Der Pfad zurück ist schmal

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Nächste Woche also will der Bundesrat aufzeigen, wie wir Schritt für Schritt aus dieser Krise kommen, die uns Woche für Woche Milliarden kostet. Ich masse mir nicht an, den Weg zu kennen, der den wirtschaftlichen Schaden möglichst gering und die Spitalbetten möglichst leer lässt. Zwei Dinge lassen sich dennoch festhalten. Erstens: Das Schweizer Krisenmanagement hat das Virus schnell und entschlossen in die Schranken gewiesen. Horrorszenarien sind ausgeblieben, zum Glück. Genauso gezielt und entschlossen muss jetzt der Weg zurück sein. Wir alle haben in den letzten Wochen gelernt, wie man unter Einhaltung von Distanzregeln einkauft. Überall, wo das möglich ist, sollte der Betrieb so schnell wie möglich wieder hochgefahren werden. Dazu müssen wohl Gesichtsmasken her. Dass beide, der Coiffeur und der Kunde, Masken tragen, ist vernachlässigbar. Hauptsache, die Frisur kommt wieder in Form und beim Coiffeur etwas in die Kasse.

Zweitens: Die Schweiz ist in der Krise zusammengerückt, hat sich an die Vorgaben aus Bern gehalten. Disziplin braucht es in den nächsten Monaten weiterhin, ja, mehr denn je: Der Pfad zwischen noch mehr wirtschaftlichen Schäden und einem Wiederaufflammen der Pandemie ist schmal. Dass wir uns «nie wieder» die Hände schütteln, wie der US-Virologe Anthony Fauci sagt, ist wohl übertrieben. Aber noch eine ganz Weile lang werden wir auf einiges verzichten, anderes unbedingt einhalten müssen. Das wird lästig sein. Aber notwendig – und verkraftbar.

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Ist Solidarität gut?

Karl Ernst
schrieb am 14.04.2020 08:39
«Die Schweizer haben sich solidarisch gezeigt, sie sind über Ostern nicht ins Tessin gefahren.» So werden wir gelobt, auch vom Bundesrat. Es klingt, als ob sonst Autoladungen voll Viren über die Schweiz verstreut worden wären.
Zugegeben, ich will auch vermeiden, dass man mit dem Finger auf mich zeigt, und unterziehe mich den Erwartungen, auch wenn ich sie ungerechtfertigt finde. Und auch ich lasse mir meine mutlose Subordination als Solidarität preisen, obwohl ich diese Art von Solidarität eher als soziale Hysterie ansehe. Es geht bei der Vorsorge in dieser schwierigen Zeit der Pandemie um räumliche Distanz zwischen Menschen, nicht zwischen geografischen Orten. Und um den Schutz des direkten persönlichen Umfelds, z.B. um Hygiene und Atemschutz, um Verzicht auf Kontakt in Gruppen. Zugegeben dass dieser Schutz am besten gewährleistet ist, wenn jeder zu Hause bleibt. Aber wer für sich im Freien wandern, Velo fahren oder Golf spielen würde, wird als unsolidarisch und unsozial abqualifiziert, obwohl er weder für sich noch für andere ein Risiko eingeht.
Eine unhinterfragte Unterordnung unter die bundesrätlichen Empfehlungen gilt zwar als Zeichen der Solidarität, ist aber gleichzeitig ein Akzeptieren eines gesellschaftlichen Terrors. Ich würde mir einen offeneren und vernünftigeren Umgang mit der – zugegeben unangenehmen – Situation wünschen mit mehr Selbstverantwortung für den Einzelnen. Zu Beginn waren enge Restriktionen vielleicht gerechtfertigt, weil man Angst hatte, das Gesundheitssystem könnte die Situation nicht bewältigen. Aber nachdem die bereitgestellten Einrichtungen überall unterbelegt sind, müsste man umdenken.
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