Ab Mitte April gibt es im Aargau Fernunterricht für alle – aber keine Schulnoten

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Jugendliche und Schulen im Aargau sind für den wegen Corona notwendigen Fernunterricht sehr unterschiedlich ausgerüstet. © Samuel Golay/Keystone

Mit grosser Wahrscheinlichkeit wird der Unterricht auch nach den Frühlingsferien für Aargauer Schülerinnen und Schüler nicht im Klassenzimmer stattfinden. Sicher ist das zwar nicht, noch ist die Vorgabe vom Bundesrat lediglich, dass die Schulen bis zum 19. April geschlossen bleiben, was gleichzeitig das Ende der Frühlingsferien im Aargau bedeutet. Am Montag liess Bildungsdirektor Alex Hürzeler an einer per Telefon geführten Medienkonferenz kaum Zweifel daran, dass der Präsenzunterricht noch einige Zeit länger ausbleiben wird. Wie lange, steht in den Sternen, im schlimmsten Fall aber bis zu den Sommerferien. Dennoch ist Hürzeler zuversichtlich: «Es ist ein aussergewöhnliches Schuljahr, aber kein verlorenes.» Manches werde zwar in den nächsten Wochen oder Monaten anders gehandhabt, insgesamt würden die Schülerinnen und Schüler aber, wenn immer möglich, keinen Nachteil daraus erfahren, dass sie eine Zeit lang nicht im Schulzimmer, sondern daheim lernen.

An den Mittelschulen ging der Unterricht nach dem 16. März ohne Unterbruch weiter – einfach nicht im Klassenzimmer, sondern zu Hause. Derweil repetieren die Jüngeren in der Primarschule und an der Oberstufe seit zwei Wochen das bereits Gelernte. Sie stehen mit ihren Lehrpersonen in Kontakt, diese geben ihnen Übungsaufgaben. Der eigentliche Unterricht geht am 20. April weiter. Damit das klappt und die Schule aus der Ferne stattfinden kann, braucht es neue Rahmenbedingungen. Diese hat der Kanton jetztaufgestellt.

Schulen stellen Betreuung sicher, auch in den Frühlingsferien

Der Bildungsdirektor sieht zwei grundsätzliche Probleme: Einerseits stellten sich Fragen bei der Betreuung, weil in der aktuellen Situation nicht alle Eltern diese Aufgabe übernehmen können. Andererseits seien Schulen und Schüler in ihrer Infrastruktur für digitalen Unterricht sehr unterschiedlich ausgestattet. Der Regierungsrat verzichtet deshalb auf detaillierte Weisungen, wie die Schulen zu unterrichten haben, einheitliche Lösungen gibt es also nicht. Nach wie vor sind die Schulen für den Unterricht zuständig und gestalten diesen nach ihren Möglichkeiten. Die Lehrpersonen begleiten und unterstützen die Schülerinnen und Schüler mit verschiedenen Mitteln, die Eltern sind dafür zuständig, den Tagesablauf mit ihren Kindern zu planen und sicherzustellen, dass sie für das selbstständige Lernen einen Arbeitsplatz haben. Wo das nicht möglich ist, können neu die Schulen Hilfe leisten: Schülerinnen und Schülern kann von ihrer jeweiligen Schule ein Platz zum Lernen zur Verfügung gestellt werden, falls diese Bedarf feststellen. Zusätzlich sollen Kinder ohne geeignete Betreuung daheim auch während der Frühlingsferien an den Schulen arbeiten und dort ihre Freizeit verbringen können. Die Schulen stellen ein Angebot mit betreuenden Lehrpersonen sicher, diese leisten den Aufwand im Rahmen ihrer Jahresarbeitszeit.

Noten gibt es keine im Unterricht aus der Ferne

Auch wenn die Schulen geschlossen sind: Durch die aussergewöhnlichen Umstände aufgrund der Corona-Epidemie sollen für die Schülerinnen und Schüler keine Nachteile für die schulische und berufliche Laufbahn entstehen – das betonten am Montag die Verantwortlichen des Bildungsdepartements. Neben einer angemessenen Betreuung sei dabei ein wesentlicher Punkt, dass die Notengebung für die Dauer des Fernunterrichts ausgesetzt ist.

Zwar sollen und werden die Lehrerinnen und Lehrer ihren Schülern zurückmelden, ob ihre Leistungen stimmen, aber für das Zeugnis ist das nicht entscheidend. Setze sich eine Schülerin oder ein Schüler besonders ein und wolle im zweiten Semester des Schuljahrs seine Leistungen verbessern, sei das nicht vergebens. Lehrpersonen können diese Leistungen in die Beurteilungen der Schülerinnen und Schüler einfliessen lassen. Grundsätzlich gilt aber, dass für die Noten im Jahreszeugnis des laufenden Schuljahrs alle Beurteilungen berücksichtigt werden, die vom Beginn des Schuljahres im letzten August bis zum 13. März, dem Ende des Präsenzunterrichts, vorhanden waren. Prüfungen, für die es Noten gibt, finden aus der Ferne keine statt. Falls das Verbot des Präsenzunterrichts vor den Sommerferien wieder aufgehoben wird, können weitere Beurteilungen bis zum Ende des Schuljahres dazukommen.

Auch an den Sonderschulen fällt der normale Unterricht aus

Schwieriger gestaltet sich der Fernunterricht für Schülerinnen und Schüler in Sonderschulung und stationären Kinder- und Jugendeinrichtungen. Alle Tagessonderschulen führen – wie die Regelschule – keinen Präsenzunterricht mehr durch und stellen ein Betreuungsangebot. Das Tagesstrukturangebot werde zurzeit nur von ganz wenigen Kindern genutzt, sagte Peter Walther, der Leiter der Abteilungen Sonderschulen, Heime und Werkstätten, am Montag an der Medienkonferenz.

Weil die Familien aber zunehmend durch die Betreuung von beeinträchtigten Schülerinnen und Schülern belastet seien, zeichne sich ab, dass das Betreuungsangebot in naher Zukunft vermehrt gebraucht werde. In den anerkannten, stationären Kinder- und Jugendeinrichtungen des Kantons werden insgesamt rund 600 Schülerinnen und Schüler betreut. Rund ein Drittel davon ist derzeit bei ihren Familien. Anders als bei den Regelschulen ist vor allem die Betreuungssituation schwierig: Die Personalsituation in den stationären Einrichtungen ist angespannt, weil Risikopersonen nicht mehr arbeiten können und eine beträchtliche Anzahl von Mitarbeitenden bereits krank ist oder sich in Quarantäne befindet.

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