Abschied nehmen während der Corona-Krise

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Diejenigen, die aufgrund der Massnahmen an der Bestattung nicht teilnehmen dürfen, besuchen das Grab oft im Nachgang. (Bild: Katrin Petkovic)
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«Trauer kann man nicht aufschieben wie eine Beisetzung», sagt der Zofinger Pfarrer Lukas Stuck. Und Joël Guggisberg, Pfarrer in Vordemwald, sagt: «Man kann der Trauer nicht freien Lauf lassen wie sonst.» (Bilder: mawy/kf/Montage: pmn)

Am Grab eines geliebten Menschen zu stehen, ist schon schwer genug. Die Einschränkungen wegen des Corona-Virus machen das Abschiednehmen nicht leichter. Sie erzeugen unter den Beteiligten zusätzliche Unsicherheit. An der Medienkonferenz vom 16. April verkündete der Bundesrat, Bestattungen dürften ab dem 27. April neu im «Familienkreis», und nicht mehr im «engsten Familienkreis», stattfinden.

«Es ist sehr wichtig, dass der Bundesrat mit diesem Signal dem Trauerprozess eine gewisse Priorität eingeräumt hat», sagt Lukas Stuck, Pfarrer in Zofingen. Er fände es richtig, dass in der Kirche nach wie vor keine Gottesdienste stattfinden dürften. Dass man für die Trauer aber eine Ausnahme mache, sei wichtig. «Eine Beisetzung ist keinesfalls gleichzusetzen mit einer Veranstaltung», so Stuck.

Vordemwalds Pfarrer Joël Guggisberg sagt: «Im Kanton Aargau waren schon vor dem 27. April Beisetzungen mit bis zu 20 Personen erlaubt.» So fanden unter Einhaltung dieser Regel und den vom Bund vorgeschriebenen Hygiene- und Abstandsmassnahmen in Zofingen bisher drei Beisetzungen und in Vordemwald eine statt. Neu wird in der per 27. April geltenden Verordnung des Bundes festgehalten, dass die Begrenzung auf eine fixe Teilnehmerzahl gelockert wird, sofern die teilnehmenden Personen zum Familienkreis gehören. Neu ist «einzig die Wahl der Örtlichkeit ein begrenzender Faktor» für die Teilnehmerzahl, heisst es weiter. Eine grosse Änderung ist laut Lukas Stuck zudem, dass man die Definition des Familienkreises grosszügig handhaben kann: «Es ist nicht mehr so wichtig, wer in welchem Verwandtschaftsgrad zur verstorbenen Person steht.»

Beisetzungen kann man verschieben, Trauer nicht

Laut Guggisberg hat es klare Unterschiede zu Bestattungen vor den Massnahmen gegeben: «Es ist zusätzlich bedrückend, wenn sich die Trauernden nicht die Hand reichen oder sich umarmen können.» Das Corona-Virus überschatte alles. «Man kann der Trauer nicht den gleichen freien Lauf lassen wie sonst.»

Seit die Massnahmen rund um das Corona-Virus gelten, sind laut Stuck viele Abdankungen in Zofingen verschoben worden, damit die Trauerfamilien diese hoffentlich unter anderen Bedingungen nachholen können. Hier sieht er ein Problem: «Ich glaube nicht, dass man die Trauer aufschieben kann wie eine Beisetzung.» Für die Trauernden sei es wichtig, die Bestattung bald nachzuholen, damit sie einen inneren Abschluss finden.

Für Joël Guggisberg spielt noch ein weiterer erschwerender Faktor mit: «Es kommt zusätzliche Trauer dazu, indem man Leute, die man gern hat, nicht wie gewohnt sehen kann.» Aus seelsorgerischer Sicht kann er der gewonnenen Freizeit aber auch etwas Gutes abringen: «Es ist wichtig für die Verarbeitung, dass man Zeit hat zu trauern.»

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