Bürgerschaft denkt an Rückbau des 1000er-Stägelis – «natürlich erst nach der Coronazeit»

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Beim 1000er-Stägeli gesehen; Sperre missachtet, Hinweistafeln umgedrückt. © Oltner Tagblatt

Die Bemerkung des Oltner Bürgerpräsidenten tönt wie eine Drohung. «Ein Rückbau liegt durchaus im Bereich des Möglichen», sagt Felix Frey. Mit Rückbau meint er den des 1000er-Stägelis am Born, jenen schier magischen Ort, der Freizeitsportler und ambitionierte Läuferinnen und Läufer scheinbar anzieht wie frischer Kuhdung die Fliegen. Inwieweit die Bürgergemeinde Olten, auf deren Terrain sich das 1000er-Stägeli befindet, mit der Idee Ernst macht, hängt gemäss Frey auch vom Verhalten der Nutzer ab, speziell in diesen Tagen und Wochen. Ende März nämlich hatte die Bürgergemeinde das 1000er-Stägeli sperren lassen, weil sich dort, zu Notstandszeiten wegen des Coronavirus, scharenweise Läuferinnen und Läufer trafen und vom zwingend einzuhaltenden Abstand von 2 Metern nichts wissen wollten. Anfänglich liess die Disziplin unter den Nutzern zu wünschen übrig, wie ein Augenschein dieser Zeitung vor Ort damals zeigte.

«Unser Entscheid ist aber grundsätzlich nicht nur abhängig vom aktuellen Verhalten der Nutzenden», schiebt Frey nach. Denn nach seiner Einschätzung ist das Stägeli auch zu normalen Zeiten übernutzt. «Das widerspricht im Grundsatz dem Waldgesetz, welches zwar den freien Zugang zum Wald garantiert, aber immer im Rahmen der Verhältnismässigkeit», sagt Frey.

Eine Frage der Verhältnismässigkeit

Und ebendiese empfindet er mitunter als nicht mehr gegeben. Die Übernutzung manifestiert sich auch in der Parkplatzsituation dort, die manchmal chaotisch anmutet. «Es ist schon vorgekommen, dass die Strasse zum Restaurant Höfli für die Betreiber unpassierbar wurde, weil parkierte Autos den Weg zustellten», sagt Frei.

Hinzu kommen die Spuren der Zivilisation, welche die Nutzenden beim Stägeli hinterlassen. Aludosen, Taschentücher, PET-Flaschen, Sportutensilien, Plastiktaschen. Die Reihe liesse sich fortsetzen. «Natürlich räumt die Bürgergemeinde den Abfall weg», sagt Bürgerschreiberin Arlette Maurer, die von Fotografien berichtet, die der Bürgerschaft per E-Mail zugesandt werden; mit der Aufforderung, dort für Ordnung zu sorgen. «Das betrifft allerdings nicht nur das 1000er-Stägeli, sondern die Waldgebiete generell.» Die Bürgerschaft verfüge aber nicht über die notwendigen Einsatzkräfte, um die Plätze sauber zu halten. «Es ist Aufgabe der Nutzer, den eigenen Abfall wieder mitzunehmen.»

Rückbau erst nach der Coronazeit

Aber zurück zum möglichen Rückbau der Anlage. «Wir würden den Rückbau natürlich nach der Coronazeit ausführen lassen», so Frey, der sich auch eine regierungsrätliche Order dazu vorstellen könnte. «Vor allem jetzt, wenn die Nutzung der Anlage nicht zum Erliegen kommt.» Der Bürgerpräsident hatte übers Wochenende einen flüchtigen Augenschein am Born vorgenommen und war zum Eindruck gelangt, dass sich die Nutzung des 1000er-Stägelis doch in engeren Grenzen hält. «Ich war nicht droben am Fusse der Anlage, sondern habe bei der Durchfahrt Boningerstrasse festgestellt, dass unter der Bahnbrücke eher wenig parkierte Autos zu sehen waren.»

Seine Wahrnehmung deckt sich mit jener der Polizei. «Wir haben beim 1000er-Stägeli am Wochenende nicht interveniert, sondern haben die Situation im ordentlichen Patrouillendienst beobachtet», so Thalia Mosimann von der Medienstelle der Kantonspolizei auf Anfrage. Auch Klagen seien keine eingegangen. Vielleicht ein gutes Zeichen für den Weiterbestand des 1000er-Stägelis.

Ihr Eintrag wird nach einer Überprüfung online gestellt.

Schranken

Sporadischer 1000er-Stägeli Läufer
schrieb am 08.04.2020 13:27
Es ist doch in allen Lebenssituationen so, nur weils Gewisse (kleiner Prozentsatz <5 %) eben immer übertreiben, so muss die sich korrekt verhaltende Mehrheit (grosser Prozentsatz >95 %) dann unter Schliessungen oder was auch immer leiden. Das ist bei den Autotuner gleich wie bei den Töfffahrern, bei den Wanderer, bei den Raucher, Abfallentsorger, überall. Man sollte sich nicht immer nur an der sich negativ verhaltenden Personengruppe orientieren, sondern vielleicht auch an der überwiegend sich korrekt verhaltenden Mehrheit und einfach die Fehlbaren bestrafen, nicht den Rest.

Vernunft reicht aus

Daniel Frey, ehemaliger OK Präsi 1000er Stägli-Lauf
schrieb am 07.04.2020 23:03
Titel und Text sind etwas reisserisch formuliert.
Das Stägli gehört zum Born und seiner Geschichte der 1896 erbauten Stiege entlang der Druckleitung (Speicherkraftwerk!). 1986/87 hat Herbert Scheidegger und sein Team das zerfallene Stägli wieder aufgebaut.
Nie hätte Herbert gedacht, welche Anziehungskraft diese Bauwerk haben wird.
Aber Abfall entlang des Stäglis geht gar nicht! Und es ist klar, dass dieses eine Prozent leider die negativen Beobachtungen ausmacht. Darum, Selbstcourage und fehlbare direkt darauf ansprechen.
Und zur Parkplatzsituation: Der Paradiesli-P ist 10 Minuten Fussweg entfernt und dienst dem Aufwärmen, ebenso öV bis Stadtgarten/Städtli oder Fahrrad.
Tragt alle Sorge zu diesem einmaligen Ort in der Region, und am 4. Juli 2020 ist der 16. 1000er-Stägli Lauf!

@Wuerger

Herbi
schrieb am 07.04.2020 16:19
Wegen Leuten wie Ihnen vielleicht?

Bünzlidiktaur

Wuerger
schrieb am 07.04.2020 13:25
Im Zuge vom Coronavirus glauben sich Wichtigtuer und Hilfspolizisten in Scene zu setzen, um den Bürgern wie Schulkinder zu drohen.
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