EHCO-Sportchef Marc Grieder: «Das können wir auch schaffen»

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Zwei Schritte hinterher: Kann der EHC Olten (Esbjörn Fogstad Vold (rechts) gegen Alain Bircher) den 1:3-Rückstand noch wenden? (Bild: Freshfocus)

Es machte am Donnerstagmorgen nicht den Anschein, als hätten die EHCO-Spieler nur wenige Stunden zuvor ein Playoffspiel absolviert. So bestreitet das Team eine erstaunlich intensive einstündige Trainingseinheit und ist dabei höchst konzentriert an der Arbeit. «Ja, wir haben wieder viel Energie reingesteckt», bestätigt Captain Philipp Rytz, nachdem er am Abend zuvor nach der unverständlichen  1:4-Niederlage noch nach Worten gerungen hatte.

Die Enttäuschung war gross und die Fragezeichen, wie man bloss auf einen 7:0-Heimsieg derart lethargisch auftreten kann, noch viel grösser. Der EHC Olten sah sich gestern zu einem Statement gezwungen: «Liebe EHCO-Fans, wir verstehen und teilen eure Enttäuschung über die Niederlage in Langenthal. Die Zeit für grundsätzliche Analysen ist noch nicht gekommen. Noch ist alles möglich. Wir brauchen eure Unterstützung am Freitag im Stadion mehr denn je. Nur gemeinsam können wir uns aus dieser schwierigen Lage befreien, die grosse Wende schaffen.»

Am Morgen nach der dritten Niederlage in der Playoff-Serie, nach einer Handvoll Stunden Schlaf, hat Rytz das Lachen und vor allem der grenzenlose Glauben an die Wende wieder gefunden. Es fühlt sich so an, als würde das Saisonende unter den Spielern weit entfernt sein. «Ja, in meinem Kopf sicher», sagt Philipp Rytz, «aber wir müssen trotzdem die Fakten sehen: Wir dürfen uns überhaupt nichts mehr erlauben. Die Situation ist nicht einfacher geworden», sagt er nachdenklich, gibt aber nicht auf: «Wir können Eishockey spielen, das haben wir genug oft bewiesen. Wichtig ist, dass sich jeder einzelne noch einmal hintersinnt, sich bewusst ist über die Stärken und Schwächen. Ich denke, wir wüssten, wie es funktioniert, nur sollte es nun jeder auch abrufen können. Was wir am Mittwoch gezeigt haben, war sicher nicht gut genug», sagt der Captain. Dann weist Philipp Rytz auf Nachfrage auf drei Schlüsselpunkte hin, die unbedingt besser werden müssen:

Scheibenverluste: «Ob defensiv, an der blauen Linie oder offensiv, wir dürfen uns keine Turnover mehr erlauben, das hatten wir am Mittwoch vielleicht 20, 30 Mal. In einigen Situationen an der blauen Linie sollten wir konsequenter die Scheibe tiefspielen.»

Jedes Play fertig machen: «Den Willen zeigen, die Scheibe gewinnen zu wollen und alles Mögliche dafür zu tun. In den Zweikämpfen können wir uns steigern und mit Konsequenz jedes Play fertig machen.»

Defensivverhalten: «Es ist nicht immer alles schlecht. Aber wir haben vor allem im Defensivverhalten Dinge gezeigt, die wir uns schlicht nicht leisten dürfen. Wechselfehler, dumme Strafen – solche Dinge sind in einer Serie ausschlaggebend.»

Bestärkt wird Verteidiger Philipp Rytz von Sportchef Marc Grieder: «Ich war nach dem Spiel vom Mittwoch perplex. Dass wir nicht am 7:0-Sieg anknüpfen konnten, ist besonders enttäuschend», sagt der Sportchef, der aber überzeugt ist, dass seine Spieler das Unmögliche möglich machen können. «Jetzt heisst es Charakter zeigen, mit jeder Faser des Körpers dabei sein, die Fehler abstellen und die Tore erzwingen.»

Dass man eine 1:3-Playoff-Serie durchaus noch wenden kann, haben seit der Best-of-7-Modus-Einführung 2002 in der NLB drei Teams bewiesen (siehe Box). Eines davon waren die  Rapperswil-Jona Lakers im Jahr 2016. Als Absteiger und später überzeugender Qualifikationssieger traf er auf das achtplatzierte Thurgau – und geriet 1:3 ins Hintertreffen. Mittendrin bei Rapperswil: Marc Grieder. Er erinnert sich: «Es war eine ähnliche Situation, wie wir sie jetzt bei uns haben. Wir konnten unser Eishockey, das uns in der Qualifikation stark machte, plötzlich nicht mehr abrufen. Wir hatten dann die unzähligen Fehler abgestellt, uns auf unsere Stärken fokussiert, sodass dann jeder seine Aufgabe auf dem Eis erledigt hatte. Niemand hatte mehr an uns geglaubt, wir standen mit dem Rücken zur Wand, aber dank einer grandiosen Teamleistung konnten wir uns durchsetzen», erinnert sich der damalige Verteidiger und heutige Sportchef. Schliesslich kämpfte sich Rapperswil – im Übrigen mit dem heutigen  Langenthal-Ausländer Andrew Clark im Team – bis in den Final vor. Marc Grieder: «Das können wir auch hier in Olten schaffen.»

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