Spital Zofingen soll Corona-frei bleiben und Kantonsspital Aarau entlasten

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Infektiologe Philippe Rafeiner probt die Corona-Vortriage im Zelt vor dem Spital Zofingen. Bild: zvg
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Im Zelt werden Patienten vor dem Spitaleintritt befragt und untersucht. . Bild: Thomas Fürst

Die Situation in den Tessiner Spitälern spitzt sich zu. Die Intensiv-Plätze sind sehr bald alle belegt. BAG-Spezialist Daniel Koch warnt: Die Welle der Epidemie ist nun da. Schon Anfang Woche hat der Bundesrat in seiner Verordnung angeordnet, auf nicht dringende medizinische Eingriffe zu verzichten. Daher sind die Spitäler nun im Krisen-Modus. So auch das Spital Zofingen.

«Wir sind bereit», sagt Infektiologe Philippe Rafeiner, der auch Mitglied der Corona-Task-Force des Spitals ist. «Zum Glück sind wir seit drei Wochen mit der Task-Force am Arbeiten.» Man habe schon sehr viel vorbereitet.

Mit dem Spital Aarau wurde eine Aufgabenteilung vereinbart. «Aarau wird möglichst alle Corona-Patienten aufnehmen», sagt Rafeiner, sowohl auf der Betten- wie auf der Intensivstation. Zofingen wird im Gegenzug zu einem möglichst Corona-freien Spital. «Wir werden hier versuchen, den ganzen restlichen Spitalbetrieb aufrecht zu erhalten», sagt Rafeiner. So sollen bei einer Überlastung in Aarau alle dringenden Eingriffe in Zofingen durchgeführt werden – also etwa bei einer Blinddarm- oder einer Gallenblasenentzündung oder einem geplatzten Darm.

Um das Spital möglichst gut zu schützen, wurde vor wenigen Tagen vor dem Eingang ein Triage-Zelt errichtet. Jeder Patient wird dort vor seinem Spitaleintritt eine Vortriage durchlaufen. Zuerst werden den Patienten zehn Fragen gestellt, dann die Körpertemperatur und die Sauerstoffkonzentration des Bluts gemessen. «Jene Patienten, die möglicherweise an Covid-19 erkrankt sind, werden dann räumlich von den anderen getrennt, weiter untersucht und je nach dem nach Aarau transferiert», sagt Rafeiner. Am Montag würde das Zelt dann durch zwei mobile Container ersetzt.

«Ich möchte aber betonen, dass diese Triage keine Corona-Test-Station darstellt, denn Tests sind derzeit weiterhin nur für schwerere Fälle reserviert», so Rafeiner. Testutensilien sind weltweit sehr knapp geworden. So sollten alle Patienten, die denken, sie könnten an Corona erkrankt sein und keine schweren Symptome wie Atemnot und ausgeprägte Schwäche haben, zu Hause bleiben und sich gemäss den Vorgaben des BAG isolieren. Der Infektiologe appelliert an die Bevölkerung: «Es sollen sich nur jene Menschen im Spital melden, denen es wirklich nicht gut geht.» Jene, welche das Gefühl einer Erkältung und Fieber haben, sollen vorerst zu Hause bleiben – ausser sie gehören zur Risikogruppe und ihnen geht es nicht gut.

Weiter hat das Spital Zofingen laut Rafeiner schon alle nicht dringenden Sprechstunden und nicht dringenden operativen Eingriffe abgesagt. Dazu gehören zum Beispiel geplante Darmspiegelungen, Physio- oder Ergotherapien oder Herzkontrollen. «Letztlich werden alle Massnahmen zurückgestellt, die nicht überlebenswichtig sind.»

Jetzt herrscht Ruhe vor dem Sturm

Um den möglichen grossen Ansturm zu bewältigen, versucht das Spital zudem das Personal aufzustocken – mit Studenten, ehemaligen Assistenzärzten, und Pflegenden. Teilzeitpensen werden aufgestockt. «Wir haben zudem militärische Hilfe angefordert», sagt Rafeiner. Auch der Zivilschutz würde bereitstehen.

Das Spital ist also vorbereitet, aber noch nicht belastet. «Seit rund einer Woche herrscht Ruhe vor dem Sturm», so Rafeiner. Noch sei die Welle nicht da. «Sie wird aber kommen.»

«Und jetzt können Sie alle uns helfen, indem sie soziale Kontakte strikt meiden und die Empfehlungen des BAG beachten», sagt Rafeiner. «Jeder, der mit konsequenter sozialer Distanzierung eine Ansteckungskette unterbindet, hilft enorm.»

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Kleinere Spitäler

M. N. Z.
schrieb am 21.03.2020 02:04
Hoffentlich denken die Spital Totengräber (Schliessung von Spitäler) nach der Seuche auch daran, wie nötig kleinere Spitäler sein können im Notfall! Was diese Corona Seuche uns Weltweit kostet? Da sind einige Hunderttausend Franken für die Unterstützung der aussen Spitäler jährlich ein Nasenwasser dagegen. Unsere Spitäler sind zum grossen Teil gut ausgebaut. Aufgehoben und Abgerissen sind die Spitäler schnell, aber in der Not fehlen sie uns dann, liebe Politiker /Innen.
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