Zu wenig Abstand, Schutzscheiben: Aargauer Lehrer verlangen mehr Sicherheitsmassnahmen

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Bald sind die Klassenzimmer wieder gefüllt. Das beunruhigt viele Lehrer. © Keystone (Gurbrü, 23. April 2020

Im Gegensatz etwa zum Kanton Zürich starten die Schulen im Kanton Aargau nächsten Montag den Präsenzunterricht wieder mit normalen Klassengrössen. Zum Unverständnis des Aargauischen Lehrerinnen- und Lehrerverbandes (alv). Es sei «schwierig nachvollziehbar», dass auf einen Schlag vom Fernunterricht auf flächendeckenden Ganzklassenunterricht umgestellt werden soll, schreibt der alv in einer Medienmitteilung. Die vollständige Öffnung verunmögliche gerade mit den kleineren Kindern das Einhalten der vom BAG vorgeschriebenen Abstandsregeln für Erwachsene. Ebenso sei es in vielen Schulzimmern nicht möglich, dass die Lehrperson den geforderten Abstand zu den Kindern einhalten könne.

Zur Verunsicherung sorgt bei den Lehrern unter anderem, dass weiterhin wissenschaftlich nicht geklärt ist, wie ansteckend Kinder wirklich sind.

Die Aufhebung der Distanzregeln unter Kindern, die ein Unterrichten in der Ganzklasse erst ermögliche, basiere auf der Schlussfolgerung des BAG, dass Kinder, weil diese kaum gravierende Krankheitssymptome zeigten, vom Virus weniger  befallen und für andere Personen kaum ansteckend seien.

Doch der alv warnt: «Ob dem so ist, ist zum heutigen Zeitpunkt wissenschaftlich nicht gesichert, es bleibt eine Hypothese. Bund und Kantone nehmen so das Risiko in Kauf, dass sich in den Schulen neue Ansteckungsherde bilden und so die Eltern der betroffenen Schülerinnen und Schüler aber auch die Lehrpersonen gefährdet werden.»

Falls der Kanton am Ganzklassenunterricht festhält, verlangt der alv unter anderen folgende Massnahmen:

  • Es wird klar geregelt, wie der Abstand der Lehrperson zu den Kindern am Kindergarten und an der Unterstufe eingehalten werden kann.
  • Es wird klar geregelt, wie der Abstand der Lehrperson zu den Kindern und Jugendlichen in einzelnen Fächern (z.B. Hauswirtschaft, Werken, Sport,...) eingehalten werden kann.
  • Genügend grosse Schutzscheiben werden verbindlich erklärt.
  • Die Reinigung des Arbeitsplatzes der Lehrperson bei Zimmer-Wechsel der Fachlehrpersonen muss sichergestellt sein. (z. B. Chemiezimmer)
  • Schülerinnen und Schüler, die mit einer gefährdeten Person zusammenleben, dürfen auf Gesuch der Eltern zu Hause bleiben.
  • Die Quarantänebestimmungen bei Krankheitsfällen in den Klassen werden strenger gefasst.
  • Es wird klar und verbindlich geregelt, dass die Eltern das Schulareal nicht betreten dürfen.

Update folgt: Was Bildungsdirektor Alex Hürzeler zur Kritik und den Forderungen der Lehrerinnen und Lehrer sagt.

Ihr Eintrag wird nach einer Überprüfung online gestellt.

Eigenverantwortung wird von den Behörden vor Ort wahr genommen

Roger Lussi, Präsident Schulpflege Strengelbach
schrieb am 07.05.2020 13:22
Die Forderungen des ALV sind legitim, allerdings werden sie von den lokalen Behörden bereits umgesetzt. Gemeinderäte und Schulpflegen sind durchaus in der Lage aufgrund der kantonalen Vorgaben eigene auf ihre räumliche und personelle Situation abgestimmte Lösungen zu erarbeiten. Damit kann besser auf Einzelfälle eingegangen werden, als wenn alles über den gleichen Kamm geschert wird.

Herr Jost

Bühler
schrieb am 06.05.2020 14:18
Wenn man Ehrlich ist können diese Vorsichtsmassnahmen zwar eingefordert werden. Sie sind aber leider im Unterricht nur mit abstrichen durchführbar. Jeder Lehrer sollte aber für sich diese Massnahmen ergreifen können. Was wie gesagt schwierig durzusetzen sein wird.

"einfach zu Hause bleiben"?

A. Jost
schrieb am 06.05.2020 14:06
Wie soll das, Hr Bühler, mit einfach zu Hause bleiben funktionieren? Wer keinen ärztl. Attest erhält wegen Risiko, muss wieder vor die Klassen. Da ist ganz klar Gefährdung vorhanden und entsprechend sind Massnahmen einzufordern.

Schutzscheiben

Bühler
schrieb am 06.05.2020 12:49
Man kann sich Fragen, ob der Schutz der Lehrer im Regelunterricht gewährleistet werden kann? Vermutlich nicht, würde ich so einfach so mal sagen. Aber es wird auch wieder einmal Zeit, dass die Schüler wieder in einen geregelten Tagesablauf mit Schule und Hausaufgaben bekommen. Die Lehrpersonen die zu ängstlich sind, können ja zu Hause bleiben. Die Eltern haben wohl gesehen was die Lehrer Tag für Tag mit den Kindern in der Schule leisten müssen. Die Angst sollte aber nicht übertrieben werden. Diese 2. Welle ist wohl eine Erfindung von Panischen Virologen und wie in Asien und vielen Ländern beobachtet, nicht zu Erwarten. Also fangt wieder an ein Leben zu führen, dass diesen Namen auch verdient!
Ueli Bühler
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