Zauberkünstler Tom Lauri ist süchtig nach leuchtenden Augen

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Karten sind nur eine von vielen Requisiten von Tom Lauri. Bild: kpe

Ist das Hervorzaubern eines quicklebendigen Kaninchens aus dem Zylinder Schwindel oder Zauberei? Wie sieht es bei einem raffinierten Kartentrick oder einer optischen Illusion aus? Der Zofinger Zauberkünstler Thorsten Rucktäschel alias Tom Lauri hat dafür eine klare Antwort: «Zauberei ist der ehrlichste Schwindel überhaupt.» In der Welt werde überall geschummelt und manipuliert. «Dann doch lieber vor und mit Publikum und mit jeder Menge Spass für alle.»

Mag sein, dass die einen Magie als Schwindel abtun – doch Lauris echte Begeisterung für den magischen Moment und sein Enthusiasmus sind ansteckend und weit weg von etwas Aufgesetztem. Seit 2015 setzt der studierte Bauingenieur voll auf die Karte Magie. «Ich freue mich stets, das Leuchten und Staunen in den Augen der Zuschauer zu sehen, wenn ich einen magischen Moment erschaffe. Das ist meine Droge.» Nebst der kreativen Arbeit auf der Bühne geniesse er auch die handwerkliche Arbeit im Hintergrund. «Das Bauen von Requisiten und Zauberutensilien ist eine sehr filigrane Arbeit. Ich liebe diese Tüftelei», so der 46-Jährige, der täglich mindestens zwei Stunden an seiner Technik übt. Vor grösseren Auftritten, wie dem «IncanTomLauri» von kommendem Wochenende in Langenthal und Zofingen, würden es aber auch mal acht oder neun Stunden.

Mit «IncanTomLauri» hat sich der zweifache Familienvater einen lang gehegten Traum erfüllt. Die Premiere in Olten am 1. März sei geglückt. Am Samstag in Langenthal und am Sonntag in Zofingen erwartet die Besucher ein Programm der besonderen Art. «Das Langenthaler Streichorchester Incanto ist nicht nur eigenständig, sondern begleitet mich als Zauberkünstler. Ich bin wiederum nicht nur Zauberer, sondern Teil des Orchesters», erklärt Tom Lauri. Dabei sei sogar ein Stück so umgeschrieben worden, dass die Musik besser zum Ablauf und der Dramatik der Zauberhandlungen passe. Der Clou dabei: Das Wort «Incanto» heisst auf Italienisch «Verzauberung» oder «Zauberei». «Es ist eine Geschichte entstanden, die durch den Abend führt und die Magie und Musik miteinander verbindet», so Lauri. Dass er nun am Sonntag in seiner Wahlheimat Zofingen spiele, habe für ihn grosse Bedeutung: «Zu Hause möchte man es immer besonders gut machen, weil auch Freunde und Bekannte endlich die Gelegenheit erhalten, meine Zauberei live zu erleben.»

Privat ist er in erster Linie kein Zauberer

Tom Lauri ist im privaten Leben Thorsten Rucktäschel und zunächst Partner, Vater und Freund – und kein Zauberer. «Ich bin in meinem Umfeld nicht als Tom unterwegs und zaubere demnach nicht einfach so.» Er habe jedoch stets Requisiten bei sich, falls eine ungezwungene Situation entstehe. «Ich möchte mich aber nicht mit meinem Beruf in den Mittelpunkt drängen. Schliesslich zieht auch kein Maurer mal schnell eine Mauer im Wohnzimmer hoch, um zu zeigen, wie er arbeitet.» Mit seinem sechsjährigen Sohn und seiner neunjährigen Tochter sei er ebenfalls nicht stetig am Zaubern. «Wir spielen auch Brettspiele oder mit Legosteinen, was nichts mit Zauberei zu tun hat.» Auch beim Kartenspielen lässt er keine Karten verschwinden, «obwohl ich es könnte», sagt er und lacht sein ansteckendes Lachen.

Tom Lauris Pendenzenliste ist lang und seine Ideen umfangreich. So träumt er davon, die aktuelle Show einerseits mit dem bestehenden Ensemble auszubauen. «Ich könnte mir aber auch vorstellen, gemeinsam mit einem grossen Orchester aufzutreten.» Eine andere Idee sei die Verschmelzung seiner beiden Seelen. «Mir schwirrt schon länger im Kopf herum, den Zauberer und Bauingenieur in einem Programm miteinander zu verbinden.» Dass Thorsten und Tom dadurch noch ähnlicher würden, sei ihm klar.

Zwischen Hochdeutsch und Mundart

Sein eingeschlagener Weg gipfelte bislang im dritten Platz an der Deutschen Meisterschaft der Zauberkunst Magica im Jahr 2017. Der Kombination aus politisch-satirischem Kabarett und Zauberei, mit der er sich damals den Podestplatz sicherte, bleibt er bis heute treu. Seit gut zehn Jahren hat er sich zusätzlich der Kinderzauberei verschrieben. Für seine Auftritte brauche er wenig Drumherum, um etwas Besonderes entstehen zu lassen. «Alles passiert nur zwischen mir und dem Publikum.» Dabei spielt die Sprache bei Tom Lauri eine entscheidende Rolle. «Ich mache oft Sprachwitze, über die man auch mal kurz nachdenken muss.» So spreche Tom Lauri auf der Bühne hochdeutsch, die Muttersprache von Thorsten Rucktäschel. «Im Unterschied zur Mundart kann ich im Hochdeutschen mit deutlich mehr Nuancen arbeiten», so Rucktäschel, der seit bald 15 Jahren in der Schweiz und seit elf Jahren in Zofingen lebt. Umgekehrt zaubere er für die Kleinen auf Berndeutsch, das er mithilfe eines Freundes gelernt habe. «So bin ich näher bei den Kindern.»

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