Oltens Saisonende durch die Hintertür

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Hängende Köpfe in einer fast menschenleeren Halle: Die Saison des EHC Olten ging unter Ausschluss der Öffentlichkeit zu Ende. (Bild: Urs Lindt/Freshfocus)

Am Ende standen sie da mit hängenden Köpfen und wussten nicht so recht, wo sie sich festklammern sollen. Lukas Haas, in seinen allerletzten Minuten im EHCO-Dress, kurvte Gedanken verloren auf dem Eis umher, während sich die Langenthaler in einer Traube versammelten und sich selbst feierten. «Aus, die Maus», titelt der EHC Olten auf seiner Facebook-Fanseite. 1:4 geht auch die fünfte Playoffpartie verloren. Die Powermäuse konnten wiederum, wie bereits in der gesamten Playoffkampagne, nie ihr wahres Gesicht zeigen und müssen sich unter dem Strich den Vorwurf gefallen lassen, nicht mehr bis zur letzten Minute mit der von Sportchef Marc Grieder geforderten «letzten Faser des Körpers» bei der Sache gewesen zu sein. Trainer Fredrik Söderström zeigte sich enttäuscht: «Wenn ich ganz ehrlich bin, dann waren wir nicht bereit, Playoff-Eishockey zu spielen. Ich werde mir noch lange den Kopf darüber zerbrechen, was ich hätte anders machen können. Wir schafften es im richtigen Augenblick einfach nicht, dort hinzukommen, wo wir es uns vorgenommen hatten. Das ist unglaublich frustrierend.»

Die Komfortzone einmal mehr zu spät verlassen

Wo blieb der Biss? Der Kampfgeist? Der ultimative Siegeswillen? All diese Attribute blühten gestern einmal mehr in dieser Playoffkampagne nur sporadisch auf und waren vor allem erst in den allerletzten zehn Minuten klar ersichtlich, als der EHC Olten längst das Messer am Hals hatte, sich noch einmal aufraffte, das Körperspiel intensivierte und die geliebte Komfortzone verliess. Doch es war zu spät. Das Saisonende war Tatsache! Und es ist ein Ende durch die Hintertür. Denn das Spiel trug wegen des Corona-Virus mit dem ausgesprochenen Verbot des Bundesrats von Grossveranstaltungen mit über 1000 Personen ein äusserst spezielles Kleid. Ohne Zuschauer und vor leeren Rängen galt es, gegen das Saisonende anzukämpfen – vergeblich.

Zumindest die Fans hatten alles erdenklich Mögliche versucht, um die Mannschaft wenigstens mittels Botschaften zu unterstützen: «Ou wenn mer ned do si, si mer met Härz debi» und «Grind abe & seckle! Mer gloube a üch», war auf Transparenten zu lesen. Ausserdem hatten sich eingefleischte EHCO-Fans vor dem Haupteingang versammelt, um wenigstens einen Blick auf das Eisfeld zu erhaschen, während die Mehrzahl der Fans via Youtube-Plattform mitfieberte, auf welcher der EHC Olten mit freundlicher Genehmigung von Rechteinhaber «MySports» die Bestätigung bekam, das Spiel mittels Stream zu zeigen. Söderström zum Geisterspiel: «Als ich am Morgen aufwachte, hoffte ich, dass wir auf die Unterstützung von 5000 Zuschauern zählen können. Auf Fans, die auf der Tribüne Leidenschaft und Herz zeigen für uns. Und dann kam so ein komisches Spiel heraus. So, wie wir es verloren haben, war es irgendwie typisch für die ganze Serie.»

«Ich kann nicht verstehen, weshalb es so weit kommen konnte. Ich kann nicht verstehen, was hier passiert ist, das ist unbeschreiblich», sagte Dion Knelsen in Tränen aufgelöst und ergänzte: «Wir waren eine so gute Truppe, die eigentlich viel mehr verdient gehabt hätte.» Auch Lukas Haas ging das vorzeitige Saisonende nahe: «Das ist meine bitterste Niederlage in meiner gesamten Karriere», sagte er schluchzend, rang nach Worten und versuchte einzuordnen: «Zwei Mal in der Verlängerung bitter verloren – und dann wollte es einfach nicht rollen. Ich kann keinem einzigen von diesem Team einen Vorwurf machen. Und das ist besonders bitter.» «Totenstille» habe in der Garderobe geherrscht. Söderström: «Es tut weh, die Enttäuschung der Spieler zu sehen. Es tut weh, dass wir den Leuten und den Fans, die sich so stark für diesen Klub einsetzen, nichts zurückgeben konnten. Das bricht mir das Herz.»

Olten - Langenthal 1:4 (0:0, 0:2, 1:2)

Kleinholz. – 50 Zuschauer. – SR: Borga/ Fausel (Steenstra/Haag). – Tore: 27. Henauer 0:1. 32. Clark ((Tschannen, Sterchi) 0:2. 48. Nunn (Knelsen; Ausschluss Weber) 1:2. 50. Rüegsegger (Ausschluss Rudolf) 1:3. 60. Pienitz (Küng; Olten ohne Goalie) 1:4. – Strafen: 7-mal 2 plus 1-mal 10 Minuten (Lanz) gegen Olten, 3-mal 2 Minuten gegen Langenthal.

Olten: Simon Rytz; Philipp Rytz, Rouiller; Maurer, Eigenmann; Sartori, Lüthi; Elsener; Horansky, Knelsen, Nunn; Fogstad Vold, Schirjajew, Schwarzenbach; Rexha, Rudolf, Haas; Weder, Salzgeber, Weibel; Lanz.

Langenthal: Wüthrich; Weber, Christen; Henauer, Pienitz; Bircher, Maret; Suleski; Tschannen, Clark, Sterchi; Benik, Kummer, Küng; Gerber, Kläy, Derungs; Nyffeler, Melnalksnis, Rüegsegger; Walz.

Bemerkungen: Olten ohne Wyss (krank). Langenthal ohne Müller (verletzt). 24. Lattenschuss Christen. 24. Pfostenschuss Clark. 51. Pfostenschuss Sterchi. 60. Pfostenschuss Kläy. 57:20 bis 59:11 Olten ohne Goalie Simon Rytz, dafür mit sechs Feldspielern.

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