten, sondern smarter zu arbeiten. Wir werden uns heute über diese Niederlage nerven, um dann zurückzuschlagen.»

Olten - Langenthal 4:5 n.V. (2:1, 1:3, 1:0, 0:1)
Kleinholz. – 3115 Zuschauer. – SR: Eichmann/Weber, Huguet/Gurtner. – Tore: 4. Wyss (Lanz, Rudolf) 1:0. 6. Benik (Küng) 1:1. 8. Horansky (Rouiller, Knelsen/Ausschluss Bircher) 2:1. 23. Kläy (Derungs) 2:2. 25. Kummer (Küng) 2:3. 36. (35:11) Nunn (Penalty) 3:3. 36. (35:41) Clark (Tschannen, Sterchi) 3:4. 51. Knelsen (Ausschluss Salzgeber!) 4:4. 62. Kummer (Küng) 4:5. – Strafen: 6-mal 2 Minuten gegen Olten, 8-mal 2 Minuten gegen Langenthal.
Olten: Simon Rytz; Philipp Rytz, Weisskopf; Eigenmann, Rouiller; Sartori, Lüthi; Maurer; Horansky, Knelsen, Nunn; Fogstad Vold, Schirjajew, Schwarzenbach; Wyss, Rudolf, Haas; Weder, Salzgeber, Weibel; Lanz.
Langenthal: Wüthrich; Weber, Christen; Henauer, Suleski; Bircher, Maret; Wieszinski, Gyger; Tschannen, Clark, Sterchi; Benik, Kummer, Küng; Gerber, Kläy, Derungs; Nyffeler, Melnalksnis, Rüegsegger.
Bemerkungen: Olten ohne Heughebaert, Elsener und Rexha (alle überzählig). Langenthal ohne Müller, Walz (beide verletzt), Pienitz (krank), Dähler und Guggenheim (beide überzählig).

Die gesamte Playoff-Übersicht finden Sie hier.

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