Der Ketchup-Effekt und was dieser mit dem EHC Olten zu tun hat

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Oltens Garry Nunn freu sich mit den Fans über den Sieg und seine drei Treffer. (Bild: freshfocus)

Jeder kennt das Gefühl. Man drückt und schüttelt die Ketchup-Flasche, aber der Inhalt will und will nicht rauskommen. Man probiert weiter, ist schon der Verzweiflung nah, bis die rote Sauce plötzlich in Strömen fliesst. Das ist der berühmte Ketchup-Effekt.

Was das mit dem EHC Olten zu tun hat? Nun: Die Powermäuse erlebten in den bisherigen drei Playoff-Viertelfinalspielen gegen den SC Langenthal genau das beschriebene Phänomen. Im ersten Spiel drückten die Oltner umständlich an der Flasche herum und verloren mit 4:5 n.V. In der zweiten Begegnung schüttelten sie noch heftiger, gingen aber wieder als Verlierer vom Eis (3:4 n.V.). Erst im dritten Duell löste sich das Ketchup. Endlich passte alles. Endlich konnte der EHCO seine Vorteile auch auf dem Resultatblatt ummünzen, wurden die Stärkeverhältnisse ins richtige Licht gerückt.

Silas Matthys: Beruhigend und mit Shutout

Gleich mit 7:0 schickten die Oltner die Langenthaler auf die Heimreise. Die Mannschaft von Trainer Fredrik Söderström zeigte eine von A bis Z überzeugende Leistung. Angefangen vom erstmals spielenden Goalie Silas Matthys, der angesichts der Dominanz seiner Vorderleute einen ruhigen Abend verbrachte, bei seinen wenigen Interventionen dennoch einen ungemein abgeklärten und sicheren Eindruck machte.  Seine Leistung krönte er mit einem Shutout. In der Verteidigung wurde die Fehlerquote sehr tief gehalten. Generell war die Arbeitseinstellung aller Spieler vorbildlich. Und vorne sorgte vor allem der erste Sturm endlich wie erhofft für die offensive Musik.

Dion Knelsen und Garry Nunn bauten mit ihren beiden Powerplaytoren im ersten Drittel die Basis, auf welcher der EHCO schliesslich Anlauf holen konnte für eine Gala, die die über 4000 Zuschauer am Schluss mit einer Standing Ovation belohnten. «Ich bin beeindruckt davon, dass die Spieler nach der bitteren Niederlage vom Freitag die Wahl getroffen haben, auf diese Art und Weise aufzutreten. So bereit, so konzentriert, so demütig und mit dieser Arbeitseinstellung», zeigte sich auch Fredrik Söderström erfreut über die Leistung seiner Mannschaft, aber auch ein wenig überrascht: «Man weiss als Trainer nie genau, was einen erwartet. Gerade in Playoffs können die Spieler ganz anders reagieren, als man es sich gewohnt ist. Besonders, wenn man, wie wir, zweimal auf so eine Art und Weise verloren hat.»

Den Elan mitnehmen

In der Tat besannen sich die EHCO-Cracks in diesem dritten Vergleich endlich auf all ihre Stärken. Und, ganz wichtig: Sie hielten die Fehlerquote extrem tief. «Man hat gesehen, was passiert, wenn wir den Langenthalern keine Geschenke mehr machen», unterstrich Söderström noch einmal die Wichtigkeit, dass sich die Spieler ans Konzept halten müssen.

Ganz wichtig ist aus Sicht der Oltner nun, dass sie den Elan aus diesem Sieg mitnehmen, wenn es am Mittwoch in Langenthal zum vierten Viertelfinal-Duell kommt. Auch wenn ein 7:0 letztlich gleich viel zählt wie ein 1:0 nach Verlängerung, so sieht Söderström durchaus einen mentalen Effekt dieser Machtdemonstration. «Mit so einer Schlappe wird das Selbstvertrauen sicher nicht gestärkt. Auf der anderen Seite müssen wir selber demütig bleiben und die guten Sachen, die wir gemacht haben, mitnehmen.»

Noch liegt der EHCO in dieser Derby-Serie mit 1:2-Siegen im Rückstand. Noch liegen die Vorteile aufseiten der Langenthaler. Noch müssen die Powermäuse den Heimvorteil zurückholen. Nach dem Auftritt vom Sonntag zweifelt aber niemand mehr daran, dass diese Mannschaft in der Lage ist, diese Playoff-Serie noch zu wenden. Das Ketchup lässt grüssen.

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