Stolz, Vorfreude und ein wenig Wehmut bei Jürg Hegi

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SCL-Verwaltungsratspräsident Gian Kämpf (rechts) überreicht Jürg Hegi als Dank für dessen Dienste ein besonderes Trikot. (Bild: Leroy Ryser)

40 Jahre, ein Aufstieg, drei Meistertitel und unzählige schöne Erlebnisse – doch jetzt ist Schluss. Auf die kommende Saison hin wechselt Jürg Hegi vom SC Langenthal in die National League zum EV Zug. «Wenn sich die Chance ergibt, muss man sie packen», sagt er. Und genau das hat er getan, als sich diese in Zug bot. Mit EVZ-Sportchef Reto Kläy, der einst in Langenthal die Schlittschuhe schnürte und von Jürg Hegi als Materialchef profitierte, hatte er über einen möglichen Wechsel in die Innerschweiz gesprochen und sich dann auch beworben. «Die NLA war für mich immer schon ein Ziel», sagt Hegi. Und wenn nicht jetzt, wann dann?

Beim SC Langenthal wird Jürg Hegi eine grosse Lücke hinterlassen – nicht nur wegen seines Know-how. Der grossgewachsene Mann mit einer Glatze als Markenzeichen begeistert die Spieler mit seiner lockeren Art. Claudio Cadonau, der als Spieler beim SCL Titel gewann und nun von den SCL Tigers ebenfalls nach Zug wechselt, bezeichnete ihn schon während seines Engagements in Langenthal als Junggebliebenen trotz fortgeschrittenem Alter. «Bei ihm weiss ich, woran ich bin. Ich weiss, was er gerne hat und er weiss, was ich brauche – für mich ist das ein Vorteil», sagt der Verteidiger, der in Langenthal wohnt, heute. Ausserdem habe er stets ein gutes Verhältnis mit Hegi gepflegt, weshalb er sich auf die erneute Zusammenarbeit sehr freue.

Viele Gratulationen von den Spielern erhalten
«Ich weiss, dass die Spieler meine Arbeit geschätzt haben», sagt Jürg Hegi. Beispielsweise Stürmer Eric Lecompte, mit dem er hin und wieder aneinandergeraten war, habe ihn nach seinem Rücktritt in den höchsten Tönen gelobt. «Bevor er zurück nach Kanada ging kam er noch bei mir vorbei und sagte, dass ich der beste Materialchef sei, den er je gehabt habe.» Als der Wechsel nach Zug bekannt wurde, gratulierten ihm mehrere Spieler. «Das sei der Lohn für meine harte Arbeit, schrieb SCL-Meistertorhüter Marco Mathis.» Und in dieser Saison sagte ihm US-Ausländer Joey Benik, dass er auf dem Eis noch nie so sicher unterwegs war. «Er meinte erfreut, dass er dank meinem Schliff nicht mehr auf dem Eis wegrutschte», erzählt Hegi.

Kurz bevor der Abschied zum EV Zug Tatsache war, folgte ein letztes persönliches Highlight in Gelb-Blau. Im ersten Viertelfinal-Heimspiel gegen den EHC Olten wurde Jürg Hegi für seine Treue vor allen Fans geehrt und erhielt besonders viel Applaus. Selbst als Tobias Schütze, Langenthals Physiotherapeut, ihn dazu drängte, etwas früher zur Spielerbank zu laufen und nicht in der Garderobe zu bleiben, habe er nichts geahnt. «Ich dachte das sei typisch Toby. Er ist unnötig nervös wegen dem Spiel», sagt Hegi und lacht. Die Überraschung sei gelungen und schön gewesen, vor allem auch, weil seine ganze Familie im Stadion dabei war. Auch wenn aufgrund des Corona-Virus das Ende in Langenthal etwas speziell erscheint, so hat ihm diese Ehrung einen würdigen Abgang bereitet.

Mehr Lebensqualität, aber Gelb-Blau bleibt im Herz
Mit einem nach vorne gerichteten Blick kann sich Jürg Hegi auf zwei Dinge freuen: Die Nähe zum Stadion und die sportlichen Perspektiven. «Vielleicht werde ich jetzt auch noch NLA-Meister», sagt Hegi. Hauptgrund für den Wechsel sei aber der kürzere Arbeitsweg gewesen. Mit seiner Frau und den vier Kindern wohnt Hegi in Küssnacht am Rigi, und wenn er es nach einem langen Arbeitstag nicht mehr bis nach Hause schaffte, schlief er jeweils in seinem Zweitappartment in Pfaffnau. «Die Tage werden auch in Zug lange», weiss Hegi. Denn statt in Sierre, Visp und Weinfelden spielen die Gegner nun in Genf, Davos und Lausanne. Aber: «Zwischen der Bossard Arena und meinem Zuhause liegen nur 15 Minuten. Wir erhoffen uns deshalb als Familie mehr Lebensqualität», sagt er.

Jürg Hegis Herz wird auch in Zukunft immer ein bisschen Gelb-Blau bleiben. «Wenn wir spielfrei haben und der SC Langenthal spielt, werde ich vorbeischauen», kündigt er an. Auch wenn es Probleme gebe und der SCL ihn um Hilfe bete, sei er stets bereit, sich für die Oberaargauer einzusetzen. «Ich habe dem SCL viel zu verdanken. Sie haben mir keine Steine in den Weg gelegt. Wegen ihnen konnte ich die Weltmeisterschaften auf allen Stufen miterleben, habe an olympischen Jugendspielen mitgeholfen und sogar bei den ‹grossen› Olympischen Spielen teilnehmen dürfen.» All das werde er dem SC Langenthal nie vergessen.

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