Normalität vor und nach Corona

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Der Corona-Schock nach zwei Wochen Ausnahmezustand sitzt tief. Über 200 Menschen im Land sind der Krankheit schon zum Opfer gefallen. Bis Donnerstagabend haben über 50 000 Unternehmen Kurzarbeit angemeldet, fast jeder siebte Erwerbstätige ist betroffen. Wenn wir auf das blicken, was noch vor uns liegt, müssen wir mit Bundesrat Alain Berset festhalten: Wir haben nicht mal die Hälfte des Marathons hinter uns – und auch Nicht-Läufer wissen, welche Hälfte eines Marathons die schwierigere ist.

Viele stellen fest, dass diese Krise so ziemlich alles infrage stellt, was bisher als selbstverständlich galt. Robuste Unternehmen fürchten sich von einem Tag auf den anderen vor dem Konkurs. Eine Züglete wird zu einer kaum bewältigbaren Herausforderung. Paare sitzen im Homeoffice und merken, dass es jetzt nicht mehr gelingt, einander auszuweichen.

Der Zofinger Pfarrer Lukas Stuck erlebt die Ängste der Menschen in diesen Tagen hautnah (ab Seite 30). Sie lassen den Smalltalk hinter sich und kommen sofort zu tiefgründigen Fragen. Fragen, die im schnellen Leben und Konsumieren im Zeitalter vor Corona keinen Platz hatten.

Normalität muss, wird zurückkehren, schrieb ich vor zwei Wochen an dieser Stelle. Das stimmt. Aber in dieser Normalität wird einiges anders sein als im Februar 2020. Nehmen wir nur das Naheliegendste, die Videokonferenzen: Gerade haben Hunderttausende im Land gelernt, wie man sich auf Distanz schnell und effizient organisieren kann. Warum also noch für eine Sitzung ins Auto oder in den Zug steigen? Oder: Was unter dem Motto der «lean production» lange als altmodisch galt, wird wieder gefragt sein: Lagerbestände zu halten beispielsweise, um Ausfälle bei den Lieferanten zu überbrücken.

In der Normalität nach Corona werden wir feststellen, dass einiges an der Normalität vor Corona gar nicht so normal war. Dass wir glaubten, ein Pandemie-Trauma sei etwas für Geschichtsbücher oder Science-Fiction-Filme. Dass wir vergessen hatten, wie brüchig Normalität ist. Und dass Normalität eigentlich der wahre Luxus ist.

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