Aargauer Ärzte-Präsident kritisiert den Bund: «Der Schlingerkurs muss aufhören»

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Jürg Lareida, Präsident des Ärzteverbands. © Zur Verfügung gestellt

«Wir stellen eine riesige Verunsicherung fest», sagt Jürg Lareida, Präsident des Aargauischen Ärzteverbands. «Und wir wollen dazu beitragen, dass sich die Situation beruhigt.» Es könne nicht sein, dass die Leute vor lauter Angst nicht mehr aus dem Haus gingen, sagt er.

Was empfehlen also die Aargauer Ärzte? «Das Wichtigste ist, dass wir die Älteren schützen. Wenn jemand stirbt, ist das nicht nur unnötig, sondern macht Angst.» Wer grippeähnliche Symptome aufweise, dürfe deshalb auf keinen Fall Besuche bei älteren oder vorerkrankten Personen machen. Berufstätige sollten nicht arbeiten gehen, wenn sie sich krank fühlen, sagt der Ärzteverbandspräsident.

Und Familienfeste, an denen ältere Personen teilnehmen, solle man verschieben: «Man muss den achtzigsten Geburtstag des Grossvaters doch nicht unbedingt jetzt feiern», betont Lareida. «Wenn da eine Person kommt, die das Virus in sich trägt und unter den Gästen verbreitet, ist das verheerend.

Es macht Sinn, mit solchen Anlässen zuzuwarten, bis man mehr über das Virus weiss.» Zeit schinden ist sowieso das Stichwort beim Kampf gegen Corona: «Es geht nicht darum, die Verbreitung zu verhindern, sondern zu verlangsamen.»

Lareida sagt, in der Bevölkerung sei neben Angst auch eine steigende Nonchalance spürbar: «Es gibt immer mehr Leute, die das Virus nicht mehr ernst nehmen, oder es mit einer normalen Grippe vergleichen. Das ist völlig verkehrt. Wenn wir plötzlich 100'000 Fälle hätten – oder eine halbe Million – wäre das ein riesiges Problem.»

Kritik am Bund: «Der Schlingerkurs muss aufhören»

Verunsichert, so sagt Jürg Lareida, seien aber nicht nur die normalen Bürger, sondern auch die Ärzte selber: «Wir werden vom Bund allein gelassen, dabei wären wir auf klare Anweisungen und Richtlinien angewiesen», betont er.

«Dem Kanton kann ich nichts vorwerfen, der kommuniziert schnell und transparent. Der Schlingerkurs vom Bund muss aber aufhören.» Die Ärzte in den Praxen warteten beispielsweise noch immer auf Richtlinien, die ihnen ermöglichen, einen Test bei einem Corona-Verdachtsfall durchzuführen. Dann: «Zuerst hiess es vom Bund, Masken seien als Schutz vor einer Infektion untauglich. Und nun empfiehlt er sie dennoch für das Gesundheitspersonal.

Uns wurde die Lieferung von Masken zugesagt. Wir haben sie noch immer nicht erhalten. Es wäre eine Katastrophe, wenn sich ein Arzt bei einem Patienten ansteckt und die Krankheit weiterverbreitet, bevor er es merkt.»

Jürg Lareida appelliert deshalb auch an die Patientinnen und Patienten: «Wenn Sie den Verdacht haben, am Corona-Virus erkrankt zu sein, informieren Sie den Arzt schon, bevor sie in die Praxis kommen.» Beim Ärzteverband stelle man sich auch darauf ein, in den kommenden Wochen und Monaten öfter Hausbesuche zu machen.

«Wir müssen wohl alle in nächster Zeit etwas mehr arbeiten als sonst, was wir auch sehr gerne tun», konstatiert der Präsident des Ärzteverbands.

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