Wenn das Vorbild Doping zugibt - Reaktionen des VC Pfaffnau-Roggliswil auf Pirmin Langs Geständnis

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An den Schweizer Meisterschaften 2016 wurde Pirmin Lang (Mitte) Zweiter – nun schwebt über diesem Erfolg ein Schatten. (Bild: Elisa Haumesser)

«Ich habe in meiner Karriere als Radprofi betrogen. Ich habe gelogen und bin für meine Taten verantwortlich.» Diese Twittermeldung von Pirmin Lang schlug am Freitag auch bei vielen der gut 200 Mitglieder des VC Pfaffnau-Roggliswil ein wie eine Bombe. «Viele waren sehr enttäuscht und schockiert», sagt Vereinspräsident Kurt Steinmann. Pirmin Lang war einst ein Nachwuchsfahrer des Clubs. Erst mit 28 Jahren wurde er Profi, vertrat die Vereinsfarben bei verschiedenen Teams, von 2013 bis 2016 bei IAM Cycling. Die grossen Siege blieben aus. Der heute 35-Jährige agierte als klassischer Helfer, bestritt 2014 die Vuelta und von 2013 bis 2015 dreimal den Klassiker Lüttich-Bastogne-Lüttich. 2016 wurde der Luzerner, der heute in Safenwil lebt, Zweiter an der Schweizer Strassen-Meisterschaft. Recherchen der «NZZ» zwangen Pirmin Lang zum Geständnis, einem international tätigen Dopingnetzwerk angehört zu haben.

Die NZZ machte auch publik, dass bei Lang letzten Mittwoch eine Hausdurchsuchung und Befragungen stattgefunden haben. Thema war auch, dass Pirmin Lang nach Karriereende mit Thibault Hofer, den er von seiner Zeit bei IAM kennt, das Start-up-Unternehmen und Nachwuchsprogramm Swiss Racing Academy (SRA) aufbaute. Die SRA-Fahrer sollten nachhaltig gefördert werden und parallel zum Sport ihre berufliche Laufbahn pflegen. Der Familienvater wollte die Jungen, die er als sportlicher Leiter coachte, vor negativem Druck und schlechtem Einfluss schützen und davor, um jeden Preis Leistung zeigen zu müssen. «Ich wollte sie schützen vor den Fehlern, die ich beging und die ich nicht mehr länger als Geheimnis wahren kann», hiess es in Langs Tweet am Freitag.

Nicht genug Stärke mit auf den Weg gegeben

Gerade diese Aussage macht die Verantwortlichen des VC Pfaffnau-Roggliswil betroffen. «Nach der ersten grossen Enttäuschung folgte die Ernüchterung, dass es uns nicht gelungen ist, ihm so viel Motivation und Stärke auf seinen Weg mitzugeben, diese Fehler nicht zu begehen», sagt Kurt Steinmann, der ab 1987 selbst fünf Jahre Berufsfahrer war. Im VC Pfaffnau-Roggliswil setzt sich der 57-Jährige seit vielen Jahren für den Nachwuchs ein. «Wir sprechen das Thema Doping früh und aktiv an und zeigen den Jungen einen Weg auf ohne Doping», sagt Kurt Steinmann. Freude und Spass stehe im Jugendbereich im Fokus. «Gewinnen um jeden Preis ist nicht das Ziel», betont Steinmann, «Ehrlichkeit und Loyalität und das Aufeinander-Rücksichtnehmen sind Eckpfeiler unserer Jugendförderung.»

Aus dem VC Pfaffnau wurde Pirmin Lang mit sofortiger Wirkung ausgeschlossen, der Kontakt zu ihm war seit Jahren lose. Die Statuten geben dem Vereinsvorstand die Kompetenz, die Mitgliedschaft aufzuheben, wenn jemand den Ruf des Clubs schädigt. «Wir stehen für sauberen, ehrlichen und respektvollen Sport und tolerieren Doping in keiner Weise», schreibt der Verein, der vor 10 Jahren mit Thomas Frei den ersten Dopingfall erlebte.

Mit Pauschalverdächtigungen dürften sich die Radprofis nach dem Fall Lang wieder vermehrt konfrontiert sehen. «Es ist ausserordentlich schade, dass der Radsport immer wieder in diesen Fokus gerät», ärgert sich Kurt Steinmann. Direkte Konsequenzen seien Schwierigkeiten bei der Sponsorensuche. «Es hilft sicher nicht, einen solchen Fall im Verein zu haben», betont Steinmann, «wir wünschen keinem anderen Club so etwas.»

Wesentlich ist dem Vorstand des VC Pfaffnau-Roggliswil, dass man zwischen dem Mensch Pirmin Lang und dem Sportler Pirmin Lang unterscheidet. «Als Sportler hat er mit seinem Handeln auf ganzer Ebene versagt, als Mensch haben wir einen anderen Pirmin Lang kennen gelernt», schreibt der Club. «Eigene» Profis wie Lang oder der noch aktive Mathias Frank seien als Vorbilder wichtig. «Vielmehr sind aber auch die Werte, die wir vermitteln und der Glaube an sich selber von grosser Bedeutung», unterstreicht Kurt Steinmann.

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Mit diesem Tweet gab Pirmin Lang am Freitag seine Dopingvergangenheit bekannt.
Ihr Eintrag wird nach einer Überprüfung online gestellt.

Sinn oder Unsinn

Lothar Wyss
schrieb am 25.02.2020 12:18
Über die Massnahme des VC Pfaffnau lässt sich streiten. K.S. sollte selbst wissen was in den 80er Jahren abgegangen ist mit Pervitin ua. und sich nicht als Lamm hinstellen. Ich hätte es eher begrüsst wenn der nationale Verband oder die UCI Swiss Racing Academy suspendieren würde, denn das es keine Auffälligkeiten bei Fahrern gebe stimmt so nicht. Das Team hatte letztes Jahr ein Dopingvergehen durch J.R. der auch gesperrt wurde. So heilig ist es nicht wie es P.L. hinstellt, ausserdem ist er nach wie vor Manager von SRA.....
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