Eine journalistische Legende geht in Pension

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ZT-Chefredaktor Philippe Pfister überreicht Bruno Muntwyler (r.) ein Geschenk der Kolleginnen und Kollegen. Bild: Patrick Lüthi
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Bruno Muntwyler mit seinem Nachfolger Thomas Fürst.
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Risotto im ZT-Seminarraum: Hier feierte Bruno Muntwyler seinen Abschied.
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Gute Laune bei Bruno Muntwylers Abschiedsfest am letzten Donnerstag im ZT-Medienhaus: Der ehemalige Verlagsleiter Alfred Vogel, Verlagsleiterin Jacqueline Gut mit Ursula und Bruno Muntwyler.
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Verlagsleiter Alfred Vogel und Bruno Muntwyler begutachten die erste Ausgabe des Wiggertalers. Bild: Archiv Wiggertaler

Liebe Kolleginnen und Kollegen, liebe Gäste,

Heute verabschieden wir Bruno Muntwyler, den langjährigen Chefredaktor des Wiggertalers. Er geht Ende Februar in Pension.

Zunächst muss man sich die Dimensionen dieses Abschieds vor Augen führen.

Ich arbeite nun seit etwas über drei Jahren mit Bruno zusammen. Drei Jahre sind keine lange Zeit. Aber auch keine kurze Zeit.

Bruno ist mehr als zehn Mal so lang hier! Mehr als 30 Jahre Wiggertaler und total 43 Jahre ZT Medien AG- das ist eine unglaublich lange Zeit.

Inzwischen ist Bruno überall im Bezirk bekannt wie - pardon - ein bunter Hund.

Er kann sich draussen kaum einen Meter bewegen, ohne dass es heisst: «He Bruno, was machst Du da?»

Man muss es klar sagen: Bruno hat den Wiggertaler nicht gemacht. Er war der Wiggertaler.

Angefangen hat es 1989. Ich fand im Archiv im Dokument, das zeigt, wie Bruno mit Alfred Vogel, dem damaligen Verlagsleiter, den Wiggertaler in einer Nacht-und-Nebel-Aktion ins Leben gerufen hat.

30 Jahre später ist klar: Bruno hat sein Baby zu einer Wochenzeitung hochgezogen, die bei ihren Leserinnen und Lesern tief verankert, ja unverzichtbar geworden ist. Und eine, die ein absolut eigenständiges Profil hat.

Ich nehme die neuste Ausgabe zur Hand und mir fällt sofort Brunos Geschichte über Popeye ins Auge. Hören wir kurz zu: «Kürzlich besuchte ich eine regionale Entsorgungsstelle, um allerlei Wiederverwertbares und ‹Grümpel› zu entsorgen. Vor dem Nachhausegehen wagte ich wie immer noch einen Blick ins proppenvolle Rahmenpalett mit entsorgten Büchern. Fast zuoberst lag ein zerknittertes, uraltes Magazin mit Popeye, dem kurligen Seemann mit Anker-Tattoo und Matrosenmütze, der gerne Pfeife raucht und faulenzt und in meiner Jugendzeit als ‹Spinat-Botschafter› herhalten musste.»

Hier kommt eine der journalistischen Tugenden zum Vorschein, die Bruno auszeichnet: Er geht irgendwohin, schaut irgendwohin, greift in eine alte Bücherkiste – und findet eine Geschichte.

Gleichzeitig ist er unglaublich nahe bei den Leuten. Um ehrlich zu sein: Bei der ZT Medien AG könnte man sich überlegen, mit ihm einmal eine Leserschaftsstudie durchzuführen. Und zwar mit ihm alleine. Weil er täglich mit Leuten aus der Region beim Kaffee oder Bier zusammensitzt, weiss er ganz genau, was die Leute lesen wollen. Und was nicht.

Bruno hat alles, was einen erfolgreichen Chefredaktor eines Lokaltitels ausmacht. Er ist volksnah, volkstümlich, aber nie anbiedernd.

Was man auch wissen muss: Bruno hat nicht nur ein unglaubliches Engagement fürs Journalistische, also für Geschichten, sondern auch fürs Kommerzielle. Niemand kann den Leuten so gut und so charmant beibringen, dass eine Zeitung, zumal eine Gratiszeitung, nicht vom redaktionellen Teil alleine leben kann, sondern treue Inserenten braucht.

Und noch etwas: Bruno hat nicht nur seinen Job geliebt und sein Produkt. Er hat auch die Menschen gern. Als ich ihn vor ein paar Jahren kennengelernt habe, habe sich sofort gespürt, dass er sein Herz auf dem rechten Fleck hat. Er engagiert sich enorm für Menschen mit Behinderungen. Sein Projekt FC Traktor zusammen mit dem ehemaligen Schweizer Fussball-Nationaltrainer Gilbert Gress ist nur das sympathischste seiner Engagements.

Ich habe in meinen Journalistenleben, das auch nicht mehr ganz kurz ist, viele, viele andere Journalistinnen und Journalisten getroffen.

Und ich habe einige journalistische Legenden kennengelernt. Eine Legende ist bekanntlich eine Person, die in Erinnerungen und Erzählungen noch präsent ist, selbst wenn sie physisch nicht mehr anwesend ist.

Bruno gehört für mich bereits jetzt in diese Kategorie. Bruno ist eine journalistische Legende.

Für das, was er für das Unternehmen ZT Medien AG gemacht hat, für das, was er für die Produkte aus diesem Haus gemacht hat, für das, was er für die Menschen draussen gemacht hat - für all das gehört ihm ein ganz, ganz, ganz grosses Dankeschön.

Ich hoffe natürlich, dass wir von seinem Knowhow auch künftig noch etwas zehren können. Dass die Byline Bruno Muntwyler auch künftig im Wiggertaler, im Zofinger Tagblatt oder auf zofingertagblatt.ch zu lesen ist.

Machs gut Bruno!

Ihr Eintrag wird nach einer Überprüfung online gestellt.

BRUNO

Dani
schrieb am 23.02.2020 19:06
Lieber Bruno geniesse die Pension. Es ist trsumhaft. Dani

Eine journalistische Legende geht in Pension

Hans C. Salzmann
schrieb am 23.02.2020 11:04
Bruno Muntwyler hat oft über die Natur und unser Verhältnis zu ihr geschrieben und sich für sie eingesetzt. Das allein ist schon bemerkens- und verdankenswert.
Was dabei aber aufgefallen ist: eine für einen "normalen", das heisst nicht aus dem Fachbereich stammenden Journalisten und Redaktoren ungewöhnliche Sachkenntnis und Sorgfalt den biologischen und ökologischen Fakten gegenübern. Das hat nicht nur Respekt und Vertrauen in die Inhalte dieser Artikel geweckt, sonden mich zu deren regelmässigem Lesen veranlasst. Danke, Herr Muntwyler.
Hans C. Salzmann, Biologe
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