Zwei Altishofer erhalten Umweltpreis der angesehenen Koechlin-Stiftung

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Roger und Susanne Hodel bei der Arbeit. Sie sichern die Krone ihres alten, hohlen Schweizer Wasserbirnbaums. Sich um die alten Bäume zu sorgen, sei ebenso wichtig, wie neue zu pflanzen. (Bilder: zvg)
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Die Kontrolle des Mostobstes ist wichtig für ein einwandfreies Produkt. Links Thomas Hunkeler, rechts Susanne Hodel.

Die gemeinnützige Albert Koechlin Stiftung aus Luzern würdigt das Engagement von Susanne und Roger Hodel aus Altishofen mit dem «Umweltpreis 2020». Der zweite Preisträger ist die Permakultur-Beratung aus Emmen, teilte die Stiftung mit.

Mit der Vergabe dieser zwei Umweltpreise macht die Albert Koechlin Stiftung laut Mitteilung zwei Engagements bekannt, welche «durch ihre Initiative Lebensräume für Tiere und Pflanzen erhalten, neu schaffen – und gleichzeitig wertvolle Lebensmittel produzieren». Die Geehrten werden am 5. Juni an einer Feier ein Preisgeld von je 40 000 Franken erhalten.

Susanne und Roger Hodel produzieren in Altishofen seit acht Jahren hausgemachte Spezialitäten aus Hochstamm-Obst. Speziell daran ist: Hodels sind selbst keine Landwirte. Sie ernten neben dem eigenen vor allem auch das Obst verschiedener Bauern jeweils im Herbst mit viel Handarbeit und mosten auf ihrem Grundstück. Ausnahme ist der «100-Sorten-Apfelsaft», der von einem Kundenmoster auf dem Hof der Familie Hunkeler im Unterdorf gepresst wird. Seit 2012 vermarkten Hodels die Säfte unter dem Namen «Hochgenuss». Indirekt tragen sie damit zum Erhalt der für die Natur wichtigen Hochstammobstbäume bei.

Preis ist für Hodels eine Überraschung

«Wir freuen uns auf alle Fälle über den Preis», sagt Roger Hodel auf Anfrage, «er kommt unerwartet. Wir sind ja keine grosse Firma, die viel in den Medien ist.» Das Preisgeld würden er und seine Frau in die Produktionsanlagen investieren. Früher mosteten die Familien Hodel und Hunkeler gemeinsam, seit 2018 produzieren Hodels selber. Hunkelers unterstützen sie weiterhin beispielsweise bei technischen Problemen.

«Wir haben selber 25 Hochstammobstbäume und viel Wildobst», sagt Roger Hodel, der von Beruf Landschaftsarchitekt ist. Susanne Hodel ist Konditor-Confiseurin. «2019 ist wegen des Frosts vom 4. Mai in unserer Region fast alles erfroren», erzählt Hodel. Um das Risiko eines lokalen Totalausfalls zu minimieren, ernten sie Obst von Bauern in Altishofen, Uffikon, Nebikon und im Luzerner Seetal. «Diese haben gesamthaft über 1000 Bäume mit rund 150 verschiedenen Sorten; wir dürfen das Obst pflücken und auflesen.»

Hodel ist seit langem fasziniert von den Hochstammbäumen. «Einerseits wegen ihres hohen Alters, aber auch, weil sie ein fester Bestandteil unserer Kulturlandschaft sind und ein wichtiger Lebensraum für Vögel und andere Tiere.» Es gebe unzählige Sorten von Mostobst (Äpfel und Birnen), erklärt er. Viele seien wenig bekannt. Am Anfang von «Hochgenuss» starteten sie mit einem Saft aus 100 Apfelsorten, um die Biodiversität im Hochstammobstbau zu präsentieren. Die geschmacklichen Unterschiede offenbaren sich in den inzwischen ebenfalls hergestellten sortenreinen Obstsäften. «Hochgenuss» möchte zeigen, dass Hochstammobstbäume nicht nur Lebensraum oder Landschafts- und Direktzahlungsobjekte sind, sondern auch ein unüberschaubares Spektrum an Genuss bieten, heisst es auf der Homepage.

Nehmen an Spezialitätenmärkten teil

Ihre Produkte verkaufen Hodels seit Jahren an verschiedenen Märkten wie dem Reutenmarkt von ProSpecieRara in Zofingen sowie in Läden und Restaurants. Drei Mal nahm «Hochgenuss» auch am Slow-Food-Markt in Zürich teil. Das Publikum an solchen Spezialitätenmärkten sei immer sehr interessiert. Man kann die Säfte aber auch ganz einfach am Selbstbedienungs-Automaten im Unterdorf in Altishofen beziehen. Als Zukunftsprojekt haben die Preisträger vor, die beliebten Degustationsabende im Pfrundhaus-Saal wieder aufzunehmen. Man konnte dort jeweils zwölf verschiedene Säfte degustieren und erfuhr zu jeder Obstsorte eine Hintergrundgeschichte. Jeweils knapp 100 Leute nahmen teil. Der Anlass war sehr beliebt. Doch dies wird natürlich erst nach der Corona-Krise wieder möglich.

Seit 2005 vergibt die Albert Koechlin Stiftung jährlich Umweltpreise. Diese werden an natürliche Personen, an Personengruppen oder an juristische Personen vergeben, die sich durch besondere Leistungen im Bereich Natur, Umwelt und Lebensraum ausweisen. 2019 würdigte die Stiftung die Firmen Good Soaps aus Luzern und E-Force One aus Beckenried NW mit den Umweltpreisen.

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