Wie ein Aargauer sein krankes Kind aus Thailand heimholen will – der erschütternde Kampf für Baby Amelia

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Glückliche Zeiten: der Kirchlerber Andreas Erdin mit Freundin Ratchaneekorn und Baby Amelia in Thailand nach der Geburt. Bilder: zvg
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Amelia muss in einem Spital in Thailand beatmet werden.

Andreas Erdin (40) schwebte auf Wolke sieben. Er hatte Ende Dreissig endlich sein Familienglück gefunden. Dort, im Spital der thailändischen Millionenstadt Roi Et, tief im Innern des Landes, brachte seine Freundin Ratchaneekorn (37) am 8. September 2019 Töchterchen Amelia zur Welt.

Sein Arbeitgeber in Rupperswil, wo er als Kommissionierer arbeitet, bewilligte ihm vier Wochen Ferien, damit er zur Geburt nach Thailand fliegen konnte. Die Hochzeit der beiden war bereits geplant – das besondere Datum vom 20.2.2020 hätte es sein sollen. Doch dann traf die Familie ein schwerer Schlag: Baby Amelia ist krank.

Das Mädchen hat die seltene Krankheit Muskelatrophie, die beim Patienten Muskelschwund auslöst und eine permanente medizinische Betreuung nötig macht. Im Moment liegt die kleine Amelia im Spital in Roi Et, an einen Beatmungsschlauch angeschlossen. Damit die Patientin in die Schweiz geholt werden kann, ist eine Überführung in Begleitung eines Arztes und einer Pflegerin nötig.

Kosten: 25'000 Franken. Das Paar gibt den Kampf um Amelias Leben nicht auf. An­dreas Erdin schaltete Anfang dieser Woche einen Spendenaufruf auf der Crowd­funding-Plattform www.gofundme.com mit dem Titel «Amelia – Flug ins Leben». In den letzten fünf Tagen kamen für Amelias Heimreise bereits 5800 Franken zusammen. Doch für den Flug ins Leben fehlt noch viel.

Beim ersten Rendez-vous fehlten die Worte

Andreas Erdin bekam den Kontakt von Ratchaneekorn von einer Kollegin vermittelt, die aus demselben Dorf stammt, ausserhalb der Grossstadt Roi Et. Er hatte sich getraut, der Kollegin zu sagen, dass er gerne eine Thailänderin kennen lernen wollte. Die beiden begannen, auf Englisch zu chatten, dann kamen die ersten Gespräche via Videochat. Nach einem halben Jahr flog der Suhrentaler zum ersten Treffen nach Thailand.

«Sie sieht noch schöner aus als im Videochat», sei ihm bei der ersten Begegnung durch den Kopf gegangen, wie er der AZ erzählt. Ziemlich nervös sei er bei der ersten Live-Begegnung gewesen. «Ich war erst etwas still», erinnert er sich an damals. Zum Glück musste Ratchaneekorn nicht nach Worten ringen – und konnte dem Besucher aus der fernen Schweiz gegen Ende des ersten Rendezvous doch noch Worte entlocken.

In den kommenden drei Jahren hiess Andreas Erdins Reiseziel: Thailand. Die beiden verbrachten Zeit im kleinen Dorf auf dem Land, wo Ratchaneekorn mit Eltern und Geschwistern in vergleichsweise ärmlichen Verhältnissen lebte, und schmiedeten Pläne für die Zukunft in der Schweiz.

Im Dezember 2018 besuchte Ratchaneekorn ihren Freund in der Schweiz. Sie sollte das Land kennen lernen, um zu sehen, ob sie sich ein Leben hier vorstellen kann. «Ich wollte, dass sie den Schweizer Winter erlebt, um sich eine Vorstellung der hiesigen Kälte zu machen», sagt Andreas Erdin.

Die Schweiz gefiel der Thailänderin. Und noch etwas ergab sich aus diesem Besuch: Sie erfuhren, dass sie in neun Monaten zu dritt sein würden.

«Unsere Welt war ein Scherbenhaufen»

Aber noch lebten die beiden auf verschiedenen Kontinenten. Er in Kirchleerau, wo er von Kölliken her zugezogen war, sie in ihrem Dorf bei Roi Et. Er buchte Flüge für sich und seine Eltern auf den Geburtstermin – und hätte ihn fast verpasst, weil Amelia es plötzlich eilig hatte, auf die Welt zu kommen.

Am Ende wartete sie dann doch auf den Papa. «Ich erlebte eine unglaublich glückliche Zeit und der Abschied auf Zeit von meiner kleinen Familie war sehr schwer», berichtet Andreas Erdin vom Moment, als Amelia in sein Leben kam.

Dann, nach zwei Monaten, kam die Diagnose Muskelatrophie (SMA). Ein grosser Schrecken für die Eltern, die sich über Videochat trösten mussten. «Unsere Welt war ein Scherbenhaufen», erzählt Andreas Erdin. «Doch wir wollten zusammen um ihr Leben kämpfen.»

Amelia könnte im Berner Inselspital behandelt werden. Zur Crowd­funding-Aktion riet ihnen Nicole Gusset, Präsidentin von SMA Schweiz. Denn das Ersparte ist wegen der Flüge und Behandlungskosten aufgebraucht. Die Hoffnung, dass Amelia herkommen kann, liegt nun auf der Spendenaktion.

Hinweis

Spenden für Amelias Reise können auf www.gofundme.com eingezahlt werden. Projektname: «Amelia – Flug Ins Leben».

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