Kritik an Alex Hürzeler: Die FDP will klarere Vorgaben für Schulen während der Coronakrise

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Bildungsdirektor Alex Hürzeler setzt sich für Lösungen bei Maturitäts- und Berufsabschlüssen ein. © Chris Iseli

Für den Unterricht, der nach den Ferien höchstwahrscheinlich aus der Ferne weitergehen wird, seien klare Rahmenbedingungen und Leitlinien sowie deren gezielte Kommunikation unerlässlich. Das schreibt die FDP Aargau in einem offenen Brief an den Regierungsrat.

Gemäss Freisinn stellen sich vordergründig Herausforderungen und offene Fragen zu Lehrabschluss- und Maturaprüfungen und Promotionen sowie verbindlichen Vorgaben für Schulen und die Aufhebung der Freiwilligkeit von Schularbeiten. Ein Katalog von elf Fragen hat die FDP zusammengestellt, bewusst so, dass sie mit Ja oder Nein beantwortet werden können, sie die Regierung also möglichst wenig zusätzlich belasten.

«Wir wurden von verschiedenen Seiten auf diese Aspekte hingewiesen. Eine klare Haltung und verbindliche Leitlinien des Bildungsdepartements werden vermisst», sagt Sabina Freiermuth, FDP-Fraktionspräsidentin im Grossen Rat und Mitunterzeichnerin des Briefs.

Der Kanton kann nicht alles selber entscheiden

Alex Hürzeler, der Vorsteher des Departements Bildung, Kultur und Sport (BKS), bestätigt, dass insbesondere noch unklar ist, wie die Abschlüsse der Sekundarstufe 2 – die Maturitätsschulen und die Berufsbildung – stattfinden können. Ziel sei, die Prüfungen möglichst durchzuführen, in der Berufsbildung zumindest der praktische Teil.

Dafür habe er sich, wie eine Mehrheit der Bildungsdirektoren, bei der Schweizerischen Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren (EDK) starkgemacht. Ob erfolgreich, wird Ende Woche bekannt. «Gerade bei den praktischen Prüfungen hat nicht nur der Kanton, sondern vor allem der Bund das Heft in der Hand und richtigerweise werden die Berufsverbände in den Entscheid einbezogen», so der Bildungsdirektor.

Auch die Maturaprüfungen sollten aus seiner Sicht wenn möglich im üblichen Umfang stattfinden, «das wäre auch unter Einhaltung der Vorgaben des Bundesamtes für Gesundheit machbar», sagt Hürzeler. Weniger Verständnis hat er für die Forderung der FDP nach verbindlicheren Vorgaben für den Fernunterricht an der Volksschule: «Im Kanton gibt es weit über 200 Schulen mit unterschiedlichen Voraussetzungen.

Wir geben die Eckwerte vor, die Details regeln die Schulen selber, wie im Präsenzunterricht auch.» Die Leitlinien seien zudem klar, auch Fragen zum Einsatz der Lehrpersonen würden sich erübrigen, findet Hürzeler. Dass diese regulär und auch in den Frühlingsferien eingesetzt werden können, sei so kommuniziert.

Lehrerverband ist mit Vorgaben einverstanden

Insbesondere über die Forderung der FDP nach mehr Verbindlichkeit für Fernunterricht staunt auch Elisabeth Abbassi, Präsidentin des Aargauischen Lehrerinnen- und Lehrerverbands. «Seit Beginn der Schulschliessung und auch während der Frühlingsferien arbeiten Schulleitungen und Lehrpersonen sehr intensiv.

Das Betreuungsangebot in den Schulen läuft weiter, Schulleitungen und Lehrpersonen bereiten sich auf die Phase des Fernunterrichts vor», sagt sie. Auch während dieser Zeit würden die Lehrpersonen regelmässig mit den Schülerinnen und Schülern Kontakt aufnehmen und stellten ihnen Übungsmaterial zur Verfügung.

Abbassi ist überzeugt, dass die Leitlinien durch den Kanton für den Fernunterricht genügten, die Schulen seien mit Hochdruck dabei, diesen vorzubereiten. Nach den Ferien ist der Unterricht dann verbindlich, die Lehrpersonen würden die Arbeiten kontrollieren und korrigieren und den Schülerinnen und Schülern Rückmeldungen geben.

Detailliertere Vorgaben sind auch für die Schulleitungen nicht zielführend, sagt Verbands-Co-Präsident Philipp Grolimund. Offen sei allerdings, wie von der FDP bemerkt, die genaue Herleitung der Laufbahnentscheide aus dem Fernunterricht. «Wenn Lehrpersonen aufgrund der Leistungen während des Fernunterrichts zwar keine Noten vergeben, die Leistungen aber ins Zeugnis einfliessen können, kann es bei Übertritten heikel werden.»

Anders sieht das Elisabeth Abbassi: «Würden in der Zeit des Fernunterrichts die Leistungen der Schüler benotet, wäre die Chancengerechtigkeit auf keinen Fall gewährleistet. In einigen Fällen wüssten die Lehrpersonen wohl auch nicht, ob sie Eltern oder Schüler bewerten.»

Zentral sei darum, dass die Schülerinnen Rückmeldungen von den Lehrpersonen für ihre Leistungen erhalten und diese auch kontrollieren, ob die Aufgaben gemacht werden. «Fundiertes Feedback ist da viel zielführender als eine Note», so Abbassi.

Ihr Eintrag wird nach einer Überprüfung online gestellt.
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